Und wieder eine Frage der Haltung

Nachfolgender Text von Albert Schweitzer war mir immer eine Richtschnur…
Ihnen vielleicht auch?

„Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein.
Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen – wenn ich es kann.
Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten.
Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt.
Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben.
Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen.
Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen;
lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens.
Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben.
Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen:
dies ist mein Werk.“

© Albert Schweitzer (1875 – 1965), deutsch-französischer Arzt, Theologe, Musiker und Kulturphilosoph, 1952 Friedensnobelpreis

Dies ist mein Werk – ich wünsche mir noch viel, viel mehr Menschen, die so klar ihre Verantwortung benennen. In meinem beruflichen Alltag finden sich so viele Jein-Sager. Damit meine ich Menschen, die eher zu der Einstellung neigen: Ja, den Arbeitgeber gern, diese Sicherheiten, den kurzen Arbeitsweg – aber bitte nicht diese Kunden oder diesen Chef oder diese Kollegen oder diese Mitarbeiter oder oder oder. Weil: alles geradezu unverschämte Ansinnen….
Dann vermisse ich schmerzlich den Erwachsenen im Gegenüber. So unglaublich viel Kindergarten…so wenig Souveränität. Sehe ich zu schwarz? Sagen Sie es mir.

Bunte Grüße (hoffe ich doch)

ad

Ein Gedanke zu “Und wieder eine Frage der Haltung

  1. Das ist ja mal ein toller Text ! Präzise Sätze, die sofort die eigenen Haltung reflektieren lassen !
    Damit tritt A.S. dem allgemeinen Gejammer gegenüber!
    Nur wer mitdenken will, kann hier Sinn schöpfen. Leider:; populär ist das keinesfalls!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.