Slow Life……..wie fängt man einen Hasen?

Wir alle sind verdonnert zu Erfolg. Es gibt kein Entkommen. Wir können nicht mal mehr Zähneputzen, ohne dass die Zahncreme einen erfolgreichen Reinigungsprozess verspricht. Wir lernen, leben, lieben erfolgreich. Ja, ich kann sogar im Lachen erfolgreicher werden, wenn ich nur den richtigen Kurs besuche. Erfolg ist der neue Sauerstoff. Egal, ob ich vorwärtskommen möchte oder einfach faul sein – wenn schon, dann erfolgreich!  Es ist wie beim Hasen und dem Igel – das Etikett erfolgreich ist immer schon da und reckt triumphierend und diktatorisch sein Transparent….. Dabei ist der Erfolg ein Chamäleon, ein glitschiger Fisch, eine Hybris, eine Halsschlinge, eine Droge….. Sogar in die Slow Life Bewegung ist der Erfolg schon eingeschmuggelt worden.
Mir ist Erfolg in höchstem Maße lästig. Wie ein Fangnetz über der Gemeinde. Ich will nicht erfolgreich sein. Ich will einfach nur sein. Schlicht und ergreifend.
Ja, sapperlot, da ist der Hase doch schon wieder vor mir da………..

Nasse Pfingsmontagsgrüße
ad

Slow Life……Gibt es unter den Tieren Linkshänder?

Gibt es unter den Tieren Linkshänder? Gibt es überhaupt Rechtshänder oder besser Rechtspfötler? Wenn zum Beispiel eine Katze Linkspfötler wäre und sich zur Balgerei aufstellt – ist sie dann im Vorteil? Ein Überraschungssieg sozusagen? Wie bei den Tennisspielern? Da soll ein Linkshänder allein durch diese Tatsache oft dem Sieg näher sein. Oder beim Fußball. Wenn da einer der Herren sein linkes statt seines rechten Beines wirkungsvoll nach vorn bringt, sollen die anderen das Nachsehen haben. Spielt das alles eine Rolle?

snoopy 2

Snoopy 3

Aus PEANUTS – Das Leben ist voller Möglichkeiten

So ist es.

Freudvolle Grüße
ad

 

Slow Life…….nicht nur für Burnout-Bedrohte

Slow Life hat sicher die größte Anziehungskraft auf Menschen, die sich im Stress fühlen. Doch es muss nicht erst der Burnout drohend am Horizont auftauchen. Viele Menschen fühlen sich schlicht von der Haltung eingenommen, die den Kern von Slow Life ausmacht. (siehe vorigen Beitrag) Dieser ganz bestimmte, wohlwollende Blick auf das Leben und uns selbst. Und es geht ihnen das Herz auf, wenn Sie sich vorstellen, auf welche Art und Weise der Slow Life-Gedanke bereichernd auf ihr Leben einwirken könnte, oder es vielleicht schon tut.

Stellen Sie sich vor, Sie sind allein zu Hause. Sie haben den Stress erfolgreich im Büro gelassen (möglicherweise), Ruhe kehrt ein. Vielleicht schenken Sie sich ein Glas von Ihrem Lieblingsgetränk ein, vielleicht mögen Sie Musik hören (es geht auch wunderbar ohne), Sie nehmen in Ihrem Lieblingssessel Platz und dann: ahhh, ankommen,
a u s a t m e n und dabei ordentlich körperlich breitmachen, Raum einnehmen,
l o s l a s s e n . Erdung, Gewicht(-ung). Die Hast, die Flüchtigkeit(kommt von Flucht!) des Tages wird aufgegeben, bleiben spielt jetzt die entscheidende Rolle. Bewusst da sein und die (mögliche) Stille, die Gerüche, die Umgebung, den Blick aus dem Fenster wach oder anders ausgedrückt achtsam mitbekommen. Zwischendurch geschlossene Augen. Nur die Dinge (oder Menschen) erhalten ihren Platz, die ihrem momentanen Bedürfnis und ihrer Vorstellung von Qualität entsprechen, sie tun sich etwas Gutes. Einfach. Gar. nichts. tun. (Könnte etwas Gutes sein. Zum Beispiel.)

Die Zeit tropft dahin und niemand schenkt ihr Beachtung. Sie sind der König, die Königin Ihrer Zeit. Sie allein herrschen friedlich, freudvoll und gelassen über diese Stunde(n) des Jetzt.
Ihr Atem wird ganz von allein tiefer, was den Entspannungszustand wunderbar rundet. Ein Gefühl von Wärme und Behaglichkeit stellt sich ein, Ihre Sensoren sind putzmunter und melden Glücksgefühle.
Das muss man wollen! Das muss man mögen! Und genießen können!

Und das ist der springende Punkt: Solch eine Ruhe, so eine Reinheit oder so ein Einverständnis mit sich selbst und der geschaffenen Situation kann nur der erreichen, der mit sich selbst Freund zu sein vermag. Wenn ich mich mit mir selbst wohlfühle, mich (wenigstens im Großen und Ganzen) gut leiden kann, dann wird diese tiefe Form von Entspannung möglich, dieses Einvernehmen mit mir, meinen Bedürfnissen, meinen Vorstellungen, meinem Leben. Mit uns selbst im Reinen.

Dann wird der nötige innere Abstand fühlbar, der nur entstehen kann, wenn wir Vertrauen in andere Menschen und Situationen entwickelt haben und den wir brauchen, um innerlich wirklich loslassen zu können. Der Abstand zu den anderen bringt mich selbst näher zu mir. Darum geht es. Im Kontakt mit uns selbst zu sein. Uns selbst zu spüren. Mit Abstand auf das schauen zu können, was passiert – ohne aus dem Gleichgewicht zu geraten. Das genau ist eine Slow-Life-Haltung, die ein Ausatmen möglich macht, an dessen Ende ein wahrhaft entspanntes Lächeln blitzt……..

Liebevolle Grüße

adSlow Life hat sicher die größte Anziehungskraft auf Menschen, die sich im Stress fühlen. Doch es muss nicht erst der Burnout drohend am Horizont auftauchen. Viele Menschen fühlen sich schlicht von der Haltung eingenommen, die den Kern von Slow Life ausmacht. (siehe vorigen Beitrag) Dieser ganz bestimmte, wohlwollende Blick auf das Leben und uns selbst. Und es geht ihnen das Herz auf, wenn Sie sich vorstellen, auf welche Art und Weise der Slow Life-Gedanke bereichernd auf ihr Leben einwirken könnte, oder es vielleicht schon tut.

Stellen Sie sich vor, Sie sind allein zu Hause. Sie haben den Stress erfolgreich im Büro gelassen (möglicherweise), Ruhe kehrt ein. Vielleicht schenken Sie sich ein Glas von Ihrem Lieblingsgetränk ein, vielleicht mögen Sie Musik hören (es geht auch wunderbar ohne), Sie nehmen in Ihrem Lieblingssessel Platz und dann: ahhh, ankommen,
a u s a t m e n und dabei ordentlich körperlich breitmachen, Raum einnehmen,
l o s l a s s e n . Erdung, Gewicht(-ung). Die Hast, die Flüchtigkeit(kommt von Flucht!) des Tages wird aufgegeben, bleiben spielt jetzt die entscheidende Rolle. Bewusst da sein und die (mögliche) Stille, die Gerüche, die Umgebung, den Blick aus dem Fenster wach oder anders ausgedrückt achtsam mitbekommen. Zwischendurch geschlossene Augen. Nur die Dinge (oder Menschen) erhalten ihren Platz, die ihrem momentanen Bedürfnis und ihrer Vorstellung von Qualität entsprechen, sie tun sich etwas Gutes. Einfach. Gar. nichts. tun. (Könnte etwas Gutes sein. Zum Beispiel.)

Die Zeit tropft dahin und niemand schenkt ihr Beachtung. Sie sind der König, die Königin Ihrer Zeit. Sie allein herrschen friedlich, freudvoll und gelassen über diese Stunde(n) des Jetzt.
Ihr Atem wird ganz von allein tiefer, was den Entspannungszustand wunderbar rundet. Ein Gefühl von Wärme und Behaglichkeit stellt sich ein, Ihre Sensoren sind putzmunter und melden Glücksgefühle.
Das muss man wollen! Das muss man mögen! Und genießen können!

Und das ist der springende Punkt: Solch eine Ruhe, so eine Reinheit oder so ein Einverständnis mit sich selbst und der geschaffenen Situation kann nur der erreichen, der mit sich selbst Freund zu sein vermag. Wenn ich mich mit mir selbst wohlfühle, mich (wenigstens im Großen und Ganzen) gut leiden kann, dann wird diese tiefe Form von Entspannung möglich, dieses Einvernehmen mit mir, meinen Bedürfnissen, meinen Vorstellungen, meinem Leben. Mit uns selbst im Reinen.

Dann wird der nötige innere Abstand fühlbar, der nur entstehen kann, wenn wir Vertrauen in andere Menschen und Situationen entwickelt haben und den wir brauchen, um innerlich wirklich loslassen zu können. Der Abstand zu den anderen bringt mich selbst näher zu mir. Darum geht es. Im Kontakt mit uns selbst zu sein. Uns selbst zu spüren. Mit Abstand auf das schauen zu können, was passiert – ohne aus dem Gleichgewicht zu geraten. Das genau ist eine Slow-Life-Haltung, die ein Ausatmen möglich macht, an dessen Ende ein wahrhaft entspanntes Lächeln blitzt……..

Liebevolle Grüße

ad

 

Slow Life….. viel mehr als nur langsam

Jeder findet seinen eigenen Zugang zum Thema Slow Life. Oder auch nicht. Oft steht am Anfang das deutliche Gefühl, nicht mehr hinterherzukommen – egal ob es um Wissen, die Auswirkungen der Arbeitsverdichtung oder um den Wohlfühlfaktor geht. Ein diffuses Bild von Ausgeschlossen sein entsteht – im Sinne von nicht mehr mitkommen. Die anderen, die Welt, ich selbst drohe im Sog von Effizienz und Effektivität, von Informationsflut und Taktungsdrill nicht nur die Orientierung im Außen, sondern auch in mir selbst zu verlieren.
Manchmal nehmen Menschen diesen Sog – und das damit verbundene persönliche Lebenstempo – wahr und versuchen, anzuhalten. Nicht gleich auszusteigen. Aber anzuhalten. Gut. Vielleicht liegt es an mir? Ich brauche Yoga. Schon mal prima. Gegen die Zeichen der Zeit zu schwimmen macht eh keinen Sinn. Also: wie lerne ich noch besser die Zähne zusammenzubeißen? OK, immerhin schon Yoga und Zähnezusammenbeißen. Weniger empfindlich sein. Mehr Akzeptanz. Besser dies und noch mehr das.
Klingt nach eine Gebrauchsanweisung zum Überleben.
Vielleicht geht es darum? Die anderen erschaffen das Produkt, und ich bin bloß zu blöd, es richtig zu benutzen?
Jetzt halten wir mal an. Keine Selbstbeschimpfung! Und dennoch bleibt die Frage, ob nicht auch Slow Life nur einem mentalen Pflaster gleichkommt. Wir könnten hier ein wenig doktern und dort ein bißchen wellnessen und aus 10 Terminen könnten 6 werden. Geht doch. Mit dieser Art von Lösung sind wir allerdings Lichtjahre von Slow Life entfernt – das in seinem Kern nichts anderes als eine Haltung beschreibt. Das entsprechende Ver-halten folgt später. Zunächst: Haltung. Eine Haltung einzunehmen und diese mit Leben zu füllen,  ist für mich gleichgesetzt mit dem Durchdringen von Denken, Meinung und Tun. Durchdrungen sein von einer Überzeugung. Meiner Überzeugung.
Beispiel: Ich bin mir sicher, dass es mir, meiner Familie, meiner Umwelt und meiner Arbeit besser geht, wenn ich einen Lebensstil an den Tag lege, der von Bewusstheit, Respekt, Muße und Abstand getragen wird. Das ist meine Überzeugung. Und in beinah meinem ganzen Leben findet meine Überzeugung Raum. Ich gewähre ihr Raum. Und irgendwann wird diese Überzeugung zu meiner inneren Haltung. Mit allem drum und dran. Und ich fühle mich wohl. Belastbar. In Balance. Ich werde großzügiger (und damit geduldiger) den Dingen, den Menschen und mir selbst gegenüber. Gutes Gefühl! Ich begebe mich weg von (…) und gehe hin zu mir. Und bleibe dort. Ich genieße das. Und das Leben empfinde ich als deutlich leichter. Ich empfinde es als leichter.

Der Schlüssel liegt wie so oft in der Übernahme der eigenen Verantwortung. Dieser Satz wurde – ich bin mir sicher!!! – schon eine Million mal geschrieben. In jedem, in JEDEM Buch, das Glück, Erfolg, Gesundheit oder was auch immer verspricht, ist er irgendwo zu finden. Kommt ja auch niemand dran vorbei. Warum sollte man einen dritten Arm propagieren, wenn wir nun mal keine drei haben? (Was nicht ist, kann allerdings noch werden, meinen Sie nicht?)

Gut. Wenn also an der Übernahme von eigener Verantwortung niemand vorbeikommt – zumindest wenn er seine eigene Lebensqualität verbessern will -, dann steht zu Beginn eine Entscheidung. Der Brückenschlag zwischen Wollen und Tun ist nichts anderes als diese Entscheidung. Ich will diesen Anspruch AN mich (!) haben. Ich will innehalten. Ich will. Ich allein treffe diese Entscheidung. Und diese Entscheidung ist mein Kompass. Niemand steht zwischen mir und meiner ureigenen Entscheidung.
Kritisch wird es, wenn ich der Meinung bin, ich könne keine eigene Entscheidung treffen. Beispiel: Wenn ich beschließe, mich über dies oder das nicht mehr zu ärgern, kann ich das gänzlich allein entscheiden und entsprechend ausführen. Im Wege steht jedoch oft das Bild, dass Ärger einem vor die Füße fällt – ggf. vom Himmel – und dass sich dann jeder ärgern m u s s. Wie Grippeviren. Kannst nix gegen machen. Durch Ärger muss man durch. Gehört zum Leben.
Ich rede nicht vom einmal-Ärger. Eher von der Sicht auf das Leben, welche von irgendwie-Dauerärger-durchzogen geprägt zu sein scheint.
Anders ausgedrückt hat der Grad an Bewusstheit bereits bemerkenswerte Formen angenommen, wenn ich wirklich bereit bin, eigene Entscheidungen zu treffen und diese auszuhalten, zu verteidigen und manchmal – hoffentlich – im Ergebnis zu genießen.

Eine bewusste Haltung herauszubilden ist auf das Engste mit der eigenen Entscheidungsfähigkeit verwoben. Je länger man sich mit Slow Life auseinandersetzt desto deutlicher kristallisiert sich heraus, dass es genau diese innere Haltung ist, auf die es letztlich hinausläuft. Erst mit ihr wird eine durchdachte und erprobte Form von Lebensqualität im eigenen Leben so passgenau wie möglich verankert werden können. Im Ergebnis sehr beglückend…….

Angenehme Grüße
ad

 

 

Slow Life…… Jetzt bloß nicht hetzen lassen

Slow Life........    Nur nicht hetzen lassen

Ich erinnere mich nicht mehr, aus welcher Zeitung dieser Ausschnitt stammt. Doch an das Vergnügen über die bemerkenswerten Begriffe „Entschleunigungsbeschleunigung“ und „ereignisgesättigtes“ Jahr schon……..

Maigrüne Grüße

Slow Life…….. und das gemäßigte Lebenstempo

Schnell essen, schnell urteilen, schnell Auto fahren, schnell antworten, schnell verschwinden, schnell gehen, schnell schnell einkaufen, schnell beleidigt sein, eben mal kurz zur Besinnung kommen………
Spruch auf einer Postkarte des Zeitvereins:
Lebe schneller, dann bist Du eher fertig!

Das Herzstück von Slow Life ist ein gemäßigtes Lebenstempo. Es ist gewissermaßen der Humus, aus dem ein wahrer Blütenteppich an Veränderungschancen erwächst. Auf dem Fuße der Verlangsamung folgt zunächst die Bewusstheit, die den Kontakt zu sich selbst (wieder) ermöglicht. Eine Form von Erdung stellt sich ein. Fester Boden unter den Füssen. Mit einer solchen Erdung kommt man zu den Sternen, ohne abzustürzen. Dafür müssen wir wach sein. Hellwach. Das ist ja das Dilemma, dass wir vor lauter Geschwindigkeit nur noch auf Autopilot durchs Leben schlingern.
Hast Du die Blume gesehen? Welche Blume? Na, die da. Direkt vor Deinem Fenster. (Jetzt Achtung, Weggabelung!) Hat ja nicht jeder soviel Zeit wie Du, sich die Nase an der Scheibe platt zu drücken…..(Ach schade, für den unentspannten Weg entschieden)Das nebenbei.

Mit sich in Kontakt sein ist für viele Menschen ein Fremdwort. Hä? Was? Wieso Kontakt? Vielleicht ist der Begriff irreführend. Kontakt klingt zunächst mehr nach Außen als nach Innen. Gemeint ist das Sich-selbst-im-Innern-spüren. Mitzubekommen, was sich in uns tut. Auf uns achten. Und zwar feinfühlig. Dazu brauche ich Raum bzw.Zeit.
Soll ich jetzt mit dem Gefühlsdetekor losrennen (O-Ton, Führungskraft) Da ließ sich der innere Widerstand leicht heraushören, oder? Niemand sollte unterschätzen, was für ein Kraftaufwand notwendig wird, um von  gewohnheismäßigem Autopilot auf mehr Feinfühligkeit für die eigenen Bedürfnisse und Gegebenheiten umzuschalten. Es sind in der Regel Ängste zu überwinden. Andere Blickwinkel und neue Zusammenhänge werden sichtbar und müssen u. U. erstmal verdaut werden. Das braucht einmal mehr Zeit – und eine innere Erlaubnis zur Selbstfürsorge. (Davon an anderer Stelle mehr).
Innehalten ist ein aktiver Akt. Ich entscheide mich für LANGSAM und nehme Abschied von schnell. Die Folgen sind grundlegend. Wir halten den Zustand von (noch) nicht wissen aus, was bedeutet: kein Aktionismus. Der Reifegrad von Überlegungen verbessert sich zusehends, die Haltbarkeitsdauer von Entscheidungen steigt exorbitant, weil sich genug Zeit für die notwendige gedankliche Tiefe genommen wurde. Das Sich-Zurücknehmen und einfach mal die Schnüß (norddeutsch für „Klappe“ oder ähnlich) halten wird möglich. Daraus kann Raum für Stille entstehen. (Damit das berühmte Stille Örtchen nicht dauerhaft der einzige Ort wird, wo man irgendwie ein bißchen Frieden und Ruhe finden kann, oder?)

Slow LIfe mündet in einer bewussten Haltung und nimmt Einfluß auf unsere Lebensqualtität.(auch dazu an anderer Stelle mehr)

Nicht nur deshalb: gemach, gemach.
Über Oscar Wilde sagt man (und man möge zu ihm stehen, wie man wolle):
Niemand hätte ihn je laufen sehen. (Im Sinne von rennen, Anm.)
Können Sie sich das vorstellen? Mich hat das beim ersten Lesen sofort elektrisiert – und tut es noch. Kein schnell, schnell. Kein Gerenne und Geschnaufe und Gehetze. Statt dessen: würdevolles Gehen. Mit Stil. Und gänzlich entspannt. Auch so entsteht Eleganz. Ich gestehe, ich übe das. Und zwar mit Ampeln. Ich sichte sie – und ganz bewusst behalte ich mein Tempo bei. Ich lasse mich nicht treiben. Ich schaffe die Grünphase nicht mehr? Egal. Ich GENIEßE es. Wirklich. Bewusst langsam zu gehen oder nur in meinem normalen Tempo und mich nicht unter Druck setzen zu lassen (von Ampeln!!), das fühlt sich wunderbar an. Ich renne inzwischen entschieden weniger. Seit mir bewusst geworden ist, von was ich mich alles so vorwärts schubsen lasse, kann ich loslassen. Nicht alles, doch vieles. Und ich bin noch nicht am Ende meines Langsam-Langsam-Projektes…..  zum Beispiel…….

Menschliche Grüße

ad

Slow Life…. Männergesundheitsbericht 2013

Ganz so leicht, wie es Mark Twain so trockern formulierte und damit durchaus auf den Punkt brachte (siehe gestrigen Beitrag), ist das Leben für den ein oder anderen dann doch nicht. Insbesondere wenn Verluste nicht mehr gespürt werden.
Wir können dem Männergesundheitsbericht 2013 (dpa-Meldung, 24.05.13) entnehmen, dass bei Männern viele psychische Störungen unzureichend diagnostiziert und behandelt werden. Die Forscher schreiben, dass männerspezifische Störungen in weiten Teilen der Medizin und des öffentlichen Bewusstseins bisher kaum beachtet seien. Im Ergebnis habe das dazu geführt, dass die Selbstmordrate bei Männern in den letzten Jahren erkennbar gestiegen sei. Als zentrale Ursachen werden höhere Belastungen im Beruf und eine wachsende Gefahr des sozialen Abstiegs genannt.

Das alles entspricht meinen Erfahrungen: Viele Männer arbeiten viel und hart – überall, doch in starkem Maße in Führungspositionen, Selbständige und Freiberufler. Sie Opfern eine Menge: Lebenszeit, Gesundheit und zwischenmenschliche Wärme. Zum Beispiel für den Erhalt der sozialen Position (siehe oben), womit die Angst vor Abstieg vorprogrammiert ist. Die Spirale hat begonnen………

Wann also soll nachgedacht werden über Sinn und Unsinn, über Lebensqualität – die sich ruck-zuck durch erstklassige Restaurants, einem teuren Auto, dem entsprechenden Haus, der reizenden Gattin (gern in Prada + Co) oder einfach nur durch wichtig-wichtig demonstrieren lässt? Genau das sind die Faktoren, die das Innehalten so erschweren. Ja, wir haben selbstverständlich unsere Verantwortung an der Ausgestaltung unserer Umwelt. Status fällt im Regelfall nicht vom Himmel, man muss ihn sich erARBEITEN.
Also – los geht’s. Alle freuen sich: vielleicht schon angefangen bei den Eltern, den Partnern, den Kindern, den Freunden. Und man selbst natürlich auch: ich könnte mir gut vorstellen, auch wir würden zunächst mit Stolz auf das Erreichte schauen. Ob es zum Genießen reicht, da kommen mir schon die Zweifel.
Männern in solchen (Lebens-) Situationen wünsche ich oft Partnerinnen oder Ehefrauen, die deutlich machen, dass Geld wirklich nett sein kann, aber längst nicht so wichtig ist, wie ein gesunder, entspannter und lebendiger Gatte.
Deshalb habe ich mich sehr über einen Beitrag in der ZEIT vom 20.01.11 gefreut. Dort fand sich ein Interview mit Herrn Ekkehard Schulz, 69, der zu der Zeit als Chef von ThyssenKrupp abtrat. Ich kenne Herrn Schulz nicht. Zu ThyssenKrupp steht jeder, wie er will. Aber es gab Bemerkenswertes im Interview zu lesen. Nicht nur die Geschichte, wie Herr Schulz nach einer Netzhautablösung mitten in der Aufsichtsratssitzung noch in derselben Nacht operiert wurde – und zwei Tage später an der Hauptversammlung teil nahm.
Nein, vielmehr diese Art von Frage: Was sind Sie für ein Mensch?  Die Antwort: „……Und ich war mein Leben lang unabhängig. Ich habe mal einen schönen Satz gelesen, der stammt von Perikles „“Das Geheimnis von Freiheit ist der Mut.““ Das trifft es ganz gut“.
Noch eine schöne Frage: „Da wir über Ihr Managerleben reden – haben Sie nur gemanagt oder auch gelebt?“ Auf den Punkt gebracht, lautete seine Antwort: Bevor ich im Vorstand war, war es ein gutes Leben. „Das war die schönste Zeit…..Danach hat die Lebensqualität deutlich abgenommen. Das höre ich auch von meiner Frau und meinen Kindern“.
Journalist: „Trotzdem haben Sie immer weiter gemacht. Wie passt das zur Freiheit und zu Perikles?“
Und jetzt kommt ein echter Knaller:

„Ich habe schon früh meiner Frau gesagt: „Es kann durchaus sein, dass ich mal nicht mehr Vorstand bin, weil ich zu oft Leuten sage, was  ich denke und dann auch tue. Manche vertragen das, manche vertragen das nicht. Also, lass uns so leben, dass wir nie Schulden machen und frei sind. Durchschnittlich intelligent und fleißig bin ich, also werde ich schon einen Job finden, um die Familien zu ernähren“. Das meine ich mit Freiheit: Ich habe mir die innere Unabhängigkeit bewahrt.“

Jawoll, es geht! Es kann funktionieren! Es ist möglich! Und all das hat nichts damit zu tun, das in entsprechenden Hierarchieebenen anders verdient wird. Das hat etwas mit der inneren Haltung zu tun. Mit Treue zu sich selbst.

Deshalb finde ich es gruselig, dass es Filme im deutschen Fernsehen gibt, die z. B. davon handeln, wie sich eine ganze Familie drei Wochen in eigenem Haus bzw. Keller versteckt, weil der angesagte Urlaub nach Ganz-weit-weg-und- ganz-doll-angesagt durch Spontan-Arbeitslosigkeit des sonst erfolgsgewöhnten Ehemannes ausfallen muss – und es die Verwandten und Nachbarn nicht mitbekommen sollen. Oder wie in der Werbung ein freundlicher, junger Mann viele Treppen hochsteigt, um der Liebsten die Frühstücksbrötchen zu bringen – sie die Tür öffnet, sich nur die Butter schnappt – und ihm die Tür vor der Nase zuschlägt. Sowohl in Film als auch Fernsehen gibt es vielerlei weitere Beispiele (erinnern sie sich an die Chips-Werbung? Die Koffer und die Tüte nur für mich?) und das sagt etwas aus. Gerade die Werber überlegen sich akribisch genau, womit sie Zielgruppen gegenübertreten – was also sagt es über die Zielgruppe?
Ich habe mich auch gefragt, ob es mir in all diesen Fällen vielleicht an Humor mangelt. So was kommt ja vor. Aber nein, ich denke, ich bin eher schockiert. Denn die Werber (und manchmal auch die Filmemacher) sind am Puls der Zeit. Ihre Clips sind Spiegel, wir sollen uns wiedererkennen.
Aha.
Ja, dann.
Die armen Männer…….

Nachdenkliche Grüße