Die Säule unserer Zukunft

„Person ist die Basis für Persönlichkeit. Das eine ist man, das andere wird man.“

Wilhelm Arnold, Psychologe (1911 – 1983)

Ob wir uns zu einer reifen Persönlichkeit entwickeln, hängt von vielen Faktoren ab. Der Duden beschreibt Persönlichkeit mit der „Gesamtheit der persönlichen Eigenschaften eines Menschen“. Das Ergebnis dieser Gesamtheit strahlt bis tief in unseren Alltag und entscheidet fundamental darüber, ob wir zu Bindung und Lebensglück fähig werden. Und ob wir uns als gesunde, reflektierte Persönlichkeit mit diesen Fragen beschäftigen mögen: Wer sind wir? Was zeichnet uns aus? Wie prägen wir mit unserem Denken und Handeln die Welt, in der wir leben?

Der komplexe Prozess der Identitätsbildung beginnt mit der Geburt als dynamischer Prozess, ihre Bildung und Entwicklung bleibt ein lebenslanger Verlauf. Dabei prägen und formen uns sowohl innere als auch äußere Faktoren, die wiederum in einem komplexen Verhältnis zueinanderstehen. Zu den Variablen, die unser persönliches Wachstum von innen her beeinflussen, zählen das Temperament, erbliche Anlagen und sämtliche Form von Erfahrung (bisherige Entwicklung von Werten, Einstellungen, Erwartungen und Ängste). Zu den äußeren Faktoren zählt die Umwelt: Familie, Freunde, schulisches und berufliches Umfeld.
Besonders Kinder und Jugendliche sind noch äußerst leicht zu beeinflussen, weshalb hier ein stabiles Umfeld für die Persönlichkeitsentwicklung von großer Bedeutung ist. Ein vorhandenes Urvertrauen stärkt das persönliche Wachstum und bildet eine unvergleichliche Schutz- bzw. Stärkungsfunktion vor diversen Gefahren und Herausforderungen auf dem Weg zum Erwachsensein und darüber hinaus.

„Persönlichkeit“ als Begriff wird in unterschiedlichen Kontexten verwendet. Über kleine Kinder wird manchmal gesagt, dass sie kleine Persönlichkeiten seien – meistens ein Ausdruck für einen stark ausgeprägten Willen. Auch Menschen, die von der Gesellschaft für ihre bedeutsamen Errungenschaften gewürdigt werden, werden als „herausragende Persönlichkeiten“ gewürdigt. Mit ihrem Handeln inspirieren diese Menschen andere – Gutes wird multipliziert.

Wenn eine Gesellschaft möglichst viel „Gutes multiplizieren“ möchte, dann ist Bildung das alles entscheidende Moment: Herzensbildung, Schulische Bildung, Berufsausbildung.
Diese Form von Bildung fängt mit der Bindungsfähigkeit eines Menschen an, geht über seine Ausstattung mit sozialer Kompetenz bis hin zur eigenverantwortlicher Lebensführung.

Das A und O: Urvertrauen. Es lässt Persönlichkeiten behutsam wachsen und gilt in der Forschung als wichtiges persönlichkeitsbildende Merkmal. Die ersten Lebensjahre sind für die Ausreifung des „sozialen Gehirns“ entscheidend. Eine zentrale Rolle spielt dabei die frühkindliche Bindungserfahrung mit der primären Bezugsperson, die nicht zwingend die biologische Mutter sein muss.

Durch die Art, wie die engste/die engsten Bezugspersonen mit dem Kind umgehen, lernt das Kind Gefühle zuzuordnen und zu verarbeiten. Das betrifft besonders den Umgang mit Stress und Belastungen sowie die Entwicklung empathischer Fähigkeiten (die die Grundlage für die soziale Kompetenz bilden). Kinder nehmen die erfahrene Liebe, Geborgenheit, Wertschätzung und Bildung mit auf ihren Lebensweg und werden so selbst zu Säulen einer intakten, fürsorglichen Gesellschaft der Zukunft.

Eine reife, gesunde Persönlichkeit ist damit die alles entscheidende Größe für ein respektvolles, kluges, entspanntes (gesellschaftliches) Miteinander. Ist das nicht der Wunsch vieler Menschen? Ein solcher zwischenmenschlicher Umgang, der uns alle stärkt und im besten Sinne zufriedener macht?

Familie und Staat muss sich diese Aufgabe verantwortungsvoll teilen. Wir haben als Mensch auf dieser Welt nur dieses eine Leben. Tun wir alle unser Bestes.

Persönliche Grüße
ad

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