Heute in eigener Sache…

Liebe Leserinnen und Leser,

SLOW LIFE – NOW (www.slowlife-now.com)
– diesen Blog gibt es nun inzwischen seit 2 Jahren. Ich bin weiterhin mit voller Überzeugung und Spaß dabei, die Themen Slow Life sowie (mentale) Selbstfürsorge mit Impulsen und Herzblut  munter, informativ und qualitativ hoch zu halten.

…zum Beispiel in Richtung Innere Stabilität und Konfliktvermeidung durch mehr eigene Souveränität…aber auch Slow Food und weitere Themen, die die Slow Life Idee berühren.

Meine nun fast 30jährige Erfahrung aus dem (beruflichen) Austausch mit Menschen aus den verschiedensten Bereichen und in den unterschiedlichsten Gesprächssituationen  (Seminaren, Küchentisch-Sitzungen, Coachings, Eltern-Kind-Gesprächen – 2 Töchter -, Vortragsreihen, Schlichtungsaufgaben etc. ) helfen mir dabei. Sommer, Acryl auf Leinwand, 160 x 100
Sommer, Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 160

Es gibt, wie Sie wissen, Infos, Berichte, manchmal Gedichte und andere wissenswerte Artikel. Würden Sie mir die Freude machen, und Ihre Freunde und vielleicht Kollegen auf diesen Blog aufmerksam zu machen? So alle 3 Tage gibt es einen neuen Artikel, und ich würde mich sehr über eine weitere Verbreitung freuen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Hoffnungsfrohe Grüße
ad

Redet miteinander

Zur Urlaubszeit kommen wieder viele interessante Artikel zum Vorschein. Ich meine Artikel über Streitereien, Schwierigkeiten und Zoff im Urlaub: zwischen Partnern, zwischen Eltern und Kindern, oder auch Großeltern, Kindern und Enkelkindern. Das Dilemma ist stets ein und dasselbe: Es werden vorher keine Erwartungen abgeglichen.

Wie selbstverständlich meint man, dass „entspannt“ für jeden ein und dasselbe bedeutet. Oder „erholsam“ oder „abwechslungsreich“ ecetera.
Vor Ort wird dann festgestellt, dass man sich das „so“ nicht vorgestellt hat. Woraufhin die eine Hälfte sich fügt oder durch permante schlechte Laune in den passiven Widerstand geht. Das führt dann dazu, dass alle mehr oder minder unglücklich oder genervt oder alles zusammen durch den Urlaub gehen.
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Wie schade. Urlaubszeit ist kostbar. Und er könnte so befriedigend verlaufen.
Es gilt bloß(!) Absprachen zu treffen: Ok, jeden zweiten Tag eine Kirche (es ging Dir doch im Kirchen, oder? Paläste und so? aha. gut, aber auch ok) und dazwischen Strand satt und Strand satt bedeutet bei mir…
Ist das für alle Beteiligten so in Ordnung????

Auch wenn Eltern mit ihren erwachsenen (!) Kindern – vielleicht auch schon mit Enkelkindern – in den Urlaub fahren, sind selbstverständlich (Rollen-)erwartungen abzugleichen. Vorher! – Bleibt „Mutti“ ewig in der Küche und bekocht die Runde? Wieviel Babysitting wird erwartet und wie soll das ablaufen? Wer braucht wieviel Zeit für sich oder für Zweisamkeit, Familienzeit? Was sind die Wünsche, die Bedürfnisse? Was brauche ich, um mich wohlzufühlen? Was erwartet z. B. die Tochter/der Sohn von den Eltern für den Umgang mit den Enkelkindern? Nein, Oma, keine 3 Eis am Tag für Deinen Lieblingsenkel……  Jemand kann keine Zeit allein verbringen? Vielleicht ist dann ein gemeinsamer Urlaub nicht das Richtige?

All diese Fragen taugen nicht nur für die Urlaubsplanung. Wenn Menschen in (jeglicher Art) von Beziehung mehr genau darüber offen reden würden, gäbe es mit Sicherheit deutlich weniger Streit, Frust – und Trennungen.

Deshalb finde ich es toll, wie eine Familie in der Nachbarschaft damit umgeht. Jedes Jahr verreisen die Eltern eine Woche allein an einen Lieblingsplatz (bisher immer demselben und wo sie nie mit ihren Kindern waren). Und dort machen sie sich gemeinsam darüber Gedanken, wie das kommende Jahr aussehen soll. Welche Bedürfnisse und Wünsche da sind, welche Richtung eingeschlagen wird, was gut war im letzten Jahr und was vielleicht unrund lief.
Eine ganze Woche lang Gedanken über Lebensqualität. Alles liegt auf dem Tisch. Und manchmal wird richtig gefeilscht…. Doch da Konstruktivität (und Liebe) eine Rolle spielen, kommen sie tatsächlich zu einem wirklich guten Ergebnis.
Die beiden haben dadurch zu jeder Zeit eine Vorstellung davon, wo er selbst und der jeweils andere im Leben steht.
Ich finde: Unbedingt zur Nachahmung empfohlen! Oder was sagen Sie?

Aufgeklärte Grüße – und einen schönen Urlaub!
ad

Es ist da!

Die Berrschung des Unaufgeregten

ist erschienen.          Slow Life Cover
Erhältlich ab sofort unter  www.slowlife-collection.com
http://www.slowlife-collection.com/slow-reading-and-writing/buecher/die-beherrschung-des-unaufgeregten

Rückseite Postkarte 2  Rückseite des Infoflyers

und ab Herbst auch über den Buchhandel.
Freue mich auf sämtliche Rückmeldungen…

Erleicherte und sehr erfreute Grüße
ad

Dorfstille

Holunderduft liegt auf der Dorfesgasse –

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Die Hüttenfenster gleißen sonnenbunt.
Die Büsche schatten breit – es liegen blasse
und volle Blüten schwebend hin im Rund.
Die Kirche ragt im goldengrünen Dämmern
der Linden, die sie überdrängen breit.
Nur aus verlorner Ferne dringt ein Hämmern,
als sei’s der Herzschlag dieser Einsamkeit…
Sonst alles klangtot! Und die Mittagsstille
liegt wie mit erz’nen Flügeln überm Land –
ich glaube fast, man hört es, wenn die Hülle
der Blätterknospen sprengt ihr bräunlich Band…
Ich glaube fast, man hört, wenn im Neste
die Schwalbe sich im Mittagsschlafe regt,
und wenn ein Bienlein durch die Lindenäste
die Würze tropfen aus den Blüten trägt…

Alberta von Puttkammer (1849 – 1923), deutsche Dichterin

Friedvolle Grüße
ad

Wenn aus Plänen was wird…

Fast ein Jahr ist es her, dass der letzte Abschnitt der „High Line“ in New York eingeweiht wurde. Damit wurde eine nicht mehr genutzte Hochbahntrasse mitten in der Stadt, genauer im Westen, ihrer neuen Aufgabe übergeben, nämlich die einer innerstädtischen Parkanlage – auf einer Länge von 2,33 km.

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Die Strecke wurde bepflanzt,  mit abwechslungsreichen Wegen und Pflanzeninseln verschönert und mit vielen Ruheplätzen versehen. Natürlich ist auch mit entsprechenden Ständen für das leibliche Wohl gesorgt – aber das tollste ist mit Sicherheit der atemberaubende Blick auf den Hudson River. Und zwischendurch finden die unterschiedlichsten Veranstaltungen statt.

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Die New Yorker sind hingerissen! Als Erholungsparadies hat es sich längst einen Namen gemacht und auch die Touristen schauen gern vorbei. Inzwischen gibt es wöchtenliche geführte Wanderungen, kostenlos und 75 Minuten lang. Es sind Dozenten und kenntnisreiche freiwillige Führer, die eine Insider-Perspektive auf die Parkgeschichte, das Design und die Landschaft gewähren.

Da nur 15 TN an der Zahl pro Führung vorgesehen sind, sollten Sie rechtzeitig vor Beginn einer Führung vor Ort sein. Die Führungen finden – bei entsprechendem Wetter – zweimal pro Woche dienstags um 06.30 Uhr und samstags um 10:00 Uhr, zwischen 4. Mai und 29. September, statt. Man kann aber auch private (Gruppen-)Touren anmelden: www.thehighline.org

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Und nun lese ich zu meiner Freude, dass in diesem Jahr die Stadt Krefeld die Idee aufgreifen will, und stolze 14,5 Kilometern einer nicht mehr genutzten Hochbahntrasse von Uerdingen bis Forstwald zu einer ebensolchen  Boulevardpromenade umgestaltet will. Ist das nicht wundervoll? So ein altes Gleis bekommt frisches Leben eingehaucht und beatmet anschließend seine Umgebung. Slow Life – und wieder eine neue Facette.

Erfreute Grüße
ad

Keine Predigten…

Der Ruf nach mehr Muße im Leben ist allgegenwärtig. Er steckt in den zahlreichen  Aufforderungen nach mehr Achtsamkeit ebenso wie in den unzähligen Stresspräventionsangeboten. Erst recht in der Behandlung von Burnout-Erkrankten.

Fast keine Zeitung, kein Magazin, welches diese Einladung oder auch Forderung nicht schon mal in einen Artikel gegossen hätte. Oder mehrfach. Die Zeitungsindustrie ist auch gleich aufgesprungen: Es gibt immer mehr Publikationen, die einzig dem Thema Slow oder Flow oder so gewidmet sind.

Ich freue mich darüber. Wie Menschen sich mit dem Thema konfrontieren wollen, obliegt ihnen. Alles was hilfreich sein könnte, das eigene Denken in Richtung einer Auseinandersetzung mit dem Thema Slow Life mit allen Facetten zu lenken, ist willkommen.

Sie sehen mich dabei fern jeglicher Glorifizierung. Slow Life ist nicht die einzige Antwort auf alle Fragen zum Thema Lebensqualität. Es braucht in meinen Augen keinen Hype, keine Predigten, keine bunten, esotherischen Schnörkel, keine elitären Zirkel der angeblich allein Wissenden.

Es braucht letztlich nur das eigene Sich-ernst-nehmen. Und damit eine bewusste Vorstellung von Lebensqualität zu entwickeln, die einem Lust macht, ihr aktiv zu folgen.

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Unsere Welt braucht Menschen, die in sich ruhen. Die mit warmen Herzen gelassen und unaufgeregt denken können. Die sowohl der Nüchternheit als auch der Begeisterung einen Platz in ihrem Denken und Handeln einräumen. Die zu Mitgefühl fähig sind, ohne sich darin zu verlieren. Besonders in den aktuellen Zeiten.

Beherzte Grüße
ad

 

 

 

 

 

Jazz und die Steckdose

Jazz Baltica 2015 …. vorbei ist sie für dieses Jahr.

Wie war’s?

Also Freitag war gut.

Und sonst?

Tja, irgendwie mehr Laptops als Musiker auf der Bühne.
Und laut. Richtig laut.
Der Jazzfan an sich gehört ja ohnehin zur leidensfähigen Spezies.
Und man darf mich gern mit Ungewohntem oder Ungewöhnlichem konfrontieren.
Aber das…
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Und? Fährst Du nächstes Jahr wieder hin?

Hmm. Das wäre dann mein 15. Mal hintereinanderweg…
Hmm.
Ich ruhe mich jetzt erstmal ein bisschen aus von dem Krach.
Und lege ein paar CDs von Bill Evans, Lars Danielsson und/oder Jakob Karlzon 3 auf.

Is‘ ja noch ein bisschen Zeit.

Eben.

Erholungsbedürftige Grüße
ad

 

 

Glamour-itis

In diesen Tagen wird viel gestritten um das, was eine Mindestanforderung eines Menschen an das Leben ist: Wieviel – wann – für wen – für was – um welchen Preis – wie oft?

Das berührt einmal mehr die eigene Anspruchskultur. Was ist zumutbar? Was ist unerlässlich? Wo beginnt Luxus? Wo beginnt Armut?  Wir werden eingeladen, unseren eigenen Anspruchshaushalt zu überdenken. Wie entstehen Ansprüche? Was verbinden wir damit? Wie wichtig – oder unwichtig – sind sie?

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Dabei scheint mir die Glamour-itis inzwischen einen hohen Verbreitungsgrad erhalten zu haben. Der Glamour der Tele- und Printwelt hat sich nur zu oft der inneren Ansicht unseres Kopfes bemächtigt. Folglich sieht es dort häufig aus wie im Kinderzimmer: an den Wänden Wrestling-Stars und Showgrößen, Traumvillen und Sportwagen und wir waten durchs Geld. Eine Verbindung zur Realität sucht man oft vergebens. Wie auch – wenn kein innerer Abstand hergestellt wird, keine Souveränität erkennbar ist.
Niemand scheint mehr auf seinen Körper oder seine „Besitztümer“ schauen zu können, ohne einen Vergleich mit der Bilderwelt aus Magazinen und entsprechenden TV-Shows herzustellen, gerade so als ob eine Seite aus der Zeitschrift auf eine durchsichtige Folie gedruckt wurde, und wir sie nun als Schablone für den Blick auf unser Leben benutzen. Jeder scheint das Maximum im Auge zu haben. Bloß nicht zu kurz kommen.

Wo fängt kurz an?

Über Lebenserhaltungskosten und anderes trockenes Zeug zu verfügen ist oft so selbstverständlich, dass wir aufpassen müssen, dass Glamour – und der Drang danach – nicht auf das Niveau eines Grundbedürnisses gehoben wird.

Die Schablonen in den Köpfen der Menschen in anderen Ländern – wie etwa Griechenland – wie mögen sie aussehen? Gibt es welche? Blaupausen für ein besseres Leben? Wir schauen mit viel (km-)Abstand in den südöstlichen Zipfel Europas. Mein Eindruck ist, dass bei uns der Satz: „Das steht mir zu“ ziemlich verbreitet und durchaus selbstbewusst daher kommt.

Was steht den Griechen zu?

Sinnende Grüße
ad

Wussten Sie das…?

Die Selbstmordrate bei Männern liegt 3 x höher als bei Frauen.
Psychische Störungen sollen bei Jungen achtmal häufiger auftreten als bei Mädchen (Walter Hollstein, Soziologe: „Was vom Manne übrig blieb“). Wann ist der Mann ein Mann? das fragt sich beileibe nicht nur Herbert Grönemeyer.

Noch immer fällt es Männern deutlich schwerer, über Gefühle zu reden – aus den unterschiedlichsten Gründen.
Allerdings ist der Mensch gebaut, wie er gebaut ist: Das andauernde Unterdrücken oder Verdrängen von Gefühlen ist und bleibt ein Krankheitsauslöser.
Heutzutage ein Mann zu sein, ist offentsichtlich kein leichtes Unterfangen. Allein deshalb, weil „Mann sein“ so überaus unterschiedlich definiert wird. Und weil Frauen nach wie vor den starken (also finanziell besser gestellten, größeren, älteren) Mann bevorzugen. Emazipation kennt viele Facetten, aber einige Facetten scheinen immer noch zu fehlen.

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Ich treffe als Coach in Unternehmen auf mehr Männer als Frauen – weil die Führungsetagen noch immer von Männern dominiert werden. Ob sie dort glücklich sind? Ob sie dort wirklich sein wollen? Ob sie etwas anderes wollen dürfen? Und welche Preise zahlen sie dafür?

Viele, wirklich viele Erwartungen an sie, auf die mit viel Fassade, viel Maske reagiert wird. Man mag es vielleicht von außen weder sehen noch hören, jedoch – es kostet die Männer jede Menge Kraft, so zu sei, wie sie meinen, sein zu müssen. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass die Antwort darauf häufig aus Alkohol, Tabletten und Depression besteht.
Was jedoch am meisten deutlich wird, wenn man in der Unternehmenslandschaft als Coach tätig ist: Das Bedürfnis danach, mit jemanden zu reden, mit dem man nicht in Konkurrenz steht, sondern einem erwartungsfrei als Mensch unter Menschen begegnet, ist bei den Führungskräften, die einen Coach zu Rate ziehen, riesig. In diesen Gesprächen wird die Sehnsucht nach mehr SLOW LIFE im eigenen Leben überdeutlich. Allein – es fehlt ihnen an innerer Erlaubnis.
Die könnten sie sich geben, wenn die Angst nicht so groß wäre vor all dem, was mit Psy… anfängt – womit allerdings jede Form von Reflexion verbunden ist. Ein scheinbarer Teufelskreis.

Wir Frauen können helfen, in dem wir unsere Erwartungsschraube an Männer runterdrehen, und die eigenen Erwartungen an uns selbst überdenken. Nicht umsonst beschreibe ich in meinem Buch Souveränität als Kernkompetenz, und zwar für Männer UND Frauen. Seien wir uns bewusst: Es gibt für jeden von uns eine Mitte – und dort liegt das Land der Möglichkeiten.

Zugewandte Grüße
ad