Von Aufstieg und Abstieg

Nein, es geht nicht um Fußball.

Es geht um uns. Um Menschen. (Wahrscheinlich kontert jetzt ein Fußballfan völlig zu recht, dass es beim Fußball ja sehr wohl und irgendwie auch um Menschen ginge.)

Hier soll es jedoch um Karriereleitern gehen. Und darum, dass es immer mehr Führungskräfte gibt, die Lust haben, eine Stufe auf der Karriereleiter wieder hinunterzusteigen, um die eigene Lebensqualität auf diesem Wege zu erhöhen.

Es gibt Ingenieure, die bedauern, nur noch in (zermürbenden und oft genug ineffektiven) Meetings zu sitzen und sich nichts sehnlicher wünschen, als wieder selbst an den Motoren schrauben zu können.
Und genug Führungskräfte, die – statt zu delegieren – viel lieber selbst wieder Hand anlegen würden und die Arbeit dabei möglichst gut machen wollen. Auch im Vertrieb finden sich Führungskräfte, die nach dem Verlust zum munteren Kundenkontakt sagen, sie hätten jetzt nur noch halb so viel Spaß.

Die finanziellen Einbußen würden sie allesamt in Kauf nehmen, allein: wie kommuniziere ich das – ohne einem Versager-Image ausgesetzt zu sein?
Die meisten von uns kommen gar nicht auf die Idee, dass ein – freiwilliger – Rückschritt auf besagter Leiter durchaus auch als Zeichen von Flexibilität, von Willensstärke und Reife zeugen kann – und ich für mich persönlich sehe das so.

Führungskräfte, die also erwägen, Ihren Vorgesetzten entsprechend zu informieren, sollten deshalb auf folgende Argumente bauen: Eine Fachkraft, die einmal Führungskraft war, versteht weiterhin Zusammenhänge, sieht übergeordnete Ziele und kann bei den Kolleginnen und Kollegen ganz anders um Verständnis für die Herausforderungen der Führungsetage werben.

Ein würdevolles Zurücktreten – mit dem Gewinn von wiedererlangter Freude an der (Fach-)Arbeit samt der genannten Vorteile für das Unternehmen sollte in unserem allzeit beweglichen Marktgeschehen möglich sein. Ja, nicht nur möglich, sondern als vollkommen normale Berufsentscheidung gelten.

Schließlich sollen wir doch eine lernende Gesellschaft sein. Na, dann – ab geht’s!

Kletternde Grüße
ad

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