Immer dieser Schweinehund

Kennen Sie Günter? Ich habe mir sagen lassen, so hieße unser innerer Schweinehund. Vielleicht heißt er ja auch ganz anders. Auf jeden Fall kennt ihn jeder. Nicht nur das – ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, jeder hatte auch schon unmittelbar mit ihm zu tun.

Seine Einsatzgebiete sind höchst unterschiedlich, er schreckt da vor nix zurück. Auch seine Methoden sind überaus abwechslungsreich: mal sitzt er direkt auf meinen Augen…..mal belagert er sämtliche Muskulatur…..mal spaziert er in meinem Kopf herum und macht nichts als dummes Zeug. Einflüsterungen und so – Sie verstehen?Ungebrannter Ton, glasiert, ca. 25 cm, 2010ad

Mit meinem persönlichen Günter bin ich ja ziemlich dicke. Wir kennen uns in- und auswendig. Bleibt ja nicht aus, wenn man so lange schon zusammenlebt wie wir zwei beiden.
Ich habe allerdings Fortschritte gemacht in Richtung Autonomie und folgendes gelernt: entweder ich gehe MIT Günter unterm Arm zum Sport oder gar nicht. Darauf warten, dass er mir noch in den Mantel hilft und mich beflügelnd begleitet, kann ich mir bei meinem Günter abschminken. Manchmal finde ich allerdings, ich räume ihm ein bisschen zu viel Platz in meinem Leben ein. Der kann sich ja sooo breit machen.

Ich habe mir auch schon überlegt, ob er vielleicht irgendwelche Geruchsstoffe ausströmt, die uns Menschen mit Spontanmüdigkeit schachmatt setzen oder so. Wie Sie sehen bin ich immer noch auf der Suche nach guten Gründen, warum Günter so oft die Nase vorn hat – und ich ganz und gar überhaupt nichts dagegen tun kann. Mit anderen Worten: Günter muss schuld sein. Dann wäre er wenigstens für ETWAS zu gebrauchen.

Gut – Günter kann auch vor Überforderung schützen. Er bremst uns gewissermaßen an der richtigen Stelle aus. Das tut er bei mir auch. Also bremsen. Ob das immer die richtigen Stellen sind…….nun ja. Ich denke manchmal sogar – ich habe einen heimlichen Deal mit ihm – also echt jetzt, so oft wie der gewinnt!

Doch dem Günter kann man beikommen. Dazu sind zwei Fragen zu beantworten:

1. Wie schafft Günter das, dass ich nachgebe? Und

2. Was braucht Günter, um mitzumachen?

Es lohnt sich, darüber nachzudenken: Gesundheit, Lebensfreude und vieles mehr sind damit verquickt. Schriftlich dazu ein paar Stichworte festzuhalten, kann da sehr hilfreich sein. Wie lauten denn Ihre TOP 3?

Morgen ist auch noch ein Tag – Das Wetter ist zu schlecht – Das hab ich mir verdient?

Naja, schließlich muss man wenigstens zwischendurch mal zeigen, wer Kapitän auf dem Schiff ist. Oder wie sehen Sie das? Sie haben jetzt keine Lust, darüber nachzudenken? Wie jetzt. Schon wieder Günter???

Proaktive Grüße
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Langsam wegwerfen

Nun, was sagen Sie. Überspitzt oder auf den Punkt gebracht? Das mit dem Wegwerfen, da haben Sie schon recht, ist natürlich übertrieben.

Wobei wegwerfen an sich ja sehr befreiend sein soll. Also etwas Gutes!
Die Simple-Life-Bewegung zum Beispiel ist sehr dafür: Kleiderschränke, Keller, Dachböden, Garagen, Bücherregale, Küchenschränke zu durchforsten und wegzuwerfen, was man so alles nicht braucht.

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Einige sagen, was man ein Jahr nicht in der Hand hatte, gehört weggeworfen. Ich hatte nach einem Umzug mal eine Umzugskiste im Keller, in die ich nie hinein geschaut habe. Nach sechs Jahren habe ich sie ungeöffnet auf den Müll befördert. In meinem Familien- und Freundeskreis gab es darüber viel Ohgottohgott. Ich fand es nur konsequent. Andere sagen, man sollte nicht mehr haben als man tragen kann, um sofort das Bündel schnüren zu können – neuen Entwicklungen entgegegen.

Wovon wir wieviel brauchen ist nicht leicht zu beantworten. “Brauchen” zum Beispiel – da fängt es schon an. Was bedeutet “brauchen” in aller Reinheit? Natürlich kennen wir die Maslowsche Bedürfnispyramide oder einfach nur die Essen-Schlafen-Sex-Variante.

Was ich wirklich “brauche”…
Gut, jedem klar: wir brauchen Nahrung. Ja, die Seele braucht auch irgendetwas. Und der Geist. Also. Doch. Auch der Geist. Am besten ist es sicher, wenn wir alle unsere ureigene Bedürfnispyramide mit Inhalten füllen können (Pyramide – weil unten fundamental wie Bauch oder Schlaf und zur Spitze hin wie Sinn oder so). Also Klarheit darüber herstellen, was uns für unseren Körper, unseren Geist und unsere Seele wichtig ist. Nein, unerlässlich.

Simple Life, Slow Life, Small Life oder Big Life:  Es hilft nichts – wir müssen ran und die Deutungshoheit übernehmen. Und zwar substantiell. Glasklar. Damit wir leben, was wir leben wollen.

Dem einen ist es bloße Nahrungszubreitung, für den anderen ist es kochen und für den dritten ist es kreativer Küchenzauber. Alle drei brauchen Nahrung. Ob mit Begeisterung
oder ohne. Was ist denn nun unerlässlich? Nahrung – sagen einige – ist kein Bedürfnis, sondern eine Notwendigkeit. Immer vorausgesetzt wir wollen das irdische Dasein fortsetzen, ist Nahrungsaufnahme keine Frage von Wollen. Den kreativen Küchenzauber hingegen will ich wollen. Ist das, was ich will, erlässlich? Und das Notwendige unerlässlich? Notwendig? Brauchen? Schnörkel? Sahnehäubchen? Wirklich – nicht – unerlässlich?

Da qualmen einem ja die Socken. Nach Simple Life hört sich das jedenfalls schon mal nicht an. Es muss ein kluger Spruch her. Weniger ist mehr.
Weniger Zeit ist mehr. Na, soweit kommt’s noch. Den Spruch schmeiß ich weg.

Unerlässliche Grüße
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Handwerk

Es kann nicht überraschen, dass wir in dieser digitalisierten Welt voller Plastik, Fake und Wegwerfartikeln einen tiefen Respekt gegenüber handwerklich gefertigten Produkten entwickeln.

Duchessehttp://www.slowlife-collection.com/

Etwas das mit Liebe, Sachverstand und Können gefertigt wird.
Wo Qualität und Ästhetik Hand in Hand gehen.
Nicht schnell, nicht billig, nicht Trend. Sondern etwas mit Bestand. Etwas Zeitloses.

Als solche empfinde ich gedrechselte Holzkugelschreiber. Handschmeichler. Mit Glanz und ohne. Mit Dekor und ohne. Auf jeden Fall ein Unikat.
Stift 1 a shop http://www.slowlife-collection.com/
Ich schreibe gern mit der Hand. Ich nenne Federhalter und Tinte mein eigen. Und ich schätze die Kunst gedrechselter Holzkugelschreiber sehr. Als liebgewonnene Begleiter für einen gemeinsamen Weg.

http://www.slowlife-collection.com/
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Schön (-) schreibende und sehr holzige Grüße
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Alle haben Erwartungen

Wenn wir eine Liste aufstellen würden, was wir von anderen Menschen alles erwarten: wieviel davon könnten wir selbst erbringen? Anders ausgedrückt: Würden wir unserer eigenen Erwartungs-Meßlatte gerecht werden? Was schätzen Sie: Würden wir auf
50 % kommen? Auf den ersten Blick sicher. Auf den zweiten auch?

Viele von uns haben sehr hohe Erwartungen: manche mehr an andere, manche mehr an sich selbst, manche sowohl als auch. Allerdings kann kaum jemand die Eingangsfrage beantworten – ohne die scheinbar alles bestimmende Frage nach der Gerechtigkeit zu berühren. Was darf ich „gerechterweise“ erwarten? Eine Frage, die eher für die Umwelt, für das Gegenüber gedacht ist. Eher selten also die Frage, was darf ich gerechterweise von mir erwarten? Unter- und Überforderung sowie Komplett-Verwirrung erlebe ich in diesem Zusammenhang als scheinbar endlosen Weiterlesen

Sommergedicht

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Ich liebe die lautlose Wärme des Sommers
Den blauen Wind auf meiner heißen Haut
Von Silberfäden durchzogene Stille

Zarte Rinnsale von Schweiß tasten ihre Wege
Pudrige Wärme in kleine Wölkchen verpackt
Friedvoll plätschert meine Seele dahin

Sepia gefärbte Landschaft lässt den
warmen Atem des Spätsommers erahnen
Grüngold in Grau und Braun
Farben machen satt

Der Kuss des Windes kitzelt mich mit sanften Fingerspitzen
Wehrlos schmiege ich mich in das warme Bett des Sommers
Mein Sein ist ein Geschenk der Stille

Von sanftem Wind bewegt
ziehen meine Haare eine zärtliche Spur
über meine sehnsuchtsvolle Haut

Der verblichene Sonnenschirm taucht Licht in gedämpftes Orange
Von sanfter Brise umfächelt und unter dem schattenspendenden Feigenbaum ruhend
lasse ich die Armee goldgewandeter Sonnenstrahlen träge an mir vorüberziehen

Angela Detmers

Sommer-Grüße
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Der Banker – Master of the Universe

Vor 20 Jahren lag die Haltezeit einer Aktie bei 4 Jahren.
Eine Aktie ist eine Unternehmensbeteiligung.
Heute liegt die Haltezeit bei 22 Sekunden. Zweiundzwanzig.

Was ist daran noch Beteiligung an einem Unternehmen?

Schön, die letzten 22 Sekunden werden ja nun ruckzuck aufgebraucht sein.
Und was kommt dann? WAS KOMMT DANN?

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Bei Interesse anschauen: Der Banker – Master of the Universe.
ZDF-Mediathek (bis 05.08.14)

Geplättete Grüße
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