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Zurück im neuen Jahr mit diesem schönen Überblick! Wir wünschen allen ein super schönes Jahr in (oder mit) der Hansestadt Lübeck

Lübeck, meine Heimatstadt. Wenn ich sie so aus der Luft betrachte, sieht sie wirklich schön aus. Manchmal auch von nahem. Meistens. Zwischendurch muss ich immer mal woanders wohnen. Dann kann ich sie wieder schätzen, die alte Dame.

Hat unglaublich viel Potenzial und tut sich dennoch oft schwer. Wir machen es ihr schwer. Der hanseatische Bürger als solches gehört nicht unbedingt zu den spontansten. Manchmal denke ich, auch nicht zu den dankbarsten. Wir machen uns für sie nicht schön, wir behandeln sie oft genug schlecht, wir sind ungeduldig mit ihr.

Schade. Ich gehöre dazu. Ich bin viel zu wenig stolz, fürchte ich. Die Politikerklasse unserer Stadt lässt mich vor Scham im Boden versinken. Das finde ich traurig. Also die Politikklasse, dass mit dem Boden nehme ich hin. Ich tue wenig dagegen. Vielleicht sollte ich mit dem schön machen beginnen? Jetzt, wo ich es sage, fällt mir auf: das macht Lübeck auch gerade. Es gibt sich Mühe, schöner zu werden. Vielleicht fällt es Ihnen nicht auf, wenn Sie unsere Stadt besuchen, aber mir fallen die wunderschön bepflanzten Verkehrsteller immer ins Auge. Sie sagen, dass ist zu wenig? Nun gemessen an dem, was ich für sie tue….

Leicht grübelige Grüße
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Lübeck, my home town. From the air it looks really beautiful, sometimes even at close range. Mostly, actually. At intervals I need to live somewhere else. Then I can appreciate her again, the Old Lady.

She has got an incredibly high potential but still has to struggle quite often. We give her a hard time. The Hanseatic citizen, I sometimes feel, cannot be counted among the most spontaneous people, neither among  the most grateful ones. We do not try to look our best for her. Quite often we treat her badly, are impatient with her.

What a pity. I belong to this type of people. There is far too little pride in me, I fear. The political class in our town makes me wish the earth would open up and swallow me. This is sad. The political class, I mean. I can live with the bit concerning the earth. I take little action. Maybe I should make a start and try to look my best for her? Mentioning this, it occurs to me that Lübeck is doing just this. She is making an effort to become prettier. You might not notice when you are a visitor to our town but the traffic roundabouts planted with wonderful flowers always catch my eyes. You say this is too little? Well, considering what I do for her…

Yours slightly brooding,
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Von der Schönheit des UnaufgeregtenOn the Beauty of Unexcitedness

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Seneca (4 v. Chr. – 65 v. Chr.), römischer Philosoph und Stoiker

„Was du sehnlichst wünschst, ist aber etwas Großes und Vollkommenes, etwas Gottähnliches: sich nicht erschüttern zu lassen.(…) Ich nenne diesen Zustand Gelassenheit. (…) Wir stellen uns also die Frage, wie die Seele sich immer in einer gleichmäßigen und glücklichen Bewegung befinden, mit sich in bestem Einvernehmen sein und ihr Tun mit Freude betrachten kann und diese Freude nicht unterbricht, sondern immer in einem ruhigen Zustand verharrt, weder euphorisch noch deprimiert: Das wird Gelassenheit sein.“

Wenn ich von „Innerer Stabilität“ spreche – und im Seminar zum Thema mache – dann ist genau diese Unerschütterlichkeit das Ziel. Im Bemühen um ein wenig mehr Standfestigkeit, ein Quentchen mehr emotionale Belastbarkeit, ein bisschen mehr Vernunft, wenigstens einen Hauch von Impulssteuerung, könnten Entspannung, Gelassenheit, gesunde Organe, gute Laune und wunderbare Stressresistenz unsere Belohnung sein.

Es muss ja nicht wie bei Seneca von „immer“ die Rede sein. Aber das Unechauffierte im Handlungsrepertoire zu haben und bei Bedarf den entsprechenden Modus aktivieren zu können, wäre doch ein dankenswerter Zustand, meinen Sie nicht?

Es ist schade, dass besonders in Krisenmomenten Emotion in der Regel besser da steht als Sachlichkeit. Emotion ist immer ganz toll, Sachlichkeit, Nüchternheit, Vernunft ist leblos, kalt, ja Desinteresse. Wir erreichen zwar außer Drama, Drama, Drama nichts mit all der aufgeschäumten Emotionalität (jedenfalls nichts, was einer konstruktiven Lösung behilflich sein könnte), aber man ist jedenfalls keiner von der gefühlskalten Sorte. Besonders von Frauen höre ich oft: ich bin eben so emotional. Gut. Und was weiter? Freischein? Kindergarten life? Nicht das die Herren den Kindergarten nicht auch drauf hätten. Sicher, Drama, Drama, Drama kann einen Selbstzweck im Flechtwerk der Persönlichkeit haben. Doch das macht es nicht besser.

Wenn mehr Gelassenheit wirklich unser Ziel ist, wenn wir souveränes Verhalten wirklich schätzen und der Überzeugung sind, dass Souveränität den Menschen adelt, wenn wir Slow Life als eine erstrebenswerte Haltung annehmen und verinnerlichen wollen, dann braucht es eine ausgeruhte Balance zwischen Emotion und Verstand. Und das Fundament dafür ist die Beherrschung des Unaufgeregten.

Zuversichtliche Grüße
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Seneca (4 BC – 65 AD), a Roman Stoic philosopher:

‘But what you yearn for is something great and supreme and very similar to being a god: to be unshaken. (…) I call this state imperturbability. (…) Hence, we ask ourselves how the soul can constantly be in an even and serene movement, on friendly terms with itself and observe its doing with joy – a joy which it does not disturb, remaining in this still state, neither euphoric nor depressed: This is imperturbability.’

It is this state of being unshakeable I have in mind when I talk about ‘inner stability’ and make it a topic in my seminars. If we endeavour after a little more steadiness, a tiny bit of emotional strength, some more reason, at least a touch of impulse control, then we can be rewarded by a feeling of relaxation, imperturbability, by healthy organs, a good mood and a wonderful resistance against stress.

This state does not have to be there ‘constantly’ as Seneca puts it. But to keep some unexcitedness in our sleeve and to be able to activate it in case of need would be a commendable state, wouldn’t it?

It is a deplorable fact that, particularly in a crisis, emotions usually rank higher than matter-of-factness. Being emotional is always great; matter-of-factness, dispassion, reason is lifeless, is cold, displays indifference. All this seething emotionality will lead to nothing but drama, drama, drama – at least to nothing which might help us to find a constructive solution to the problem. But at any rate, you will not be one of the emotionally cold guys. I often hear women say: ‘I’m just emotional. There’s nothing I can do.’ So what? Carte blanche? Nursery school live? I am not saying that men do not play this game. Sure – drama, drama, drama can become an end in itself in the wickerwork of personality. This, however, does not make it any better.

If we seriously aim at developing more imperturbability, if we truly appreciate self-confident behaviour and are convinced that self-confidence ennobles a person, if we want to accept slow life as a desirable attitude and integrate it into our lives – then we will need to develop a relaxed balance between emotion and reason. And the foundation is to master unexcitedness.

Optimistic wishes,
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It’s Teatime

Teatime

(It’s Teatime von Susannah Blake, Bassermann Verlag)

Sind Sie auch ein Freund oder eine Freundin der englischen Teestunde?
Ich liebe sie! Ich bin ohnehin ein norddeutsches Kuchenkind, mir macht man mit solcherart Köstlichkeiten immer eine Freude.

Und ich schätze es sehr, zu zelebrieren. Eine der Übersetzungen des Dudens zum Wort zelebrieren lautet: feierlich ehren.

Ich ehre das alles überaus feierlich. Wundervolles Geschirr, der liebevoll gedeckte Tisch, Stoffservietten mit verspielter Häkelkante, gepaart mit dem Duft von aromatischem Tee (Die Diät-Bemühten klappen jetzt besser die Ohren ein) und den Köstlichkeiten aus der Backstube. Die Augen streicheln die Scones, die Clotted Cream, die Erdbeermarmelade. Das Gurken-Sandwich, das Lachs-Canapes und hier und da noch eine feine, kleine Praline.
Dazu eine vollkommen hektikfreie Zeitzone. Die Musik perlt zart und leise, Behaglichkeit ergießt sich in den Raum und in die Tiefen unserer Seele, und wehrlos ergeben wir uns dem delikaten Geschmack auf unserer Zunge.
Himmlisch. H-i-i-mmmmlisch.

Ach, dieses Zierliche, Beruhigte und leicht Antiquierte. Ich vermisse es im gesellschaftlichen Miteinander. Ich kann nicht entdecken, dass der Verlust von Form unser Leben essentiell verbessert hätte. Und das wir uns jetzt alle Küsschen von einer Seite auf die andere werfen, wobei ich nie weiß, mit welcher Seite ich beginnen soll und stante pedes es zum Duell der Lippen kommt, ist beileibe kein angemessener Ersatz. Nennen Sie mich nostalgisch. Rümpfen Sie die Nase, und lassen Sie Ihre Augenbraue den Stirnansatz besuchen – ich bleibe dabei: Stilvoll Tee trinken verbessert die Welt!

Einladende Grüße
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Liebes Glück, ich komme!

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„Könnte ich mein Leben nochmals leben, dann würde ich das nächste Mal versuchen, mehr Fehler zu machen. Ich würde mich entspannen, lockerer und humorvoller sein als dieses Mal.
Ich kenne nur sehr wenige Dinge, die ich ernst nehmen würde. Ich würde mehr verreisen. Und ein bisschen verrückter sein. Ich würde mehr Berge erklimmen, mehr Flüsse durchschwimmen und mir mehr Sonnenuntergänge anschauen. Ich würde mehr spazieren gehen und mir alles besser ansehen. Ich würde öfter ein Eis essen und weniger Bohnen. Ich hätte mehr echte Schwierigkeiten und weniger eingebildete.

Müsste ich es noch einmal machen, ich würde einfach versuchen, immer nur einen Augenblick nach dem anderen zu leben, anstatt jeden Tag schon viele Jahre im Voraus.
Ich gehörte immer zu denen, die nie ohne Thermometer, Wärmflasche, Gurgelwasser, Regenmantel und Aspirin aus dem Haus gingen.
Könnte ich noch einmal von vorne anfangen, würde ich viel herumkommen, viele Dinge tun und mit wenig Gepäck reisen.
Könnte ich mein Leben nochmals leben, würde ich im Frühjahr früher und im Herbst länger barfuß gehen. Und ich würde öfter die Schule schwänzen. Ich würde mir nicht so hohe Stellungen erarbeiten, es sei denn, ich käme zufällig daran. Auf dem Rummelplatz würde ich viel mehr Fahrten machen, und ich würde mehr Gänseblümchen pflücken.“

Diesen Text soll der argentinische Schriftsteller Jorges Luis Borges (1899 – 1986) geschrieben haben, man ist sich nicht sicher.

Ich sage – wer auch immer hier seine Gedanken notiert hat, ich könnte ihn für diese Ode an das Leben drücken!

Dankbare Grüße
ad

Ordnung

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Ich bewundere Menschen mit natürlicher Selbstdisziplin. Wobei – gibt es überhaupt natürliche Selbstdisziplin? Jedenfalls bewundere ich sie manchmal. Vor allem, wenn ich etwas suche. Dann ganz besonders.
Sie sparen sich viele Stunden des Suchens. Und des Fluchens. Also Sie und ich, wir fluchen natürlich nicht. Und selbstverständlich finden wir. Aber der Rest??

Ob es das Wort pingelig auch in anderen Sprachen gibt? Oder Korinthenkacker? Wie mag es mit Ordnungsfanatiker sein? Eine meiner Töchter ist ordentlicher als die andere. Von mir hat sie das nicht. Ja, was wohl!

Heute las ich in unserem Städteblatt (uns droht Ikea ins Haus), dass wir – Info von besagter Firma – in Deutschland vor allem an Aufbewahrungstricks interessiert seien. Ich bin nicht sicher, meinen die Schubladen? Also Schubladen habe ich. Viele. Und aufbewahrt wird dort. Soviel steht fest. Auch das ich jetzt das Thema wechsel.
Besser is‘.

Gepfiffene Grüße
ad

Seminar-Angebot

Fanö 2009 174

Eben mal kurz zur Besinnung kommen?!

So lautet der Titel eines Seminars, welches ich im Juni 2014 anbiete.

Wer mehr Ruhe in sein Leben bringen möchte, wer seine Selbstfürsorge verbessern und seine innere Stabilität steigern will, ist in diesem Seminar richtig.

Bei Interesse – oder als Tipp – gern nachschauen unter:

www.seminarmarkt.de (Managerseminare)

www.angela-detmers.de

Ein jegliches hat seine Zeit

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„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.

Geboren werden und sterben, pflanzen und ausrotten, was gepflanzt ist,
würgen und heilen, brechen und  bauen,
weinen und lachen, klagen und tanzen,
Steine zerstreuen und Steine sammeln,
herzen und fern sein vom Herzen,
suchen und verlieren, behalten und wegwerfen,
zerreißen und zunähen, schweigen und reden,
lieben und hassen, Streit und Friede hat seine Zeit.“

(Bibeltext, Prediger 3, Übersetzung Luther)

Manchmal findet sich Wahres an Stellen, wo wir niemals suchen. Wollen.

Lichte Grüße
ad

Dürfen darf man alles…

Zitat

sagt Herr Tucholsky. Er sagt zudem:

„Die Sprache dient nur in seltenen Fällen dazu, die Gedanken zu verbergen – denn dies setzte voraus, dass jeder Sprechende auch Gedanken hat. Dem ist mitnichten so. Die Sprache hat vielmehr die Aufgabe, die Leere auszufüllen, Leben anzuzeigen; sie ist häufig um ihrer selbst willen da. Der Kern der Rede ist – in allen Sprachen – von Gequatsch umgeben.“

Da hat der Gute nicht unrecht, und uns allen ist das klar. Leisten wir unseren Beitrag zur „Entquatschung“ dieser Welt. Folgen wir dem weisen Rat mit dem ellenlangen Bart:

Erst denken, dann reden.

Park Berlin

Mehr Stressvermeidung geht nicht.

Hoffnungsvolle Grüße
ad