Wie man einem Problem zu Leibe rücken kann

Frei nach dem Motto: Selbst ist die Frau und selbst ist der Mann!
folgen hier einige Beispiele möglicher (und erforderlicher?!) Blickwinkel-Veränderungen. 

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Wir stellen uns vor, Sie haben ein Problem….

+ Was wäre die optimale Lösung?

+ Wann/Wo gab es Ausnahmen?

+ Wie würde jemand aus einer anderen Kultur das sehen?

+ Wirklich immer?

+ Welche Ressourcen haben Sie noch?

+ Wenn eine Freundin das Problem hätte, was würden Sie ihr raten?

+ Wie würden Sie das in 10 Jahren sehen?

+ Wenn Sie xy wären, was würden Sie tun?

+ Wie schaffen Sie es, so lange das Problem zu haben?

Nun brauchen Sie nur noch viele, schöne Probleme, damit Sie üben können.
Weil: Manchmal ist Routine Gold wert.

Behilfliche Grüße
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Verwöhnte Bande

Das sind die Anfänge des Autobahnbaus in Amerika*. Gut. Des Straßenbaus.
Quer durch die Wüste. Und was soll ich sagen? Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

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Als erstes gehen die Straßenbauarbeiter in Stellung. Natürlich muss vorher irgendjemand mit dem Spaten durch die Wüste gegangen sein, um den Spurverlauf vorzugeben. Oder so ähnlich.

Dann wurde die Strasse gebaut. Sieht man ja auch. Weiterlesen

Mehr Erwachsene braucht das LandMore adults needed in this country

„Das ist der Grund, warum ich nicht oft genug sagen kann:
Die Voraussetzung für das Studium des Zen ist, dass die Schüler im Sinne ihrer Kultur reif und diszipliniert sind. Zen ist nichts für Kinder.“

Die Weisheit – Zen Zen – des Nichtstuns von Alan Watts, Herder spektrum

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Ohne Titel, Bronze-Plastik, ad

Über unsere Gesellschaft und ihren infantilen Auswüchsen gibt es viel zu sagen. Ich widme diesem Thema  in meinem neuen Buch ein ganzes Kapitel.
Und ich bin sicher, auch Sie können Geschichten beitragen von Menschen und Situationen, deren Verhalten ungleich näher am Kindergarten als an ihrem tatsächlichen Alter ausgerichtet zu sein scheint.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Das Kind-Ich ist etwas Kostbares. Das Kind-Ich auf der Brücke des eigenen Schiffes als Stamm-Besatzung ist enervierend und anstrengend – für sich und für alle anderen.
Nur hat das Erwachsensein leider nicht das beste Image. Es steht im Verruf des Spielverderbers auf ganzer Linie. Das ewig Jugendliche, das alleweil Lockere und Unverbindliche, das ist die Lust der Zeit.
Ich bin mir bewusst, ich klage in bester Gesellschaft. Aber klagen hat meist nicht den gewünschten Erfolg. Die Juristen unter Ihnen sehen das natürlich anders. Doch unsereins ist durchaus gesättigt von Bubis und Prinzesschen auf Lebenszeit. Und ich fange an, allergisch zu werden gegen Tinis und Ollies und Wolfis im fortgeschrittenen Alter.

Dennoch. Ich arbeite mit vielen Menschen. Als Beraterin kommt man in dieser Hinsicht viel herum. Ich bin davon überzeugt, dass wir über viele Stressbeschwerden, Konfliktherde, Zeitmangelerscheinungen nicht mehr reden müssten, würden die Menschen den Mut aufbringen, das Terrain des Erwachsenen-gerechten-Verhaltens zu betreten.
Lassen Sie mich aus tiefstem Herzen hinzufügen: Was wir dort finden können, ist den Mut wert!

Gereifte Grüße
ad‘This is why it is important to underline that the prerequisite to studying Zen is the maturity and discipline of the students as defined by their cultures. Zen was not made for children.’

Zen Zen. Die Weisheit des Nichtstuns, von Alan Watts. Herder spektrum

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No title, bronze sculpture, ad

There is a lot to say about our society and its puerile excesses. A whole chapter in my new book is dedicated to this topic. And I am sure you, too, could contribute stories about situations in which people’s behaviour was closer to nursery school than to their actual age.

Don’t take me wrong: the child-ego is something precious. The child-ego on the bridge of your ship as a member of the permanent staff can be nerve-racking and exhausting – for itself and for others.

Unfortunately, maturity does not have a top image. It has the reputation of being a total spoilsport. Eternal youth, casualness and non-committal manners – that’s the appetite of today.

I know, I find myself in good company complaining about ‘today’. But complaining usually does not lead to success. The lawyers among you will take a different view, naturally. But our sort is perfectly fed up with these lifetime sonnies and princesses. And I am getting allergic to all the Tommys and Mellys advanced in years.

However. I work with a number of people. As a consultant I get around a lot. I am convinced that we would have to talk much less about stress problems, trouble spots, lack of time symptoms if people screwed up their courage and stepped out into the world of adult behaviour.

Let me add from the bottom of my heart: what we can find there is worth all our courage.

Matured wishes,

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Auf eigenen BeinenOn your own two feet

Marc Aurel, Römischer Kaiser (161 – 180)

„Tue nichts mit Widerwillen, nichts ohne Rücksicht aufs Gemeinwohl, nicht ohne Prüfung, nichts im Gezerre der Leidenschaften. Schmücke deine Gedanken nicht mit schönen Redensarten; sei nicht geschwätzig, noch auch vielgeschäftig. (…) Eines aber lass dir gesagt sein: Sei heiter und nicht bedürftig der Dienste, die von außen kommen, auch nicht bedürftig des Friedens, welchen andere gewähren. Aufrecht also musst du stehen, ohne aufrecht gehalten zu werden.“

Pusteblume, Mischtechnik auf Leinwand, 50 x 120
Pusteblume, Mischtechnik auf Leinwand, 50 x 120, ad

Verwurzelte Grüße
adMarc Aurel, Roman Emperor (161 – 180)

‘Do not do anything unwillingly, anything without considering the public interest, anything without close examination, anything while torn by passion. Do not adorn your thoughts with vain or pleasant phrases; do not be garrulous or bustling. (…) But take this to heart: Be serene and not in need of either the service or the peace offered by others. So, you have to be upright without being held in an upright position.

Pusteblume, Mischtechnik auf Leinwand, 50 x 120

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Firmly rooted yours,
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Von der Schönheit des UnaufgeregtenOn the Beauty of Unexcitedness

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Seneca (4 v. Chr. – 65 v. Chr.), römischer Philosoph und Stoiker

„Was du sehnlichst wünschst, ist aber etwas Großes und Vollkommenes, etwas Gottähnliches: sich nicht erschüttern zu lassen.(…) Ich nenne diesen Zustand Gelassenheit. (…) Wir stellen uns also die Frage, wie die Seele sich immer in einer gleichmäßigen und glücklichen Bewegung befinden, mit sich in bestem Einvernehmen sein und ihr Tun mit Freude betrachten kann und diese Freude nicht unterbricht, sondern immer in einem ruhigen Zustand verharrt, weder euphorisch noch deprimiert: Das wird Gelassenheit sein.“

Wenn ich von „Innerer Stabilität“ spreche – und im Seminar zum Thema mache – dann ist genau diese Unerschütterlichkeit das Ziel. Im Bemühen um ein wenig mehr Standfestigkeit, ein Quentchen mehr emotionale Belastbarkeit, ein bisschen mehr Vernunft, wenigstens einen Hauch von Impulssteuerung, könnten Entspannung, Gelassenheit, gesunde Organe, gute Laune und wunderbare Stressresistenz unsere Belohnung sein.

Es muss ja nicht wie bei Seneca von „immer“ die Rede sein. Aber das Unechauffierte im Handlungsrepertoire zu haben und bei Bedarf den entsprechenden Modus aktivieren zu können, wäre doch ein dankenswerter Zustand, meinen Sie nicht?

Es ist schade, dass besonders in Krisenmomenten Emotion in der Regel besser da steht als Sachlichkeit. Emotion ist immer ganz toll, Sachlichkeit, Nüchternheit, Vernunft ist leblos, kalt, ja Desinteresse. Wir erreichen zwar außer Drama, Drama, Drama nichts mit all der aufgeschäumten Emotionalität (jedenfalls nichts, was einer konstruktiven Lösung behilflich sein könnte), aber man ist jedenfalls keiner von der gefühlskalten Sorte. Besonders von Frauen höre ich oft: ich bin eben so emotional. Gut. Und was weiter? Freischein? Kindergarten life? Nicht das die Herren den Kindergarten nicht auch drauf hätten. Sicher, Drama, Drama, Drama kann einen Selbstzweck im Flechtwerk der Persönlichkeit haben. Doch das macht es nicht besser.

Wenn mehr Gelassenheit wirklich unser Ziel ist, wenn wir souveränes Verhalten wirklich schätzen und der Überzeugung sind, dass Souveränität den Menschen adelt, wenn wir Slow Life als eine erstrebenswerte Haltung annehmen und verinnerlichen wollen, dann braucht es eine ausgeruhte Balance zwischen Emotion und Verstand. Und das Fundament dafür ist die Beherrschung des Unaufgeregten.

Zuversichtliche Grüße
adP1050945

Seneca (4 BC – 65 AD), a Roman Stoic philosopher:

‘But what you yearn for is something great and supreme and very similar to being a god: to be unshaken. (…) I call this state imperturbability. (…) Hence, we ask ourselves how the soul can constantly be in an even and serene movement, on friendly terms with itself and observe its doing with joy – a joy which it does not disturb, remaining in this still state, neither euphoric nor depressed: This is imperturbability.’

It is this state of being unshakeable I have in mind when I talk about ‘inner stability’ and make it a topic in my seminars. If we endeavour after a little more steadiness, a tiny bit of emotional strength, some more reason, at least a touch of impulse control, then we can be rewarded by a feeling of relaxation, imperturbability, by healthy organs, a good mood and a wonderful resistance against stress.

This state does not have to be there ‘constantly’ as Seneca puts it. But to keep some unexcitedness in our sleeve and to be able to activate it in case of need would be a commendable state, wouldn’t it?

It is a deplorable fact that, particularly in a crisis, emotions usually rank higher than matter-of-factness. Being emotional is always great; matter-of-factness, dispassion, reason is lifeless, is cold, displays indifference. All this seething emotionality will lead to nothing but drama, drama, drama – at least to nothing which might help us to find a constructive solution to the problem. But at any rate, you will not be one of the emotionally cold guys. I often hear women say: ‘I’m just emotional. There’s nothing I can do.’ So what? Carte blanche? Nursery school live? I am not saying that men do not play this game. Sure – drama, drama, drama can become an end in itself in the wickerwork of personality. This, however, does not make it any better.

If we seriously aim at developing more imperturbability, if we truly appreciate self-confident behaviour and are convinced that self-confidence ennobles a person, if we want to accept slow life as a desirable attitude and integrate it into our lives – then we will need to develop a relaxed balance between emotion and reason. And the foundation is to master unexcitedness.

Optimistic wishes,
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Erfolg

wonderful life, Mischtechnik, Kupfer, Bronze auf Leinwand, 2008, 120 x 100

Wonderful life, Mischtechnik mit Bronze auf Leinwand, 120 x 100, ad

Ralph Waldo Emerson – mein Bruder im Geiste -:

„Oft lachen und lieben. Den Respekt intelligenter Menschen gewinnen und die Liebe von Kindern. Von anerkannten Kritikern anerkannt werden. Dankbar sein für die Schönheit. Sich selbst verschenken. Die Welt ein bisschen besser zurücklassen, sei es durch ein fröhliches Kind, ein kleines Stück Garten oder die grandiose Lösung einer großen Not. Mit Begeisterung gespielt und gesungen haben. Zu wissen: Es gab wenigstens einen einzigen Menschen auf dieser Welt, der leichter atmen konnte, nur weil Du gelebt hast.“

Das ist die beste Beschreibung von Erfolg, die ich kenne. Vielleicht sind ein paar Prisen für die Gestaltung unseres neuen Jahres dabei. Oder für ein aufgefrischtes Denken. Oder für ein Lächeln. Über das Lächeln würde ich mich freuen. Sehr sogar.

Wache Grüße
ad

Gedanken zum Dadaismus

Wie angekündigt, hier noch ein paar Gedanken zu Kurt Schwitters und zum Dadaismus.

Kurt Schwitters (1887 – 1948) Lektüre fiel mir eher zufällig in die Hände. Dadaismus – ich wusste nicht viel darüber. Ich habe ein bisschen nachgeblättert und fand folgendes. Dadaismus mag auf den ersten Blick wie freudvoller Blödsinn wirken. Ich möchte auch nicht in Abrede stellen, dass die Beteiligten ihren Spaß hatten. Schaut man sich allerdings Weiterlesen

Der Charme des Unperfekten

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Wir können Fernsehen – gestochen scharf. Analysieren – ebenfalls gestochen scharf. Wir erzielen punktgenaue Ergebnisse, und zwar auf die Minute genau. Man kann uns aus dem All heraus hinter unserem Fliederbusch entdecken und hinter jedem Buchstaben eine Verschwörung. Perfektion in Reinkultur. Geht Ihnen das zwischendurch nicht auch glaublich auf die Nerven?

Auch deshalb liebe ich meine Sammlung der Unperfekten. Ein fröhliches Ist-mir-doch-egal winkt mir entgegen oder ein verblüfftes Sieht-das-nicht-toll-aus?

Einer Atempause gleich kann ich sie betrachten. Nicht denken. Nur betrachten und fühlen. Betupft. So fühle ich mich. Liebevoll betupft.
Farben, Formen, Fluss.
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Etwas Poetisches strahlt mir entgegen. Und wundersamerweise etwas sehr Feines.
Perfektion ist ohnehin – wir wissen es längst – eine Illusion. Trotz wachsender Informationsmengen wird es auf dieser Welt unübersichtlicher und unverständlicher. Und als Malerin abstrakter Bilder (www.kunst.angela-detmers.de) habe ich mehr als einmal die Frage gestellt bekommen: Und was soll das sein? Bedeuten? Darstellen? Also gut, das da sieht aus wie eine Katze und das da könnte als Stuhl, Schuppenflechte, was auch immer durchgehen……
Es gibt so viele Menschen, die scheinbar das bloße Eindimensionale nicht aushalten. Einfach Fläche. Irgendwie eingefärbte Fläche. Lässt Dich das Ergebnis beim Betrachten lächeln? Reicht das nicht? Ist das nicht wunderbar? Darf nichts einfach nur sein? Muss alles hinterfragt werden und bedeutungsschwanger daherkommen? Können wir das Leben nicht einfach mal in Ruhe lassen?

Genüsslich oberflächliche Grüße
ad