Qi Gong – purer Genuss

Kleine Fische, Mischtechnik auf Leinwand, 2010, 50 x 70
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Qi bedeutet so viel wie Leben und Gong so viel wie Arbeit.
Seit vielen Jahrtausenden bringen Übungen des Qi Gongs Geist und Körper in Balance.

Die Menschen übernahmen damals häufig die Bewegungsabläufe von Tieren, in der Annahme, der Stolz und die Kraft der Tiere würde sich bei der Nachahmung der entsprechenden Bewegungen auf den Menschen übertragen. So gibt es  etwa Bären und Adler, Schlangen und Vögel in der Übungsauswahl des Qi Gong. Auch die Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde kommen zum Tragen sowie die Sonne, der Himmel, die Sterne – und die Drachen.

Auf einem alten Jadeplättchen aus dem sechsten Jahrhundert v. Chr. ist ein Zitat zu lesen, das vermutlich die erste schriftliche Überlieferung über einen natürlichen Lebensprozess darstellt:

Man hält Qi in Ruhe und es sammelt sich.
Wenn es sich gesammelt hat, dehnt es sich aus.
Wenn es sich ausgedehnt hat, geht es nach unten.
Wenn es nach unten geht, wird es ruhig.
Wenn es ruhig geworden ist, wird es fest.
Wenn es fest geworden ist, beginnt es zu keimen.
Wenn es ausgekeimt ist, wächst es.
Wenn es gewachsen ist, erreicht es den Scheitel.
Oben drückt es gegen den Scheitel (Geist oder Gehirn), unten drückt es abwärts (Körper).
Wer das befolgt, lebt; wer das Gegenteil davon tut, stirbt.“

Qi Gong ist gewissermaßen das Gegenteil von Aerobic.
Still stehen wir an einer Stelle und still heben und senken wir in Achtsamkeit und Konzentration Arme und Beine, Kopf und Rumpf, Rücken und Brust.
Es sind viele Dehungsübungen darunter, verbunden mit dem bewussten Atmen.
Die Zeit tropft dahin und jeder Dehnungs-Millimeter wird wahrgenommen und genussvoll begrüßt.

Qi Gong: Nichts Spektakuläres. Nichts Trendiges. Nichts Atemloses.
Lassen Sie sich einfangen vom Charme dieser Bedächtigkeit und Stille. Und tun Sie Ihrer Muskulatur dennoch etwas Gutes.

Ruhige Grüße
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Joseph Beuys

 Lass dich fallen

© Rainer Rappmann

Lass dich fallen,

lerne Schlangen beobachten, pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemanden Gefährlichen zum Tee ein,
mache kleine Zeichen,
die „Ja“ sagen und verteile sie überall in deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen,
schaukle so hoch du kannst mit deiner Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen,
verweigere „verantwortlich zu sein“, tue es aus Liebe.
Glaube an Zauberei, lache eine Menge, bade im Mondlicht.
Träume wilde phantasievolle Träume, zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert, kichere mit Kindern, höre alten Leuten zu.
Spiele mit allem, unterhalte das Kind in dir, du bist unschuldig,
baue eine Burg aus Decken, werde nass,
umarme Bäume, schreibe Liebesbriefe.

Beschenkte Grüße
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Von Menschen und Schiffen

Auf dem Jazz-Gottesdienst in der Jakobikirche im Rahmen der Trave Jazz Veranstaltung hörte ich diese Geschichte:

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Manöver-Dialog: Funkstation 1: „Bitte ändern Sie Ihren Kurs um 15 Grad nach Norden, um eine Kollision zu vermeiden.“ Funkstation 2: „Empfehle, Sie ändern Ihren Kurs um 15 Grad nach Süden.“ Funkstation 1: „Hier spricht der Kommandant eines US-Kriegsschiffes. Ich wiederhole: Ändern Sie Ihren Kurs!“ Funkstation 2: „Nein. Sie ändern Ihren Kurs!“ Funkstation 1: „Dies ist der Flugzugträger Enterprise. Wir sind ein sehr großes Kriegsschiff der US-Navy. Ändern sie den Kurs – und zwar jetzt.“ Funkstation 2: „Ändern Sie Ihren Kurs. Wir sind ein Leuchtturm.“

Ein Witz? Keineswegs, vielmehr ein 1995 von der US-Marine freigegebenes Sprechfunkprotokoll des Flugzeugträgers „USS Enterprise“. Typisch amerikanisch? Sonst nichts? Dann hör‘ ich hier auf.

Runzelige Grüße
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Passivitätsstufen

Es ist gut, im eigenen Leben für Entspannung zu sorgen. Vielleicht durch Yoga, durch Jogging, durch Gartenarbeit – oder durch einen schlichteren Lebensstil.IMG_8848

Doch es gibt noch eine andere Art, zur eigenen Entspannung beizutragen. Zum Beispiel dadurch, dass wir unsere eigenen Verantwortung annehmen und nicht durch unterschiedliche Passivitätsstufen von uns weisen.

Passivitätsstufen? Hier reden wir von einem Verhalten, dass nicht auf konstruktivem Wege für Lösungen sorgt. Weder in Sprache noch in Tat. Es ist vielmehr ein verdecktes Spiel im Gange, was dem Protagonisten nicht bewusst sein muss, aber das Ziel hat, das Gegenüber möge für Lösungen sorgen. Danach nimmt der Protagonist das Ergebnis als Bestätigung seiner Unfähigkeit. Denn alle Passivitätsstufen enthalten eine massive Abwertung der eignen Lösungsfähigkeit.

Es gibt vier Stufen von Passivität: Weiterlesen

Gebet – Und was für eins

Heute gab es im Rahmen des frisch eröffneten Trave Jazz Festivals einen Jazz-Gottesdienst in der der Jakobi-Kirche. Ein Experiment – in jeder Hinsicht. Kostprobe: Es folgt das Gebet!

Angela juni 08 083

Vielen Dank für die Wolken.
Vielen Dank für das wohltemperierte Klavier und, warum nicht, für die warmen Winterstiefel.
Vielen Dank für mein sonderbares Gehirn und für allerhand andre verborgne Organe,
für die Luft, und natürlich für den Bordeaux.
Herzlichen Dank dafür, dass mir das Feuerzeug nicht ausgeht,
und die Begierde, und das Bedauern, das inständige Bedauern.

Vielen Dank für die vier Jahreszeiten,
für die Zahl und für das Koffein,
und natürlich für die Erdbeeren auf dem Teller,
gemalt von Chardin, sowie für den Schlaf,
für den Schlaf ganz besonders,
und, damit ich es nicht vergesse, für den Anfang und das Ende und die paar Minuten dazwischen inständigen Dank,
meinetwegen für die Wühlmäuse draußen im Garten auch.

von  Hans-Magnus Enzensberger (jahaa!)

Ein bemerkenswerter Vormittag. Ein sehr bemerkenswerter Vormittag. So bemerkenswert, dass ich noch einmal auf ihn zurückkommen werde.

Nickende Grüße
ad

September

Das ist ein Abschied mit Standarten
aus Pflaumenblau und Apfelgrün.
Goldlack und Astern flaggt der Garten,
und tausend Königskerzen glühn.
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Das ist ein Abschied mit Posaunen,
mit Erntedank und Bauernball.
Kuhglockenläutend ziehn die braunen
und bunten Herden in den Stall.

Das ist ein Abschied mit Gerüchen
aus einer fast vergessenen Welt.
Mus und Gelee kocht in den Küchen.
Kartoffelfeuer qualmt im Feld.

Das ist ein Abschied mit Getümmel,
mit Huhn am Spieß und Bier im Krug.
Luftschaukeln möchten in den Himmel.
Doch sind sie wohl nicht fromm genug.

Die Stare gehen auf die Reise.
Altweibersommer weht im Wind.
Das ist ein Abschied laut und leise.
Die Karussells drehn sich im Kreise.
Und was vorüber schien, beginnt.

Erich Kästner

Goldene Grüße
ad

Glaspusteri

Haben Sie gewusst, dass das Wort Glas von dem germanischen Wort glasa abgeleitet wurde? Es bedeutet das „Glänzende, Schimmernde“

. FrühlingSommerHerbstWinter

Diese mundgeblasenen Glasmagnete stammen aus einer kleinen dänischen „Glaspusteri“ und wurden von Charlotte La Cour hergestellt.

Es braucht eine lange Ausbildungszeit, viel Geduld und Können, um den Beruf des Glasbläsers zu erlernen. Die Techniken sind zum großen Teil jahrhundertealt, und so steckt viel Weisheit in diesem Material.

.Glaspusteri

Charlotte La Cour:
Die Lehre über das Glas ist unerschöpflich. Das Glasblasen ist wie ein Tango wo mein Tanzpartner das feurig-flüssige Glas ist. Indem wir tanzen und die Schritte einüben, lernen wir uns besser kennen. Das fertige Werk ist das Ergebnis des Rhythmus und der Freude am Tanz. Tanzen bringt Freude, Glas bringt Freude, und ich bin erfreut.“

Die mundgeblasenen Glasmagnete gibt es in den Farben:
+ Frühling, + Sommer, + Herbst und + Winter bei Slow Life Collection zu erwerben:
http://www.slowlife-collection.com/slow-art-printings/glasmagnete/

Viel Freude mit diesem wunderschönen Naturmaterial!

Grüße aus Lübeck
ad