Die Sehnsucht nach Qualität und Konzentration…

„Wenn bloß diese dauernden Unterbrechungen nicht wären…..“
Diesem Stoßseufzer begegne ich in Unternehmen sehr häufig.

Ganz egal, ob Telefone, Vorgesetzte, allgemeine Arbeitsverdichtung…Multitasking-Anforderungen, wohin ich auch höre und schaue.

Das meiste, was „rausreißt“, wird als Belastung empfunden.
Und „reißen“ hat durchaus eine gewaltvolle Komponente.
Wir wissen außerdem, dass bei Multitasking die Ablenkung einprogrammiert ist. Das eine lenkt auf das andere lenkt auf das Dritte lenkt auf das (Un-)Wichtige lenkt auf …..

Schutzschild, Mischtechnik auf Leinwand, 90 x 90
Schutzschild, Mischtechnik auf Leinwand, 90 x 90, ad

Da erzählen uns die US-Wissenschaftler Csikszentmihalyi/ LeFevre nichts Neues. Durch deren messen, wiegen und zählen haben wir es nun schriftlich: Menschen, die man sich auf die Arbeit konzentrieren lässt, sind zufriedener. Gemeint ist: auf eine Aufgabe zur Zeit. Ausreichende Zeit wohlgemerkt. Überrascht das irgendjemanden?

Unzufrieden zu sein, mit der Qualität der abgelieferten Arbeit, obwohl man weiß, da wäre Besseres drin gewesen, führt zu einem Kuriosum: Einerseits fühlen wir uns latent unterfordert (wir bleiben hinter unseren Möglichkeiten zurück) bei gleichzeitigem Überforderungsgefühl durch die Menge der Arbeit.

Zudem ist es ein alter (psychologischer ) Hut, dass wir uns selbst entwertet fühlen, wenn es egal ist, ob ich eine Sache wirklich gut gemacht habe oder nicht. Und das Ergebnis selbst verliert ebenfalls an Bedeutung. Stattdessen: Hauptsache viel, Hauptsache schnell.

Im allgemeinen wollen die Menschen die Dinge/die Arbeiten „gut“ machen. Dies ist keinesfalls ein Loblied auf Perfektion. Ganz im Gegenteil. Etwas in der Tiefe „richtig“ machen zu können, bedeutet nicht, sich in Perfektion zu verlieren.
Gleichwohl steht die Forderung im Raum: Lasst uns doch mal in Ruhe etwas zu Ende bringen! „Bringen“ – wir wollen ja: uns einsetzen, einbringen, reinknien…

Natürlich gibt es die Auswüchse nach rechts und links: Das Peter-Prinzip z. B. (besagt, dass eine Arbeit genau so lange dauert, wie Zeit zur Verfügung gestellt wird) und ja, ich kann mich auch an Arbeiten festhalten und mir versuchen, einen lauen Lenz zu machen. Und ja, die Welt ist komplex. Aber offen gesagt, schafft mich diese Komplexität langsam…. Nicht alles lässt sich mit Komplexität erklären, entschuldigen, gar alternativlos sein.

Einerseits stürzt sich die Werbung darauf, alles mit (angeblichem) Qualitätssiegel zu verkaufen. Dabei erfährt jeder von uns ein ums andere Mal, dass es mit der versprochenen Qualität nicht weit her ist. Wie auch, wenn time dauernd money ist. Schade, wir hatten in Deutschland gute Voraussetzungen. Made in Germany galt etwas. Doch kaum habe ich das ausgesprochen, kommt schon die Globalisierungskeule.

Ich hege die Überzeugung, dass die meisten Menschen eine Sehnsucht nach Qualität in sich tragen. Eine Sehnsucht, selbst Qualität erbracht zu haben: Durchdachtes, Abgerundetes, „Hand und Fuß“ soll das haben, was wir tun. Die Menschen wollen sich konzentrieren, einlassen.

Sie bedürfen dem tiefen Zufriedenheitsgefühl, etwas „anständig“ zu Ende gebracht zu haben. Sich selbst und einer Aufgabe „gerecht“ geworden zu sein. Gerecht gilt in diesem Fall für beide Seiten. Wir empfinden es als ungerecht, wenn nur die Aufgabe bekommt, was sie braucht, nämlich so schnell wie möglich erledigt worden zu sein. Wie soll da Zufriedenheitsgefühl entstehen? Wir sollen doch gesund bleiben, arbeitsfähig, leistungstauglich and ever, ever motiviert. Ja, manchmal macht es richtig Spaß, z. B. wenn einem die Dinge gut von der Hand gehen – bei gleichzeitigem Gefühl von erbrachter Qualität.

Der Kapitalismus – um es jetzt mal auf diesen Nenner zu bringen – weigert sich allerdings in hohem Maße, den Menschen und seine Natur anzuerkennen. All das psychologische Wissen, was seit vielen Jahrzehnten vorhanden ist, wird in weiten Teilen ignoriert, belächelt, abgewertet oder gar bekämpft. All die genetischen Stempel aus den Urzeiten (z.B. Flucht/Kampf-Reflex hat Stressrelevanz) werden machtvoll(!) beiseite gewischt.

Bei einer Sache zu bleiben, bedeutet auch, Nähe herzustellen. Eine Beziehung. So entsteht Verantwortungsgefühl!  Nur so sind mir die Dinge/Arbeiten nicht egal.
Doch unsere Arbeitswelt (bzw. die dafür Verantwortlichen) will gewaschen werden, ohne sich nass machen zu lassen. Sie will unser Verantwortungsgefühl für zu erledigende Arbeiten, aber sie schafft weder den Rahmen noch nimmt sie die menschliche Natur ernst. Ein vielschichtiges Thema.

Und doch ist es das, was zu beklagen ist: Wenn mein ganzes (Arbeits-)Leben von Schnelligkeit und Multitasking durchzogen ist, verlieren die Dinge/die Arbeit an Wert. Eben weil es egal zu sein scheint. Kommt nicht mehr drauf an. Kümmert ja niemanden. Hauptsache….
Wenn es einfach niemanden mehr interessiert, ob irgendetwas Qualität hat, insbesondere im Hinblick auf das, was ich mache und vor allem wie ich es mache und wie ich mich dabei fühle, dann braucht sich keiner über das Ergebnis zu wundern. Am Ende fühlt sich niemand mehr für irgendetwas oder gar irgendwen zuständig, denn der Mensch kann nicht unendlich aus sich selbst schöpfen, während die Umwelt ihn unentwegt zur Ader lässt.

Denn natürlich hängt das alles miteinander zusammen und berührt unsere gesamte gesellschaftliche Verfassung: Die Verwahrlosung auf den verschiedensten Ebenen (von Kindern, von Orten, von Wohnungen, von Sprache). Die Hemmschwellen sinken und sinken, ob beim Diebstahl, dem Einsatz von körperlicher Gewalt, Vandalismus oder Zerstörungswut. Wundern wir uns tatsächlich über die mangelnde Herzenswärme vieler Menschen, während die Verflachung intellektueller Ansprüche sich wie Schwamm ausbreitet?
Anstand fällt nicht vom Himmel! Er braucht Vorbild, Pflege und Anerkennung. Und er braucht Zeit! Dasselbe gilt für Herzensbildung. Sie entsteht dadurch, dass sich Menschen Zeit für Nähe nehmen! Und gesunde Selbstliebe bedarf ebenfalls der Zeit. Den eigenen Brunnen ausreichend zu füllen, dafür brauchen wir ZEIT.
Raube dem Menschen all seine Zeit und er verkommt zum Zerrbild seiner Möglichkeiten. Samt den dazugehörigen Konsequenzen.

Es muss deshalb – im besten Sinne – dringend wieder mehr Ruhe ins Arbeitsleben. Von dort ertönen die Signale, die unseren gesamten Lebenstakt infiltrieren. Ich bin der festen Überzeugung, dass es ein Trugschluss ist, zu glauben, mit mehr Ruhe würden wir wirtschaftlich zurückfallen. Die Frage bleibt außerdem, wie hier das Zurück zu definieren ist.
Nicht zuletzt ist Sehnsucht ein Tropfen, der Steine höhlt. Und damit nicht zu unterschätzen!

Beherzte Grüße
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Wildblumenwiese

Beim Malen herrscht alle Freiheit.
Farben, Formen, Gestus – jeder wie er will.

Wildblumenwiese neu
Wildblumenwiese, Acryl auf Leinwand, 120 x 50 cm, ad

Der Maler mutet dem Betrachter alles zu.
Er verlässt sich darauf, dass der Betrachter seine Eigenverantwortung lebt und mit Gefallen oder Nicht-Gefallen adäquat umgeht.

Niemand wird ernsthaft erwarten, dass jemand das Werk enthusiastisch abknutscht oder es voller Abscheu mit den Fäusten traktiert. Auch brüllt in aller Regel niemand die Leinwand an.

Das wäre doch schön, wir gingen mit Meinungen um wie mit Bildern.
Wo wir doch sogar ein Wort dafür haben:
Meinungsbild.

Bunte Grüße
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Begrenztes Denken

Konsum gehört zu unserem Leben. Das lateinische Wort konsumieren bedeutet: Lebens- und Genussmittel verbrauchen.
Jeder Apfel, den wir vom Baum pflücken und munter verzehren, ist ein Akt des Konsums. Damit ist klar: ohne Konsum können wir nicht überleben.

Auch das der eine mehr Appetit hat, als der andere, einen unterschiedlichen Geschmack hat, einen anderen Stoffwechsel, andere Bedürfnisse, alles klar verständlich und nachvollziehbar. Und ja, auch hier gibt es eine psychologische Komponente, die ich hier jedoch zurückstellen möchte.

Begrenztes Denken
Begrenztes Denken, Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 80, AD
Preis auf Anfrage

Nun leben wir nicht im luftleeren Raum.
Wir werden mannigfaltig von Werbung, Heilsversprechen, Permanent-Lügen, manipulierendem Fotomaterial, Nachrichten-Stereotypen etc. heimgesucht.
Auch zuhause, in unserem Umfeld, auf unserer Arbeit gibt es stetige Wiederholungsschleifen von mehr oder weniger wahren Mitteilungen und Einlassungen, von Pseudo-Meinungen.

Es stimmt: Es ist nicht leicht, ein aufgeklärter Bürger zu sein – und zu bleiben.
Zudem ist unser Alltag ist so angelegt, dass so wenig Zeit wie möglich zum (Nach-)Denken bleibt.
Aus meiner Sicht hat das Methode.
Wir sollen nicht denken. Wir sollen konsumieren. Und das vor allem OHNE WIDERSTAND.
Denn es geht hier in erster Linie um Menge. Wir sollen einfach den Mund aufmachen und schlucken. Dabei spielen sie uns Wohlfühlmusik beim Einkaufen vor, gestalten das Design eines jeden Verkaufstempels mit tiefenpsychologischer Raffinesse, umgarnen unsere Nasen mit synthetischen (!) Düften von Flora und Fauna. Um nur ein Beispiel zu nennen.

Damit kein Missverständnis entsteht: Ich empfinde mich deshalb nicht als Opfer. Wie viele andere Menschen auch.
Jedoch ist der Hinweis berechtigt, dass unsere Wachheit – unserem Denken –  letztlich keinerlei Pause erlaubt werden kann. Besser – erlaubt werden dürfte.
Doch wer hält das durch? Und um welchen Preis?

Und das ist das eigentliche Dilemma.
Ja, wir müssen vielmehr hinterfragen.
Ja, wir müssen bewusster durchs Leben gehen.
Und ja, wir brauchen mehr Entspannung von all dieser Wachheit.

Und wenn es 1 Million mal gesagt wurde, ich sage es noch einmal:
Es braucht eine Balance in unserem Leben.
Zum Beispiel zwischen gesundem und fragwürdigen Konsum.
Und der einzige, der hierfür die entsprechende Größe vorgeben kann, sind wir selbst.

Das bedeutet:
Ja, wir leben mit einem bestimmten Maß an Blind- und Taubheit.
Andernfalls drehen wir durch.
Und ja, wir brauchen die Wachheit des Einzelnen.
Sonst gehen wir unter.

Für meinen Teil: Ziehen Sie die Grenze nicht zu früh.
Und lassen Sie Zeiten der Stille und Einkehr in Ihr Leben.
Dann wird das was mit dem „gesunden Maß“ an begrenztem Denken!

Balancierende Grüße
ad

Ich bin ein Felsen.

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„Ich bin ein Felsen.
Ich habe Leben und Tod gesehen. Ich habe Glück erfahren, Sorgen und Schmerz.

Ich lebe ein Felsenleben. Ich bin ein Teil unserer Mutter, der Erde. Ich habe ihr Herz an meinem schlagen gefühlt. Ich habe ihren Schmerz gefühlt und ihre Freude.

Ich lebe ein Felsenleben. Ich bin ein Teil unseres Vaters, des großen Geheimnisses. Ich habe seinen Kummer gefühlt und seine Weisheit. Ich habe seine Geschöpfe gesehen, meine Brüder, die redenden Flüsse und Winde, die Blumen, alles, was aufder Erde, alles was im Himmel ist.
Ich bin mit den Sternen verwandt. Ich kann sprechen, wenn du mit mir sprichst. Ich werde zuhören, wenn du mit mir redest. Ich kann dir helfen, wenn du Hilfe brauchst. Aber verletze mich nicht, denn ich kann fühlen wie du. Ich habe Kraft, zu heilen, doch du wirst sie erst suchen müssen.
Vielleicht denkst du, ich bin nur ein Felsen, der in der Stille daliegt auf feuchtem Grund.
Aber das bin ich nicht: Ich bin ein Teil des Lebens, ich lebe, und ich helfe denen, die mich achten.“

Cesspooch/Indianer-Weisheit

Nachhallende Grüße
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Yellow Submarine

rosenblätter gelb

Die Rose gilt als Diva unter den Blumen. Ständig muss man ihr den Puls fühlen. Und bei der kleinsten klimatischen Widrigkeit ist es aus mit ihrer Pracht und sie macht schlapp. Na, manchmal auch wegen menschlicher Widrigkeiten. Aber muss man sich da gleich beschweren?

Allerdings der Duft. Die Form. Die Farbe.
Die Düfte, die Formen, die Farben.
Ach, ich werde immer wieder schwach.
So eine Gärtnerei bringt mich um den finanziellen und gesunden Verstand.

Ich schreibe das hier heimlich, damit es da draußen niemand mitbekommt.
Ich fürchte, Rosen scheinen nicht nur Puls, sondern auch Ohren zu haben.
Sie sehen, unsere Liebe ist kompliziert. Und manchmal steht sie beidseitig auf ziemlich wackeligen Füßen. Zur Zeit allerdings werde ich mit Üppigkeit und prächtiger Schönheit bei Laune gehalten. Nun gut.
Hmm. Sollte ich die Diva sein? Wer weiß.

Duftende Grüße
ad

Die Lebendigkeit der Handschrift

So viel Individualität steckt in Handschrift. So viel Kreativität und Feinmotorik.
Welch Leistung der Menschheit.
Und nun geht auch sie dahin.
Die Auslöschung von Individualität finde ich tieftraurig – und durchaus besorgniserregend.

Die Lebendigkeit der Handschrift
Tanz der Buchstaben
Mischtechnik auf Leinwand, 60 x 60, ad

Es soll demnächst nur noch die Einheitsbriefmarke geben, die wie eine Rabattmarke aussieht…
Die ortsgebundenen Nummernschilder sollen fallen….
Wir haben alle unsere diversen Nummern und keine Namen mehr….
Das Bargeld soll durch die Plastikkarte ersetzt werden…
Die Rechtschreibung soll weiter nach unten nivelliert werden….
Kunst, Musik, Sport und Werken soll in den Schulen gen Null gehen….
Häuser haben nicht nur aus Geschmacksgründen keinen Stuck bzw. keine Verzierungen mehr…
Und Monsato will uns vorschreiben, welche eine Kartoffelsorte wir noch zu kaufen bekommen sollen…

Und alles für den Götzen „Vereinfachung“.
Was übersetzt „billiger“ bedeutet. Bzw. mehr Gewinn.
Oder „Verdummung“.
Je nachdem von welcher Seite man es betrachten will.

Wir werden unsere bunte kulturelle Vielfalt verlieren.
Lange haben wir uns über gerade Gurken und den Krürmmungswinkel von Bananen lustig gemacht, die uns die EU hat angedeihen lassen.
Spätestens wenn es an unseren menschlichen Krümmungswinkel geht,  wird es mit dem Lachen allerdings vorbei sein.
.
Ich weiß, es gibt zur Zeit viel zu retten: Die Natur, die Tiere, den Ozean, die Luft, den Anstand…ganz zu schweigen von all den Menschen auf der Flucht.

Ich werde die Handschrift retten. Ganz kleiner Rettungsakt. Irgendwo muss man ja anfangen.

Kritzelige Grüße
ad

Der Augenblick des Sommers

Es ist immer ein Augenblick der Wachheit. Und ein Augenblick der Liebe.

Ich schaue an mir herunter, sehe das Farbenspiel der Kleidung und den Schatten der Kletterrose neben mir auf meinem Schoß.
Und dann für den Bruchteil einer Sekunde zoomt mein Blick rechteckig. Kameramäßig.

Sommer

Wie schön, denke ich. Wie besonders. Einfach.

Ich greife zum Fotoapparat. Das Spiel beginnt.
Ein kreatives, lustvolles.

Und so wunderbar frei.
Ich kann tun. Ich kann lassen. Ich kann auf den Kopf stellen.
Ich kann die Augen schließen und einfach draufdrücken.
Verstellen, ausprobieren, ignorieren.
Mutig, unkonventionell, abenteuerlustig.
Ich kann warten. Spüren. Sehen. Atmen.

Das Ergebnis? Ist manchmal ein Ohhh.
Manchmal ein Nee und manchmal ein Tja.
Und manchmal auch ein Ups.

Doch mein Spaß ist davon vollends unabhängig.
Es ist Vergnügen pur.
Das Leben: schön.
Ich bin mir sicher, dass vereint mich mit vielen von Ihnen.
Und auch das ist ein schönes Gefühl.

Sonnengesprenkelte Grüße
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Von Pantoffelhelden…

Pantoffelblume

Dies ist eine Pantoffel-Blume. Hübsch oder hübsch?

Von so einer Blume ist es nur ein kleiner Schritt zum Helden. Geht Ihnen das auch so? Ich weiß ja nicht, was in diesem Fall Ei, was Henne ist.
Doch ein Pantoffelheld zeichnet sich nach landläufiger Darstellung dadurch aus, dass er auswärts große Töne spuckt und zuhause – am heimischen Herd – als braver und vor allem angepasster (Ehe-)Partner daherkommt. Und damit ist er keinesfalls hübsch. Soviel steht fest.

Blumige Grüße
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„Wir erwarten da einen Boom“

…heißt es bei Kendrion Kuhnke.

Und worum geht es?
Die E-Autos, die uns über kurz oder lang allseits begegnen werden, fahren lautlos.
Das allein ist doch eine wunderbare Aussicht. Balsam für die Seele von Anwohnern vielbefahrener Straßen oder gar von Autobahnen.

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Nun aber sollen die Autos – per Gesetz – auf keinen Fall so leise bleiben.

Und zwar aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. Denn wenn Autos lautlos heranrollen, wächst die Unfallgefahr. Außerdem wünscht man dem Autofahrer eine „gewisse Rückmeldung aus dem Motorraum“, da ohne Auto-Nebengeräusche ein Verlust des Gefühls für Geschwindigkeit verloren ginge.
Wir sprechen hier übrigens von einer zu erzeugenden Lautstärke, die einem Kühlschrank-Aggregat gleichkommen soll. Und nur die Anfahrt soll akustisch unterstützt werden, so bis 20 km/h. Danach würden die Wind- und Rollgeräusche die Akustik-Aufgabe übernehmen.

Und genau daran verdienen nun die Firmen: am Geräusche machen. Manche lehnen sich akustisch an den Klang einer U-Bahn an, andere brauchen einen „bulligen Achtzylinder-Sound“ – letztlich kann sich jeder Hersteller seinen eigenen markenspezifischen E-Mobil-Klang herstellen lassen.

Wenn das Ganze allerdings bei 20 km/h zum Erliegen kommt, wo greift da das Argument, dass das Gefühl für Geschwindigkeit auch eine akustische Warnstufe braucht? Das übernehmen dann die Wind- und Rollgeräusche. Oder?
Wäre ja auch nicht auszudenken, wenn zu den 180 Sachen entsprechend laute und künstlich erzeugte U-Bahn-Geräusche an uns vorbeiratterten. Also so ganz ausgereift…

Windige Grüße

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