Slow Wabi Sabi

Wenn man ein überzeugter Anhänger der Langsamkeit ist, kommt man an der  Kunstform Wabi Sabi nicht vorbei.
Wabi Sabi hat seine Ursprünge im 16. Jahrhundert und steht für ein ästhetisches Konzept, das sehr eng mit Japan und dem ZEN-Buddhismus verbunden ist. Leonard Koren nennt es auch die Philosophie der Bescheidenheit.

Wabi Sabi stellt keine Kunstrichtung dar, sondern viel mehr eine bestimmte Art und Weise, Dinge wahrzunehmen: es ist eine Hohelied auf das Unperfekte, Unbeständige und Unvollständige, ausgedrückt durch eine große Freiheit an Formen, gebrochenen Farben und in formaler Einfachheit.

Wabi Sabi-Kunstwerke tragen Gebrauchsspuren, das Wort Sabi steht für alt sein, mit Patina überzogen, über Reife verfügen.

Auch Wabi Sabi lädt die Betrachter dazu ein, die kleinen Dinge des alltäglichen Lebens neu zu entdecken und so die Schönheit des Unauffälligen und leicht zu Übersehenden in der Natur wahrzunehmen.

  Astrid Keimer

Die Kunstwerke, die zur Wabi Sabi-Sicht einladen, sind also nicht die von strahlend schöner Vollkommenheit, die gespreizt danach „schreien“, gesehen zu werden. ‚

Im Gegenteil. Richard R. Powell fasst es so zusammen:
Wabi Sabi nährt alles, was authentisch ist, da es drei einfache Wahrheiten anerkennt –

nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt

Astrid Keimer

Wabi Sabi können wir in der Malerei entdecken, in der Fotographie, in der Keramik ebenso wie in Gärten, in der Blumenkunst bis hin zur japanischen Teezeremonie und japanischer Poesie. Die Weisheit des Wabi Sabi bringt folgende Beschreibung auf den Punkt:

ad

„Beschränke alles auf das Wesentliche, aber entferne nicht die Poesie. Halte die Dinge sauber und unbelastet, aber lasse sie nicht steril werden.“

Einfach herzliche Grüße
ad

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