Immer diese zwei Seiten….

Mit Perfektion ist das so eine Sache. Das berühmte einerseits andererseits.
Die Natur ist oft an Perfektion nicht zu übertreffen. Siehe diese Dalie.

Dalie

Und in dieser Form finde ich Perfektion umwerfend toll.
Gleichzeitig schaue ich voll Demut auf soviel perfekte Schönheit.
Mehr will ich jetzt auch nicht.
Ich will mich einfach erfreuen an dem, was ist:
Eine perfekte Dalie in einer unperfekten Welt.
Tiefes Ausatmen. Stilles Genießen.

Dankbare Grüße
ad

Die Mär von den Zeitfressern……

Als ob uns tatsächlich jemand die Zeit wegnehmen könnte….

Jedes – Ich „MUSS“ jetzt noch aufräumen – Ich „MUSS“ dann los – Ich „MUSS“ dann zur Arbeit – ……

Zeitfresser

Sterben, ja, das müssen wir.
Aber der Rest? Ich kenne die Diskussionen darüber, wie „frei“ wir wirklich sind und das der Freiheitsbegriff sehr unterschiedlich interpretiert wird.

Worum es mir geht, ist die Bewusstmachung.
Ob wir wirklich PRÄSENT in unserem Leben sind.
Oder nur in autopilot-mäßigen Räderwerken unterwegs sind.

„MUSS“ geht allzu oft mit FRON einher.
Mit – geht nicht anders.
Mit – ist einfach so.
Mit – war schon immer so.

Ich will zum Sport – klingt eindeutig anders als: ich muss zum Sport.
Nämlich eigenverantwortlich.

Ich möchte jetzt nach Hause gehen – klingt eindeutig anders als: Ich muss jetzt (leider) gehen….
Nämlich ehrlich.

Selbstbestimmt handeln zu können, jedenfalls so weitestgehend wie möglich, ist doch gerade in diesen Zeiten, wo soviel Freiheiten von Bürgern und Bürgerinnen allein auf dem europäischen Kontinent beschnitten werden, ein hohes Gut.
Ich wünschte es würden sich mehr dieser Art von „Verlockung“ hingeben. Und was ist diese „Verlockung“? Es ist das Erwachsensein, die Reife – im besten Sinne. Dort ist die Souveränität zuhause, die uns mächtig (!) gut tun würde.

Lockende Grüße
ad

Von Brausetabletten und Zufallsgemisch…

„Guten Abend. Mein Name ist Gustav Hügel. So wie Sie da sitzen, sehe ich es deutlich. Soll ich sagen, was Ihnen fehlt? Die Zeitlosigkeit, das Vollindividuum!
Sie wollen weit vorne mitschwimmen in der Zeitenbrühe, in diesem Zufallsgesmisch, und dabei lösen Sie sich auf wie eine Brausetablette.“

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Aus: „Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel“ von Moritz Rinke

Echte Grüße in Pseudo-Zeiten
ad

Die Sehnsucht nach Qualität und Konzentration…

„Wenn bloß diese dauernden Unterbrechungen nicht wären…..“
Diesem Stoßseufzer begegne ich in Unternehmen sehr häufig.

Ganz egal, ob Telefone, Vorgesetzte, allgemeine Arbeitsverdichtung…Multitasking-Anforderungen, wohin ich auch höre und schaue.

Das meiste, was „rausreißt“, wird als Belastung empfunden.
Und „reißen“ hat durchaus eine gewaltvolle Komponente.
Wir wissen außerdem, dass bei Multitasking die Ablenkung einprogrammiert ist. Das eine lenkt auf das andere lenkt auf das Dritte lenkt auf das (Un-)Wichtige lenkt auf …..

Schutzschild, Mischtechnik auf Leinwand, 90 x 90
Schutzschild, Mischtechnik auf Leinwand, 90 x 90, ad

Da erzählen uns die US-Wissenschaftler Csikszentmihalyi/ LeFevre nichts Neues. Durch deren messen, wiegen und zählen haben wir es nun schriftlich: Menschen, die man sich auf die Arbeit konzentrieren lässt, sind zufriedener. Gemeint ist: auf eine Aufgabe zur Zeit. Ausreichende Zeit wohlgemerkt. Überrascht das irgendjemanden?

Unzufrieden zu sein, mit der Qualität der abgelieferten Arbeit, obwohl man weiß, da wäre Besseres drin gewesen, führt zu einem Kuriosum: Einerseits fühlen wir uns latent unterfordert (wir bleiben hinter unseren Möglichkeiten zurück) bei gleichzeitigem Überforderungsgefühl durch die Menge der Arbeit.

Zudem ist es ein alter (psychologischer ) Hut, dass wir uns selbst entwertet fühlen, wenn es egal ist, ob ich eine Sache wirklich gut gemacht habe oder nicht. Und das Ergebnis selbst verliert ebenfalls an Bedeutung. Stattdessen: Hauptsache viel, Hauptsache schnell.

Im allgemeinen wollen die Menschen die Dinge/die Arbeiten „gut“ machen. Dies ist keinesfalls ein Loblied auf Perfektion. Ganz im Gegenteil. Etwas in der Tiefe „richtig“ machen zu können, bedeutet nicht, sich in Perfektion zu verlieren.
Gleichwohl steht die Forderung im Raum: Lasst uns doch mal in Ruhe etwas zu Ende bringen! „Bringen“ – wir wollen ja: uns einsetzen, einbringen, reinknien…

Natürlich gibt es die Auswüchse nach rechts und links: Das Peter-Prinzip z. B. (besagt, dass eine Arbeit genau so lange dauert, wie Zeit zur Verfügung gestellt wird) und ja, ich kann mich auch an Arbeiten festhalten und mir versuchen, einen lauen Lenz zu machen. Und ja, die Welt ist komplex. Aber offen gesagt, schafft mich diese Komplexität langsam…. Nicht alles lässt sich mit Komplexität erklären, entschuldigen, gar alternativlos sein.

Einerseits stürzt sich die Werbung darauf, alles mit (angeblichem) Qualitätssiegel zu verkaufen. Dabei erfährt jeder von uns ein ums andere Mal, dass es mit der versprochenen Qualität nicht weit her ist. Wie auch, wenn time dauernd money ist. Schade, wir hatten in Deutschland gute Voraussetzungen. Made in Germany galt etwas. Doch kaum habe ich das ausgesprochen, kommt schon die Globalisierungskeule.

Ich hege die Überzeugung, dass die meisten Menschen eine Sehnsucht nach Qualität in sich tragen. Eine Sehnsucht, selbst Qualität erbracht zu haben: Durchdachtes, Abgerundetes, „Hand und Fuß“ soll das haben, was wir tun. Die Menschen wollen sich konzentrieren, einlassen.

Sie bedürfen dem tiefen Zufriedenheitsgefühl, etwas „anständig“ zu Ende gebracht zu haben. Sich selbst und einer Aufgabe „gerecht“ geworden zu sein. Gerecht gilt in diesem Fall für beide Seiten. Wir empfinden es als ungerecht, wenn nur die Aufgabe bekommt, was sie braucht, nämlich so schnell wie möglich erledigt worden zu sein. Wie soll da Zufriedenheitsgefühl entstehen? Wir sollen doch gesund bleiben, arbeitsfähig, leistungstauglich and ever, ever motiviert. Ja, manchmal macht es richtig Spaß, z. B. wenn einem die Dinge gut von der Hand gehen – bei gleichzeitigem Gefühl von erbrachter Qualität.

Der Kapitalismus – um es jetzt mal auf diesen Nenner zu bringen – weigert sich allerdings in hohem Maße, den Menschen und seine Natur anzuerkennen. All das psychologische Wissen, was seit vielen Jahrzehnten vorhanden ist, wird in weiten Teilen ignoriert, belächelt, abgewertet oder gar bekämpft. All die genetischen Stempel aus den Urzeiten (z.B. Flucht/Kampf-Reflex hat Stressrelevanz) werden machtvoll(!) beiseite gewischt.

Bei einer Sache zu bleiben, bedeutet auch, Nähe herzustellen. Eine Beziehung. So entsteht Verantwortungsgefühl!  Nur so sind mir die Dinge/Arbeiten nicht egal.
Doch unsere Arbeitswelt (bzw. die dafür Verantwortlichen) will gewaschen werden, ohne sich nass machen zu lassen. Sie will unser Verantwortungsgefühl für zu erledigende Arbeiten, aber sie schafft weder den Rahmen noch nimmt sie die menschliche Natur ernst. Ein vielschichtiges Thema.

Und doch ist es das, was zu beklagen ist: Wenn mein ganzes (Arbeits-)Leben von Schnelligkeit und Multitasking durchzogen ist, verlieren die Dinge/die Arbeit an Wert. Eben weil es egal zu sein scheint. Kommt nicht mehr drauf an. Kümmert ja niemanden. Hauptsache….
Wenn es einfach niemanden mehr interessiert, ob irgendetwas Qualität hat, insbesondere im Hinblick auf das, was ich mache und vor allem wie ich es mache und wie ich mich dabei fühle, dann braucht sich keiner über das Ergebnis zu wundern. Am Ende fühlt sich niemand mehr für irgendetwas oder gar irgendwen zuständig, denn der Mensch kann nicht unendlich aus sich selbst schöpfen, während die Umwelt ihn unentwegt zur Ader lässt.

Denn natürlich hängt das alles miteinander zusammen und berührt unsere gesamte gesellschaftliche Verfassung: Die Verwahrlosung auf den verschiedensten Ebenen (von Kindern, von Orten, von Wohnungen, von Sprache). Die Hemmschwellen sinken und sinken, ob beim Diebstahl, dem Einsatz von körperlicher Gewalt, Vandalismus oder Zerstörungswut. Wundern wir uns tatsächlich über die mangelnde Herzenswärme vieler Menschen, während die Verflachung intellektueller Ansprüche sich wie Schwamm ausbreitet?
Anstand fällt nicht vom Himmel! Er braucht Vorbild, Pflege und Anerkennung. Und er braucht Zeit! Dasselbe gilt für Herzensbildung. Sie entsteht dadurch, dass sich Menschen Zeit für Nähe nehmen! Und gesunde Selbstliebe bedarf ebenfalls der Zeit. Den eigenen Brunnen ausreichend zu füllen, dafür brauchen wir ZEIT.
Raube dem Menschen all seine Zeit und er verkommt zum Zerrbild seiner Möglichkeiten. Samt den dazugehörigen Konsequenzen.

Es muss deshalb – im besten Sinne – dringend wieder mehr Ruhe ins Arbeitsleben. Von dort ertönen die Signale, die unseren gesamten Lebenstakt infiltrieren. Ich bin der festen Überzeugung, dass es ein Trugschluss ist, zu glauben, mit mehr Ruhe würden wir wirtschaftlich zurückfallen. Die Frage bleibt außerdem, wie hier das Zurück zu definieren ist.
Nicht zuletzt ist Sehnsucht ein Tropfen, der Steine höhlt. Und damit nicht zu unterschätzen!

Beherzte Grüße
ad

Wildblumenwiese

Beim Malen herrscht alle Freiheit.
Farben, Formen, Gestus – jeder wie er will.

Wildblumenwiese neu
Wildblumenwiese, Acryl auf Leinwand, 120 x 50 cm, ad

Der Maler mutet dem Betrachter alles zu.
Er verlässt sich darauf, dass der Betrachter seine Eigenverantwortung lebt und mit Gefallen oder Nicht-Gefallen adäquat umgeht.

Niemand wird ernsthaft erwarten, dass jemand das Werk enthusiastisch abknutscht oder es voller Abscheu mit den Fäusten traktiert. Auch brüllt in aller Regel niemand die Leinwand an.

Das wäre doch schön, wir gingen mit Meinungen um wie mit Bildern.
Wo wir doch sogar ein Wort dafür haben:
Meinungsbild.

Bunte Grüße
ad

Begrenztes Denken

Konsum gehört zu unserem Leben. Das lateinische Wort konsumieren bedeutet: Lebens- und Genussmittel verbrauchen.
Jeder Apfel, den wir vom Baum pflücken und munter verzehren, ist ein Akt des Konsums. Damit ist klar: ohne Konsum können wir nicht überleben.

Auch das der eine mehr Appetit hat, als der andere, einen unterschiedlichen Geschmack hat, einen anderen Stoffwechsel, andere Bedürfnisse, alles klar verständlich und nachvollziehbar. Und ja, auch hier gibt es eine psychologische Komponente, die ich hier jedoch zurückstellen möchte.

Begrenztes Denken
Begrenztes Denken, Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 80, AD
Preis auf Anfrage

Nun leben wir nicht im luftleeren Raum.
Wir werden mannigfaltig von Werbung, Heilsversprechen, Permanent-Lügen, manipulierendem Fotomaterial, Nachrichten-Stereotypen etc. heimgesucht.
Auch zuhause, in unserem Umfeld, auf unserer Arbeit gibt es stetige Wiederholungsschleifen von mehr oder weniger wahren Mitteilungen und Einlassungen, von Pseudo-Meinungen.

Es stimmt: Es ist nicht leicht, ein aufgeklärter Bürger zu sein – und zu bleiben.
Zudem ist unser Alltag ist so angelegt, dass so wenig Zeit wie möglich zum (Nach-)Denken bleibt.
Aus meiner Sicht hat das Methode.
Wir sollen nicht denken. Wir sollen konsumieren. Und das vor allem OHNE WIDERSTAND.
Denn es geht hier in erster Linie um Menge. Wir sollen einfach den Mund aufmachen und schlucken. Dabei spielen sie uns Wohlfühlmusik beim Einkaufen vor, gestalten das Design eines jeden Verkaufstempels mit tiefenpsychologischer Raffinesse, umgarnen unsere Nasen mit synthetischen (!) Düften von Flora und Fauna. Um nur ein Beispiel zu nennen.

Damit kein Missverständnis entsteht: Ich empfinde mich deshalb nicht als Opfer. Wie viele andere Menschen auch.
Jedoch ist der Hinweis berechtigt, dass unsere Wachheit – unserem Denken –  letztlich keinerlei Pause erlaubt werden kann. Besser – erlaubt werden dürfte.
Doch wer hält das durch? Und um welchen Preis?

Und das ist das eigentliche Dilemma.
Ja, wir müssen vielmehr hinterfragen.
Ja, wir müssen bewusster durchs Leben gehen.
Und ja, wir brauchen mehr Entspannung von all dieser Wachheit.

Und wenn es 1 Million mal gesagt wurde, ich sage es noch einmal:
Es braucht eine Balance in unserem Leben.
Zum Beispiel zwischen gesundem und fragwürdigen Konsum.
Und der einzige, der hierfür die entsprechende Größe vorgeben kann, sind wir selbst.

Das bedeutet:
Ja, wir leben mit einem bestimmten Maß an Blind- und Taubheit.
Andernfalls drehen wir durch.
Und ja, wir brauchen die Wachheit des Einzelnen.
Sonst gehen wir unter.

Für meinen Teil: Ziehen Sie die Grenze nicht zu früh.
Und lassen Sie Zeiten der Stille und Einkehr in Ihr Leben.
Dann wird das was mit dem „gesunden Maß“ an begrenztem Denken!

Balancierende Grüße
ad