Danke!

Offensichtlich brauche ich von Zeit und Zeit eine Erinnerung. Bevor ich mich wieder verdammend auf die modernen technischen Errungenschaften stürze, mit denen in der Eisenbahn hantiert wird. Denn siehe (wieder einmal) da….  Themen wiederholen sich.

Außerdem – Wie war das noch? Eine Geschwindigkeit über 25 km/h macht Menschen krank – deshalb auf keinen Fall diese neumodischen Eisenbahnen nutzen!!! Von  solchen Geschichten gibt es ja einige…. Habe ich etwas gelernt?

Ja. Doch erst denken und dann – vielleicht – reden. Oder besser sein lassen. Beides? Manchmal auch beides! Schließlich braucht auch der Kopf zwischendurch eine Pause….aber natürlich nicht, wenn…siehe oben

SLOW LIFE Grüße at his best!
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Wie man einem Problem zu Leibe rücken kann

Frei nach dem Motto: Selbst ist die Frau und selbst ist der Mann!
folgen hier einige Beispiele möglicher (und erforderlicher?!) Blickwinkel-Veränderungen. 

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Wir stellen uns vor, Sie haben ein Problem….

+ Was wäre die optimale Lösung?

+ Wann/Wo gab es Ausnahmen?

+ Wie würde jemand aus einer anderen Kultur das sehen?

+ Wirklich immer?

+ Welche Ressourcen haben Sie noch?

+ Wenn eine Freundin das Problem hätte, was würden Sie ihr raten?

+ Wie würden Sie das in 10 Jahren sehen?

+ Wenn Sie xy wären, was würden Sie tun?

+ Wie schaffen Sie es, so lange das Problem zu haben?

Nun brauchen Sie nur noch viele, schöne Probleme, damit Sie üben können.
Weil: Manchmal ist Routine Gold wert.

Behilfliche Grüße
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Denkübungen

Heinrich v. Kleist hat seiner Verlobten Wilhelmine von Zenge „Denkübungen“ erteilt.
Heutzutage mutet das mehr als seltsam an. Ich finde es dennoch spannend, zu lesen, womit er sie „beschäftigt“ hat, also die Fragen selbst….


Heinrich v. Kleist (1777 – 1811)

Wenn jemand einen Fehler, von welchem er selbst nicht frei ist, an einem anderen tadelt, so hört man ihn oft antworten: du machst es selbst nicht besser und tadelst doch andere? – Ich frage: darf man darum nie einen Fehler anderer tadeln, weil man ihn selbst beging?

Was für ein Unterschied ist zwischen rechtfertigen und entschuldigen?

Wenn beide, Mann und Frau, für einander tun, was sie ihrer Natur nach vermögen, wer verliert von beiden am meisten, wenn einer zuerst stirbt?

Eine Frau kann sich die Achtung und das Vertrauen ihres Mannes erworben habe, ohne Weiterlesen

Dieselbe VerantwortungThe Same Responsibility

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„Ich betrachte also, wenn ich stolpre, nicht den Stein als Ursache (und das gilt für alles, was mir mit Menschen wie mit Dingen widerfährt), sondern lerne daraus, meinem Gang nicht über den Weg zu traun und ihn daher in Zucht zu nehmen“.

Michel de Montaigne, 1533 – 1592

Schon mein geschätzter Montaigne hat sich um Selbstverantwortung Gedanken gemacht. So wie viele Menschen vor ihm und viele Menschen nach ihm.
So richtig im Griff habe wir das Thema dennoch nicht. Ich will nicht behaupten, das es einer Wüste gleicht.
Aber irgendetwas hat die Selbstverantwortung. Ich glaube ja, sie hat etwas von einem Scheinriesen. Bei näherer Betrachtung…. Ich bin da zuversichtlich. Selbstverantwortung hält so viel Schönes bereit. Und überhaupt. So ein tolles Gefühl.

„I get no kick from champagne.
More alcohol doesn’t thrill me at all.
So tell me why should it be true
That I get a kick out of you?“

So ist das mit der Selbstverantwortung. Genau so.

Vergnügte Grüße
adP1030197

‘Therefore, when I stumble, I do not look upon the stone as the cause (and this holds true for everything which happens to me with people and things) but I learn not to trust the way I walk and, consequently, to control it.’

Michel de Montaigne, 1533 – 1592

Even Montaigne who I value dearly, thought about self-responsibility – just as many people did before and after him.

Still, we can’t really get hold of this topic. I’m not saying it’s like a desert but there is something about it. I believe it is a bit like a pseudo-giant. On reflection… I’m quite confident. Self-responsibility has so much beautiful in store. And besides – it’s such a great feeling.

‘I get no kick from champagne.
More alcohol doesn’t thrill me at all.
So tell me why should it be true
That I get a kick out of you?’

That’s what self-responsibility is about. Exactly that.

Cheerful wishes,
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1, 2, 3 Statistik!1,2,3 – Statistics!

55 Prozent der Amerikaner soll nicht an eine menschengemachte Erderwärmung glauben. Ich glaube nicht an Befragungen.
Vor ein paar Tagen rief die Humboldt-Universität bei mir an, um mir einige Fragen zu stellen. Ich hab mal ja gesagt. Sie wollten dann wissen, ob ich mich von einer Muslimin pflegen lassen würde, wenn ich mal im Altersheim liege. Ich habe geantwortet, ich würde dann jeden nehmen, der diesen doofen Job ausüben wolle. Und dankbar sein. -

Aber das wollten sie nicht wissen. Oder ob ich was gegen die Höhe von Minaretten hätte. Ich habe wahrheitsgemäß nein geantwortet. Sie haben mich aber nicht gefragt, ob ich was gegen die Lautstärke der religiösen Äußerungen hätte, die von so einem Minarett erschallen. Dann hätte ich ja gesagt. Ich bin lärmempfindlich.

Manchmal gab es kein Jein als Antwortmöglichkeit. Ich musste also irgendwie entscheiden. Bei irgendwie sind 50 % meiner Antworten überprüfungswürdig. Mindestens. Ich weiß, wie ein Mensch tickt. Ich bin ein Mensch. Die Befrager haben keine Chance, das komplexe Gebilde der Meinungserzeugung innerhalb einer Menschenseele mit einer Befragung abzulichten. Es herrscht eben Gemengen-Gelage. Gaußsche Glockenkurve hin oder her.

Deshalb meine ich zu wissen, was von Befragungen zu halten ist. Ich habe sie selbst schon versaut. Manchmal absichtlich. Rebellisches KInd-Ich und so. Sie wissen schon.
Ich liebe ja den Spruch von Churchill, der da sagte, er würde keiner Statistik Glauben schenken, die er nicht selbst gefälscht hätte. Wenn ich nicht weiß, wer der Auftraggeber für die Studie oder Befragung ist, glaub ich schon mal gar nix.

Ich habe beruflich ab und zu mit Mitarbeiterbefragungen zu tun. Mit Erhebung und mit Auswertung. Ich würde keine Befragung so heiß essen, wie sie gekocht wird. Man muss das einfach nur wissen. Dann könnten wir mit dem Pi-mal-Daumen-Ergebnis immer noch ganz gut zurecht kommen. Ich halte nach fast 30 Jahren im psychologischen Beratungsgeschäft den Menschen für ein überaus rätselhaftes Wesen.

Und wissen Sie was? Mich beruhigt das ungemein.

Beantwortete Grüße
ad22 per cent of the Americans are reported not to believe in man-made global warming. I myself do not believe in public opinion polls.

A couple of days ago someone from Humboldt University Berlin called to ask me a few questions. I agreed to answer them. They wanted to know if I would let a Muslim nurse care for me if, one day, I lived in an old people’s home. I answered that I would accept anyone who would be willing to do this lousy job. And be grateful for it.

-

They were not interested in that, though. They asked if I had got something against the height of minarets. I truthfully said no. They did not ask, however, if I had got something against the sound level of the calls ringing out from those minarets for religious reasons. In that case I would have said yes. I have got sensitive ears.

Some questions did not offer the ‘yes and no’ option. So, I had to make a decision, somehow. ‘Somehow’ means that (at least) 50% of my answers need to be checked. I know how men and women are tuned. I am a woman. An interviewer has no chance to take a copy of the complex structure shaped by the opinion-forming process in a human being. It’s a hotch-potch – Gaussian distribution or no.

This is why I know fairly well what to think of public opinion polls. I have messed them up myself, some on purpose. Rebellious child ego, me, etc etc. You know what I am talking about.

I love Churchill’s warning not to believe any statistics you have not faked up yourself. When I do not know who commissioned the survey or public opinion poll I do not believe any of its findings.

Occasionally I have to conduct and evaluate staff interviews in my job. Interviews are never as bad as they look – you just have to know this fact. Then you can pretty well put up with an approximate result. After being a psychological consultant for almost 30 years now I think man is an exceedingly enigmatic being.

And you know what? This relieves me tremendously.

Happily yours,
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Verwöhnte Bande

Das sind die Anfänge des Autobahnbaus in Amerika*. Gut. Des Straßenbaus.
Quer durch die Wüste. Und was soll ich sagen? Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

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Als erstes gehen die Straßenbauarbeiter in Stellung. Natürlich muss vorher irgendjemand mit dem Spaten durch die Wüste gegangen sein, um den Spurverlauf vorzugeben. Oder so ähnlich.

Dann wurde die Strasse gebaut. Sieht man ja auch. Weiterlesen

Zaragoza Slow FestivalZaragoza Slow Festival

Gerade stolpere ich über folgende Information.
Im letzten Jahr feierte man in Zaragoza (Spanien) das erste Zaragoza Slow Festival. Ein Wochenende mitten im Juni war für eine Fülle von Themen vorgesehen. Unter den Kategorien:

I have just come across the following information:

Last year the first Slow Festival was held in Zaragoza, Spain. A weekend in mid-June was dedicated to a host of subjects. People had the opportunity to attend workshops dealing with

soul
body
meditation
mind
slow art
slow cities
slow education
slow food
slow fashion
slow sex
slow work
slow travel


They could listen to talks and try out some practical exercises. All this was completed by

salud slow (slow health) and
sabiduría slow (slow wisdom)

So, the days were filled with the options of reflecting, relaxing, watching, trying out, learning and joy of life.

The response was overwhelming, as it seems.

The economic situation in Spain is more than difficult. My sister has been living there for over 40 years and I get a lot of first-hand information. Siesta was abolished decades ago, MOT tests have been introduced, also a points system for traffic offences, etc, etc, etc.

And now – Zaragoza. What a pity I missed that festival.
And how lovely it was held.

Interested wishes,
ad Weiterlesen

Auf eigenen BeinenOn your own two feet

Marc Aurel, Römischer Kaiser (161 – 180)

„Tue nichts mit Widerwillen, nichts ohne Rücksicht aufs Gemeinwohl, nicht ohne Prüfung, nichts im Gezerre der Leidenschaften. Schmücke deine Gedanken nicht mit schönen Redensarten; sei nicht geschwätzig, noch auch vielgeschäftig. (…) Eines aber lass dir gesagt sein: Sei heiter und nicht bedürftig der Dienste, die von außen kommen, auch nicht bedürftig des Friedens, welchen andere gewähren. Aufrecht also musst du stehen, ohne aufrecht gehalten zu werden.“

Pusteblume, Mischtechnik auf Leinwand, 50 x 120
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Verwurzelte Grüße
adMarc Aurel, Roman Emperor (161 – 180)

‘Do not do anything unwillingly, anything without considering the public interest, anything without close examination, anything while torn by passion. Do not adorn your thoughts with vain or pleasant phrases; do not be garrulous or bustling. (…) But take this to heart: Be serene and not in need of either the service or the peace offered by others. So, you have to be upright without being held in an upright position.

Pusteblume, Mischtechnik auf Leinwand, 50 x 120

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Firmly rooted yours,
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Nur die RuheTake it easy

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www.kunst.angela-detmers.de

„Ich komme, ich weiß nicht, von wo?
Ich bin, ich weiß nicht, was?
Ich fahre, ich weiß nicht wohin?
Mich wundert, dass ich so fröhlich bin.“

Heinrich von Kleist (1777-1811)

Ich kann nur sagen:
mir geht das manchmal ganz, aber auch ganz genauso.
Ihnen auch?

Das ist schön.

Unbesorgte Grüße
adwonderful life, Mischtechnik, Kupfer, Bronze auf Leinwand, 2008, 120 x 100

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I come, I do not know from where.
I am, I do not know what.
I am going, I do not know where
I wonder why I am so serene.

(Heinrich von Kleist, 1777-1811)

I can only say:

This is exactly how I feel at times.

And you?

That’s fine.

Carefree wishes,
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Von der Schönheit des UnaufgeregtenOn the Beauty of Unexcitedness

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Seneca (4 v. Chr. – 65 v. Chr.), römischer Philosoph und Stoiker

„Was du sehnlichst wünschst, ist aber etwas Großes und Vollkommenes, etwas Gottähnliches: sich nicht erschüttern zu lassen.(…) Ich nenne diesen Zustand Gelassenheit. (…) Wir stellen uns also die Frage, wie die Seele sich immer in einer gleichmäßigen und glücklichen Bewegung befinden, mit sich in bestem Einvernehmen sein und ihr Tun mit Freude betrachten kann und diese Freude nicht unterbricht, sondern immer in einem ruhigen Zustand verharrt, weder euphorisch noch deprimiert: Das wird Gelassenheit sein.“

Wenn ich von „Innerer Stabilität“ spreche – und im Seminar zum Thema mache – dann ist genau diese Unerschütterlichkeit das Ziel. Im Bemühen um ein wenig mehr Standfestigkeit, ein Quentchen mehr emotionale Belastbarkeit, ein bisschen mehr Vernunft, wenigstens einen Hauch von Impulssteuerung, könnten Entspannung, Gelassenheit, gesunde Organe, gute Laune und wunderbare Stressresistenz unsere Belohnung sein.

Es muss ja nicht wie bei Seneca von „immer“ die Rede sein. Aber das Unechauffierte im Handlungsrepertoire zu haben und bei Bedarf den entsprechenden Modus aktivieren zu können, wäre doch ein dankenswerter Zustand, meinen Sie nicht?

Es ist schade, dass besonders in Krisenmomenten Emotion in der Regel besser da steht als Sachlichkeit. Emotion ist immer ganz toll, Sachlichkeit, Nüchternheit, Vernunft ist leblos, kalt, ja Desinteresse. Wir erreichen zwar außer Drama, Drama, Drama nichts mit all der aufgeschäumten Emotionalität (jedenfalls nichts, was einer konstruktiven Lösung behilflich sein könnte), aber man ist jedenfalls keiner von der gefühlskalten Sorte. Besonders von Frauen höre ich oft: ich bin eben so emotional. Gut. Und was weiter? Freischein? Kindergarten life? Nicht das die Herren den Kindergarten nicht auch drauf hätten. Sicher, Drama, Drama, Drama kann einen Selbstzweck im Flechtwerk der Persönlichkeit haben. Doch das macht es nicht besser.

Wenn mehr Gelassenheit wirklich unser Ziel ist, wenn wir souveränes Verhalten wirklich schätzen und der Überzeugung sind, dass Souveränität den Menschen adelt, wenn wir Slow Life als eine erstrebenswerte Haltung annehmen und verinnerlichen wollen, dann braucht es eine ausgeruhte Balance zwischen Emotion und Verstand. Und das Fundament dafür ist die Beherrschung des Unaufgeregten.

Zuversichtliche Grüße
adP1050945

Seneca (4 BC – 65 AD), a Roman Stoic philosopher:

‘But what you yearn for is something great and supreme and very similar to being a god: to be unshaken. (…) I call this state imperturbability. (…) Hence, we ask ourselves how the soul can constantly be in an even and serene movement, on friendly terms with itself and observe its doing with joy – a joy which it does not disturb, remaining in this still state, neither euphoric nor depressed: This is imperturbability.’

It is this state of being unshakeable I have in mind when I talk about ‘inner stability’ and make it a topic in my seminars. If we endeavour after a little more steadiness, a tiny bit of emotional strength, some more reason, at least a touch of impulse control, then we can be rewarded by a feeling of relaxation, imperturbability, by healthy organs, a good mood and a wonderful resistance against stress.

This state does not have to be there ‘constantly’ as Seneca puts it. But to keep some unexcitedness in our sleeve and to be able to activate it in case of need would be a commendable state, wouldn’t it?

It is a deplorable fact that, particularly in a crisis, emotions usually rank higher than matter-of-factness. Being emotional is always great; matter-of-factness, dispassion, reason is lifeless, is cold, displays indifference. All this seething emotionality will lead to nothing but drama, drama, drama – at least to nothing which might help us to find a constructive solution to the problem. But at any rate, you will not be one of the emotionally cold guys. I often hear women say: ‘I’m just emotional. There’s nothing I can do.’ So what? Carte blanche? Nursery school live? I am not saying that men do not play this game. Sure – drama, drama, drama can become an end in itself in the wickerwork of personality. This, however, does not make it any better.

If we seriously aim at developing more imperturbability, if we truly appreciate self-confident behaviour and are convinced that self-confidence ennobles a person, if we want to accept slow life as a desirable attitude and integrate it into our lives – then we will need to develop a relaxed balance between emotion and reason. And the foundation is to master unexcitedness.

Optimistic wishes,
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