Von Ecken und Kanten

Ist Ihnen Gabriele d‘Annunzio, Principe di Montenevoso, bekannt? Ich bin erst kürzlich über seinen Namen, seine Person, sein Leben gestolpert – und habe mit Interesse sein „Häuschen“ in der Nähe des Gardasees besucht. Oh, in der Tat – sehenswert.

Gabriele d’Annunzio war Sohn reicher Bauern, Schriftsteller, Kriegsheld,  Mussolini-Freund, Politiker,  Schuldner, entfesselter Bauherr, Kunstsammler sowie  Liebhaber und glühender Verehrer der Eleonora Duse und anderen Größen jener Zeit (1863 – 1938). Er gilt vor allem als egomanischer Schöngeist, der die narzisstische Selbstbespiegelungskunst vollendet beherrscht haben soll, schillernd und unberechenbar.

Er scheint ein Mensch voller Widersprüche und Exzesse gewesen zu sein, dem Luxus und seiner Sammelleidenschaft verfallen, durch die Gattin finanziert und toleriert, ein Weiterlesen

Von Augenblick…..

Wichtig ist nur dieser eine Augenblick in Bewegung.
Den Augenblick wichtig machen, so daß er es wert ist, gelebt zu werden.
Ihn nicht unbemerkt und ungenutzt entschwinden lassen.“

Martha Graham, Tänzerin

Wertvolle Grüße
ad

Innehalten……(k)eine Kunst

P1020798Es gab Zeiten, in denen ich mich nicht entschließen konnte, die Blüte des Augenblicks irgendwelcher Arbeit des Kopfes oder der Hände zu opfern. Ich lasse gern einen breiten Rand an meinem Leben. An manchen Sommermorgen saß ich, nachdem ich mein gewohntes Bad genommen hatte, von Sonnenaufgang bis Mittag in Träumerei versunken, auf meiner sonnenbeschienenen Türschwelle zwischen Fichten, Walnußbäumen und Sumach in ungestörter Einsamkeit und Stille, während die Vögel ringsumher sangen oder leise durch das Haus flatterten, bis ich durch die an das westliche Fenster fallenden Sonnenstrahlen oder durch Wagengerassel auf der Landstrasse daran erinnert wurde, daß die Zeit vergeht. In solchen Stunden wuchs ich wie das Korn in der Nacht; sie waren viel besser, als irgendwelches Werk meiner Hände gewesen wäre. Es war keine meinem Leben abgezogene, sondern um soviel dreingegebene Zeit. Ich verwirklichte das, was die Orientalen Beschaulichkeit und Arbeitsenthaltsamkeit nennen. Meistens kümmerte ich mich nicht darum, wie die Stunden verflogen. Der Tag stieg empor, als ob er mein Werk beleuchten wollte. Es war Morgen, aber siehe, nun ist es Abend geworden, und nichts Berichtenswertes ward getan. Statt zu singen wie die Vögel, freue ich mich stillvergnügt meines dauernden Glückes. Wie der Sperling, der auf dem Nußbaum vor meiner Tür sitzt, seinen Triller, so hatte ich mein Lachen, mein innerliches Lied, das er aus meinem Neste erklingen hören konnte.“

Henry D. Thoreau, Walden

Ist dem wirklich noch etwas hinzuzufügen?

Dankbare Grüße
ad

Welch ein Geschenk

Rachel Regnen

Dieses Plakat hängt bei meiner Tochter im Flur.

Was machen Sie? Nichts. Ich lasse das Leben auf mich regnen.

Der Ausspruch ist von Rahel Varnhagen, einer Salonnière und Schriftstellerin (1771 – 1833) aus Berlin.

Ich liebe die Aussage, die Haltung, das Photo. Wenn irgendetwas für mich mit dem Slow-Life-Gedanken zu tun hat, dann dieses Statement.
So erfrischend. So ansteckend. Ich kann das Plakat nicht anschauen, ohne zu lächeln. Vielleicht geht es Ihnen ebenso?

Regenfrische Grüße aus dem Herbst
ad

Nachlese aus dem Zeitverein

Das waren wieder ereignisreiche Tage in Wagrain. Das Leitmotiv lautete diesmal:
Über – leben in der digitalen Welt.
Sehr interessant!
Wir tauschten uns aus über das Thema Langeweile, über Evolution und Internet, über Lagerfeuer-Kommunikation unserer Vorfahren und Twitter, über Glück und direkten menschlichen Kontakt, über elterliche Sorgen über die Technik-PC-affinen Sprößlinge…..und vieles mehr. Weiterlesen