Slow Madness

Beim olympischen Spiel geht es schon lange nicht mehr um Spiel.
Nicht nur der gesamte Medienzirkus und die angestrebte Gewinnmaximierung, sondern auch die Dopingskandale führen das Spektakel ad absurdum.

Und dann wird noch (zum Beispiel beim Rodel-Doppelsitzer – und nicht nur da)
in 1000stel Sekunden verloren oder gewonnen.
1000stel Sekunde. Es tut mir leid, ich finde das nur noch lächerlich. Und das trotz der ganzen Quälereien und Strapazen, die die Sportler über Jahre über sich ergehen lassen bzw. aus sich herauszwingen. „Zuerst tun die Beine weh. Manchmal hat man vor dem Ende wegen der trockenen Luft auch Kopfschmerzen“, beschreibt Eislaufschnellläufer die Becker die Torturen der 10.000-Meter-Distanz.“

Bildergebnis für clock .uk

Sie hören es schon – ich bin kein Freund von Leistungssport. Zumindest nicht, wenn er sich im 1000stel-Sekunden-Bereich bewegt. Gewinnt man beim Weitsprung inzwischen mit einem 1000stel cm?
Meine Phantasie reicht nicht aus, um zu ermessen, was Menschen über Jahre antreibt, den eigenen Körper so zu schinden. Vor allem, wenn es um Sportarten geht, bei denen Geschwindigkeit eine Rolle spielt. Also nein, ich bewundere diese Art Grenzgänger nicht. Ich habe keine Achtung vor dem Willen, sich derart quälen zu wollen. Und nein, ich bin nicht der Meinung, dass das sich quälen wollen ein Beweis charakterlichen Glanzes ist. Im Gegenteil. Mut ist eine gute Eigenschaft. Ob es mutig ist, sich von Skischanzen zu stürzen, sei dahingestellt. Für die Sportler mag es Motive geben, weiterzumachen. Für mich erscheint in diesem elenden Sportzirkus nichts auch nur im Ansatz erstrebenswert, um dort mitmischen zu wollen.

Aber die eigentliche Frage ist: Was kommt nach der 1000stel? Sieg mit zwei 10.000stel Sekunden Vorsprung? Wir können nur noch mit der Technik der Zeitlupe folgen, weil allesamt Athleten für das bloße Augen zugleich durchs Ziel stürzen?

Ich gehe jetzt spazieren. In der Sonne. Ich werde riechen, schmecken, hören, fühlen und sehen. Und vor allem genießen. Vielleicht ist es ja doch nur eine Typfrage.

Mit waschecht hundertprozentigen Grüßen
ad

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