Ich bin ein Felsen.

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„Ich bin ein Felsen.
Ich habe Leben und Tod gesehen. Ich habe Glück erfahren, Sorgen und Schmerz.

Ich lebe ein Felsenleben. Ich bin ein Teil unserer Mutter, der Erde. Ich habe ihr Herz an meinem schlagen gefühlt. Ich habe ihren Schmerz gefühlt und ihre Freude.

Ich lebe ein Felsenleben. Ich bin ein Teil unseres Vaters, des großen Geheimnisses. Ich habe seinen Kummer gefühlt und seine Weisheit. Ich habe seine Geschöpfe gesehen, meine Brüder, die redenden Flüsse und Winde, die Blumen, alles, was aufder Erde, alles was im Himmel ist.
Ich bin mit den Sternen verwandt. Ich kann sprechen, wenn du mit mir sprichst. Ich werde zuhören, wenn du mit mir redest. Ich kann dir helfen, wenn du Hilfe brauchst. Aber verletze mich nicht, denn ich kann fühlen wie du. Ich habe Kraft, zu heilen, doch du wirst sie erst suchen müssen.
Vielleicht denkst du, ich bin nur ein Felsen, der in der Stille daliegt auf feuchtem Grund.
Aber das bin ich nicht: Ich bin ein Teil des Lebens, ich lebe, und ich helfe denen, die mich achten.“

Cesspooch/Indianer-Weisheit

Nachhallende Grüße
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Yellow Submarine

rosenblätter gelb

Die Rose gilt als Diva unter den Blumen. Ständig muss man ihr den Puls fühlen. Und bei der kleinsten klimatischen Widrigkeit ist es aus mit ihrer Pracht und sie macht schlapp. Na, manchmal auch wegen menschlicher Widrigkeiten. Aber muss man sich da gleich beschweren?

Allerdings der Duft. Die Form. Die Farbe.
Die Düfte, die Formen, die Farben.
Ach, ich werde immer wieder schwach.
So eine Gärtnerei bringt mich um den finanziellen und gesunden Verstand.

Ich schreibe das hier heimlich, damit es da draußen niemand mitbekommt.
Ich fürchte, Rosen scheinen nicht nur Puls, sondern auch Ohren zu haben.
Sie sehen, unsere Liebe ist kompliziert. Und manchmal steht sie beidseitig auf ziemlich wackeligen Füßen. Zur Zeit allerdings werde ich mit Üppigkeit und prächtiger Schönheit bei Laune gehalten. Nun gut.
Hmm. Sollte ich die Diva sein? Wer weiß.

Duftende Grüße
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Die Lebendigkeit der Handschrift

So viel Individualität steckt in Handschrift. So viel Kreativität und Feinmotorik.
Welch Leistung der Menschheit.
Und nun geht auch sie dahin.
Die Auslöschung von Individualität finde ich tieftraurig – und durchaus besorgniserregend.

Die Lebendigkeit der Handschrift
Tanz der Buchstaben
Mischtechnik auf Leinwand, 60 x 60, ad

Es soll demnächst nur noch die Einheitsbriefmarke geben, die wie eine Rabattmarke aussieht…
Die ortsgebundenen Nummernschilder sollen fallen….
Wir haben alle unsere diversen Nummern und keine Namen mehr….
Das Bargeld soll durch die Plastikkarte ersetzt werden…
Die Rechtschreibung soll weiter nach unten nivelliert werden….
Kunst, Musik, Sport und Werken soll in den Schulen gen Null gehen….
Häuser haben nicht nur aus Geschmacksgründen keinen Stuck bzw. keine Verzierungen mehr…
Und Monsato will uns vorschreiben, welche eine Kartoffelsorte wir noch zu kaufen bekommen sollen…

Und alles für den Götzen „Vereinfachung“.
Was übersetzt „billiger“ bedeutet. Bzw. mehr Gewinn.
Oder „Verdummung“.
Je nachdem von welcher Seite man es betrachten will.

Wir werden unsere bunte kulturelle Vielfalt verlieren.
Lange haben wir uns über gerade Gurken und den Krürmmungswinkel von Bananen lustig gemacht, die uns die EU hat angedeihen lassen.
Spätestens wenn es an unseren menschlichen Krümmungswinkel geht,  wird es mit dem Lachen allerdings vorbei sein.
.
Ich weiß, es gibt zur Zeit viel zu retten: Die Natur, die Tiere, den Ozean, die Luft, den Anstand…ganz zu schweigen von all den Menschen auf der Flucht.

Ich werde die Handschrift retten. Ganz kleiner Rettungsakt. Irgendwo muss man ja anfangen.

Kritzelige Grüße
ad

Der Augenblick des Sommers

Es ist immer ein Augenblick der Wachheit. Und ein Augenblick der Liebe.

Ich schaue an mir herunter, sehe das Farbenspiel der Kleidung und den Schatten der Kletterrose neben mir auf meinem Schoß.
Und dann für den Bruchteil einer Sekunde zoomt mein Blick rechteckig. Kameramäßig.

Sommer

Wie schön, denke ich. Wie besonders. Einfach.

Ich greife zum Fotoapparat. Das Spiel beginnt.
Ein kreatives, lustvolles.

Und so wunderbar frei.
Ich kann tun. Ich kann lassen. Ich kann auf den Kopf stellen.
Ich kann die Augen schließen und einfach draufdrücken.
Verstellen, ausprobieren, ignorieren.
Mutig, unkonventionell, abenteuerlustig.
Ich kann warten. Spüren. Sehen. Atmen.

Das Ergebnis? Ist manchmal ein Ohhh.
Manchmal ein Nee und manchmal ein Tja.
Und manchmal auch ein Ups.

Doch mein Spaß ist davon vollends unabhängig.
Es ist Vergnügen pur.
Das Leben: schön.
Ich bin mir sicher, dass vereint mich mit vielen von Ihnen.
Und auch das ist ein schönes Gefühl.

Sonnengesprenkelte Grüße
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Von Pantoffelhelden…

Pantoffelblume

Dies ist eine Pantoffel-Blume. Hübsch oder hübsch?

Von so einer Blume ist es nur ein kleiner Schritt zum Helden. Geht Ihnen das auch so? Ich weiß ja nicht, was in diesem Fall Ei, was Henne ist.
Doch ein Pantoffelheld zeichnet sich nach landläufiger Darstellung dadurch aus, dass er auswärts große Töne spuckt und zuhause – am heimischen Herd – als braver und vor allem angepasster (Ehe-)Partner daherkommt. Und damit ist er keinesfalls hübsch. Soviel steht fest.

Blumige Grüße
ad