Was alles passieren kann, wenn ein Beamter sich traut

Sonnige Tulpen 21-02-14 091
Das Wiener Abfallhaus ist ein Hingucker geworden. Und warum? Weil sich der Baureferatsleiter des Abfallamtes getraut hat. Was musste er sich trauen? Der erste zu sein, der eine 850-Quadratmeter-Fassade begrünen ließ – ohne die Sicherheit eines Vergleichsprojektes. Das Architekten-Duo Schwaiger und von Adaptavia aus Wien waren die ersten, die sich das zur Aufgabe gemacht haben. Und? Voller Erfolg!

16000 Kräuter, Stauden und Gräser….jede Menge Schmetterlinge gratis dazu.

Im Hochsommer sollen die Räume 15 Grad kühler sein, als die Nachbargebäude. Dafür müssten sonst 50 Klimaanlagen 8 Std. am Tag laufen. Im Winter halbierte sich der Wärmeverlust. Und schöner ist es allemal!!

Erfreute Grüße
ad

Soll das so?

Meine älteste Tochter ist Architektin und Innenarchitektin und arbeitet jeden Tag 10 Stunden + 3 Std. Fahrtzeit. Danach möchte Ihr Arbeitgeber sie auch am Samstag sehen.
Meine jüngste Tochter arbeitet in einer PR-Agentur. Man beginnt um 9.30 Uhr. Wer vor 22 Uhr geht, wird schief angesehen. Sie hat Glück. Sie hat nur 1,5 Std. Fahrtzeit. Und samstags und sonntags nur, wenn Aktionen dran sind.

Weshalb wird Ausbeutung mit Engagement verwechselt? Warum gelte ich nur dann als interessiert, wenn ich 80 % meiner wachen Zeit im Büroraum verbringe? Dem Körper ist es schnurzegal, ob der Stress aus Freude oder aus Belastung entsteht. Er unterscheidet nicht. Stress belastet den Körper, den Organismus, das Seelenleben. Basta. Nichts hinzu zu fügen.

IMG_5595 Foto: ad

Ich erinnere noch sehr gut, dass auch ich erst meine Erfahrungen habe machen müssen, bevor ich mein Ziel, eine Slow Life Expertin zu werden, erfolgreich mit Leben füllen konnte. Und ich weiß ebenfalls aus eigener Erfahrung sehr genau, dass auch die Selbständigen keine sauber getackteten 8-Stunden-Tage haben.
Doch inzwischen bin ich Jahrzehnte dabei: Selbständig mit allen Höhen und Tiefen, aber doch immer wieder Kapitän meines Zeitschiffes. Ich liebe es, faul sein zu können. Ich genieße es. Ich liebe es, mich in kreativen Arbeiten gedanklich zu verlieren und alles andere loslassen zu können. Ich brauche „verspielte“ Zeiten, um mich erden zu können, mich zentrieren und ausruhen zu können. Ich brauche eine Balance zwischen Erwerbstätigkeit und privater Zeit. Und wenn ich Balance sage, dann meine ich Balance. Halbe, Halbe – so Pi-Mal-Daumen. Jedenfalls in der Regel. Das ist meine persönliche Balance-Strategie.
Nein, ich fahre kein großes Auto. Nein, ich fahre nicht dreimal im Jahr in Urlaub. Nein, ich habe keine zwanzig Paar Schuhe. Ich empfehle Ihnen nicht meine Strategie. Es ist nur ein Weg von vielen, eine Balance zu realisieren, die die es auch Wert ist, Balance genannt zu werden.

Die Antwort kann sicher nicht sein, dass wir uns nun alle selbständig machen. Dennoch finde ich es schade, dass unsere Gesellschaft dem Privatleben, also der Zeit für den Einzelnen und seine Familie so wenig Achtung beimisst. Natürlich gibt es die Jobs, die um 7.00 beginnen und um 15.00 hat keiner mehr einen Bleistift in der Hand. Das wäre dann für mich der andere Pol. Was ich mir wünsche, ist eine gescheite Mitte.

Weshalb können die skandinavischen Manager in aller Seelenruhe und von allen Weiterlesen

Dieselbe VerantwortungThe Same Responsibility

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„Ich betrachte also, wenn ich stolpre, nicht den Stein als Ursache (und das gilt für alles, was mir mit Menschen wie mit Dingen widerfährt), sondern lerne daraus, meinem Gang nicht über den Weg zu traun und ihn daher in Zucht zu nehmen“.

Michel de Montaigne, 1533 – 1592

Schon mein geschätzter Montaigne hat sich um Selbstverantwortung Gedanken gemacht. So wie viele Menschen vor ihm und viele Menschen nach ihm.
So richtig im Griff habe wir das Thema dennoch nicht. Ich will nicht behaupten, das es einer Wüste gleicht.
Aber irgendetwas hat die Selbstverantwortung. Ich glaube ja, sie hat etwas von einem Scheinriesen. Bei näherer Betrachtung…. Ich bin da zuversichtlich. Selbstverantwortung hält so viel Schönes bereit. Und überhaupt. So ein tolles Gefühl.

„I get no kick from champagne.
More alcohol doesn’t thrill me at all.
So tell me why should it be true
That I get a kick out of you?“

So ist das mit der Selbstverantwortung. Genau so.

Vergnügte Grüße
adP1030197

‘Therefore, when I stumble, I do not look upon the stone as the cause (and this holds true for everything which happens to me with people and things) but I learn not to trust the way I walk and, consequently, to control it.’

Michel de Montaigne, 1533 – 1592

Even Montaigne who I value dearly, thought about self-responsibility – just as many people did before and after him.

Still, we can’t really get hold of this topic. I’m not saying it’s like a desert but there is something about it. I believe it is a bit like a pseudo-giant. On reflection… I’m quite confident. Self-responsibility has so much beautiful in store. And besides – it’s such a great feeling.

‘I get no kick from champagne.
More alcohol doesn’t thrill me at all.
So tell me why should it be true
That I get a kick out of you?’

That’s what self-responsibility is about. Exactly that.

Cheerful wishes,
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1, 2, 3 Statistik!1,2,3 – Statistics!

55 Prozent der Amerikaner soll nicht an eine menschengemachte Erderwärmung glauben. Ich glaube nicht an Befragungen.
Vor ein paar Tagen rief die Humboldt-Universität bei mir an, um mir einige Fragen zu stellen. Ich hab mal ja gesagt. Sie wollten dann wissen, ob ich mich von einer Muslimin pflegen lassen würde, wenn ich mal im Altersheim liege. Ich habe geantwortet, ich würde dann jeden nehmen, der diesen doofen Job ausüben wolle. Und dankbar sein. -

Aber das wollten sie nicht wissen. Oder ob ich was gegen die Höhe von Minaretten hätte. Ich habe wahrheitsgemäß nein geantwortet. Sie haben mich aber nicht gefragt, ob ich was gegen die Lautstärke der religiösen Äußerungen hätte, die von so einem Minarett erschallen. Dann hätte ich ja gesagt. Ich bin lärmempfindlich.

Manchmal gab es kein Jein als Antwortmöglichkeit. Ich musste also irgendwie entscheiden. Bei irgendwie sind 50 % meiner Antworten überprüfungswürdig. Mindestens. Ich weiß, wie ein Mensch tickt. Ich bin ein Mensch. Die Befrager haben keine Chance, das komplexe Gebilde der Meinungserzeugung innerhalb einer Menschenseele mit einer Befragung abzulichten. Es herrscht eben Gemengen-Gelage. Gaußsche Glockenkurve hin oder her.

Deshalb meine ich zu wissen, was von Befragungen zu halten ist. Ich habe sie selbst schon versaut. Manchmal absichtlich. Rebellisches KInd-Ich und so. Sie wissen schon.
Ich liebe ja den Spruch von Churchill, der da sagte, er würde keiner Statistik Glauben schenken, die er nicht selbst gefälscht hätte. Wenn ich nicht weiß, wer der Auftraggeber für die Studie oder Befragung ist, glaub ich schon mal gar nix.

Ich habe beruflich ab und zu mit Mitarbeiterbefragungen zu tun. Mit Erhebung und mit Auswertung. Ich würde keine Befragung so heiß essen, wie sie gekocht wird. Man muss das einfach nur wissen. Dann könnten wir mit dem Pi-mal-Daumen-Ergebnis immer noch ganz gut zurecht kommen. Ich halte nach fast 30 Jahren im psychologischen Beratungsgeschäft den Menschen für ein überaus rätselhaftes Wesen.

Und wissen Sie was? Mich beruhigt das ungemein.

Beantwortete Grüße
ad22 per cent of the Americans are reported not to believe in man-made global warming. I myself do not believe in public opinion polls.

A couple of days ago someone from Humboldt University Berlin called to ask me a few questions. I agreed to answer them. They wanted to know if I would let a Muslim nurse care for me if, one day, I lived in an old people’s home. I answered that I would accept anyone who would be willing to do this lousy job. And be grateful for it.

-

They were not interested in that, though. They asked if I had got something against the height of minarets. I truthfully said no. They did not ask, however, if I had got something against the sound level of the calls ringing out from those minarets for religious reasons. In that case I would have said yes. I have got sensitive ears.

Some questions did not offer the ‘yes and no’ option. So, I had to make a decision, somehow. ‘Somehow’ means that (at least) 50% of my answers need to be checked. I know how men and women are tuned. I am a woman. An interviewer has no chance to take a copy of the complex structure shaped by the opinion-forming process in a human being. It’s a hotch-potch – Gaussian distribution or no.

This is why I know fairly well what to think of public opinion polls. I have messed them up myself, some on purpose. Rebellious child ego, me, etc etc. You know what I am talking about.

I love Churchill’s warning not to believe any statistics you have not faked up yourself. When I do not know who commissioned the survey or public opinion poll I do not believe any of its findings.

Occasionally I have to conduct and evaluate staff interviews in my job. Interviews are never as bad as they look – you just have to know this fact. Then you can pretty well put up with an approximate result. After being a psychological consultant for almost 30 years now I think man is an exceedingly enigmatic being.

And you know what? This relieves me tremendously.

Happily yours,
ad

Ich suche meine MeinungIn search of my opinion

Rost + Winter 26-01-14 030

Wo finde ich meine Meinung? Ich kann selbstverständlich auch ohne. Das ist mein Recht. Meine individuelle Freiheit. Jedenfalls so, wie ich sie verstehe. Manchmal will ich dennoch eine Meinung. Ich lese viel. Lese ich die Wahrheit? Von Fotos wissen wir inzwischen: auch das ist nicht immer die Wahrheit.
Ich bin für Natur. Jedenfalls für das, was ich darunter verstehe. Auch für Öko. Also für das, was ich darunter verstehe.  Manchmal lese ich, dass es auch Greenpeace bloß
um ihre Arbeitsplätze gehen kann. Proteste zur Sicherung von Arbeitsplätzen.

In der ZEIT lese ich, wenn es um Ethik ginge, würden wir Deutschen „hyperventilieren“.
Ich glaube, ich mache das auch. Es ist zum Reflex geworden. Denke ich noch dabei? Ich meine, irgendetwas außerhalb meiner Schubladen? Ich nehme Greenpeace ernst. Ist das ein Fehler? Oder ist Greenpeace nur noch mein Sicherheitsanker, nicht restlos den Glauben an die Welt zu verlieren? Wofür brauche ich den Glauben an die Welt? Was ist die Welt?

Ich lese, das Waldrappen – ich lasse mir sagen, das es sich dabei um Vögel handelt – beim V-Formationsflug ihren Flügelschlag mit einer leichten zeitlichen Verzögerung synchronisieren, und so rund 20 % Energie sparen. Wie den Vögeln diese permanente präzise Abstimmung gelingt, weiß keiner. Ich weiß noch viel weniger. Kein Wunder, dass ich meine Meinung nicht finde. Außerdem ist heute Sonntag. Sonntags hab ich frei. Darf ich das?

Überforderte Grüße
ad Rost + Winter 26-01-14 030 Foto ad

Where do I find my opinion? I can do without, no doubt. That’s my right, my personal freedom as I see it. But there are times when I want to have an opinion despite all. I read a lot. Is it the truth I read? We know that photos do not always render the truth. I am for nature, at any rate for my idea of it. And I am for ecology, that is, for my idea of it. Sometimes I read that even Greenpeace is only concerned about securing their jobs. Protests for the sake of jobs.

‘Die Zeit’, a German weekly, says that we Germans ‘hyperventilate’ when it comes to ethics. I suppose that holds true for me, too. It has become a reflex. Do I still think while I’m doing it – I mean thinking of anything outside my pigeonhole? I take Greenpeace seriously. Is that wrong? Or is Greenpeace just my sheet anchor which I need if I do not want to lose my faith in the world? What is ‘the world’?

I read that one species of bustards (they are birds, I have been told) when in V-formation flight synchronize their flapping of wings with only a slight delay which saves them 20% of their energy. Nobody knows how these birds bring about such an exact timing. I know much less. No wonder I can’t find my opinion.  And, by the way, it’s Sunday. Sunday is my day off. Is that alright?

Overtaxed,
ad

 

Das Auge des BetrachtersThe Eye of the Beholder

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„Von einem großen Herzen strömen unaufhörlich geheime magnetische Kräfte aus, die große Ereignisse anziehen. Aber wir haben nur Schätzung für niedrige Nützlichkeitswerte, für einen braven Ehemann, einen Wähler, einen Bürger und missachten alle Romantik des Charakters, ja vielleicht schätzen wir jeden Menschen nur nach seinem Geldwert und sehen auch in seinem Verstand und seinen Neigungen nur eine Art Bankbillett, das sich leicht in schöne Zimmer, Gemälde, Musik und Wein umsetzen lässt.“

R. W. Emerson

Sanfte Grüße
adP1030838

Great hearts steadily send forth the secret forces that incessantly draw great events. We, however, restrict ourselves to cherishing common utilitarian values: an honest and upright husband, a voter, a citizen, thus disregarding the deeper, romantic aspects of character. We might judge a man by his cash value only, viewing his mind and interests as a banknote which can with ease be converted into beautiful rooms, paintings, music, and good wine.

R.W. Emerson

Gentle greetings,
ad

Don Quichote. Oder auch nicht.Don Quixote. Or rather not.

Don neu

Ohne Worte.
Obwohl…naja….meinen die etwa…oder doch nicht…
na, vielleicht…..nee……ok, dann….lassen wir das. Oder?
Kommt mir ja irgendwie spanisch vor.

Irritierte Grüße
adDon neu

Without words.
However… well… do they really mean… or rather not…
Well, possibly… nope… okay, in that case… enough of that, alright?
That strikes me at odd, somehow.

Puzzled, yours
ad

 

Ab durch die MitteOff you go!

Also wirklich ey!

Ach, das olle Entweder/Oder. Was für eine Sackgasse.
Da ist mir Sowohl/Als auch entschieden lieber. Siehe oben.
Mehr Freiheit, mehr Spaß, mehr Möglichkeiten.

Es ist einmal mehr die Balance, auf die es ankommt. Wir müssen ja nicht gerade um unsere Mitte würfeln. Von wegen Spiel. Aber locker angehen, das macht Sinn.

Ich bin ja sehr dafür, das Erwachsenen gerechte Verhalten im Repertoire zu haben. Und es abrufen zu können, wenn es dran ist. Ich weiß, wovon ich rede. Ich liebe es, die souveräne Haltung eines gut geerdeten und ausbalancierten Erwachsenen einzunehmen. Aber nur? Immer? Jedesmal? Wäre doch sowieso zum Scheitern verurteilt. Was schaffen wir schon „immer“? Was schaffe ich schon „immer“??? Außerdem macht spielen Spaß.
Warum darauf verzichten?

Wie der Titel schon sagt: Ab durch die Mitte…

Lockere Grüße
adAlso wirklich ey!

I’ve already been utterly grown-up –
and now this relapse.

Oh, this horrible ‘either … or’. What a dead end.
I definitely prefer ‘as well as’ – see above.
More freedom, more fun, more opportunities.

Again it is the balance that counts. We do not necessarily have to throw dice for our inner balance. What do you mean, playing games? But to be easy-going makes sense.

I am really for keeping some adult behaviour up the sleeve to fall back on in case of need.  I know what I am talking about. I love to assume the confident attitude of a well-rooted and balanced grown-up. But in every single situation? Always? All the time? That would be doomed to fail anyhow. Is there anything at all we can do ‘all the time’? Is there anything at all I can do ‘all the time’?? And anyway, playing is fun.
Why should we do without it?

As the heading says: Off you go…

Yours easy-going,
ad

 

 

Die Sache mit der Erdung

Ich fürchte, Erdung ist ein Wort, dass inzwischen einen eher esotherischen Touch hat. Und das ist schade. Denn Erdung ist in diesen bewegten, schnelllebigen Zeiten die Voraussetzung für die Entwicklung einer inneren Stabilität. Der Stressschutz schlechthin.
Solange wir emotional anfällig oder gar zerbrechlich sind, werden wir keine Erdung spüren können. Mit beiden Beinen fest auf der Erde. Der Kopf darf gern mit Ideen spielen und zwischendurch die Wolken durchstoßen.
Erdung bedeutet im Hier und Jetzt sein. Und der Kraft der eigenen Beine vertrauen. Wir gehen auf unseren eigenen Beinen durch die Welt. Ja, wir lehnen uns zwischendurch(!) an, und jemand lehnt sich zwischendurch(!) an uns, aber für unsere Standfestigkeit spielt das keine Rolle. Wir sind in der Lage, ohne menschliche oder taktische „Krücken“ durchs Leben zu gehen.
Eine Übung? Bitte gern in der freien Natur ausführen und am besten allein:

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