So mal eben zwischendurch…

„Könntest Du Deinen Egotrip mal kurz unterbrechen? Es ist etwas Wichtiges passiert.

Wenn es irgendwas wichtigeres als mein Ego gibt, verlange ich, dass man es auf der Stelle verhaftet und erschießt.“

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(Per Anhalter durch die Galaxis)
Douglas Adams

Auch ein Statement.
Und vielleicht ein guter Grund, das Buch erneut zu lesen. (-:

Heitere Grüße
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Slow growing

John Cleese hält  immer wieder Vorträge über Kreativität. Hier ein Auszug: 

„Also so gelangt man in den OFFEN MODUS. Jetzt müssen sie nur noch mit den Gedanken beim Thema bleiben, über das sie gerade nachdenken. Sie tagträumen. Aber ihre Gedanken kommen zurück. Wie beim Meditieren.

Das ist das bemerkenswerte unserer Kreativität. Lassen sie ihre Gedanken auf einem Thema ruhen. Seien sie zu ihren Gedanken nett, aber bestimmt.

Früher oder später wird sie ihr Bewusstsein dafür belohnt Vielleicht während sie unter der Dusche sind oder beim Frühstück, sie werden jedenfalls überraschend belohnt.
Der Gedanke taucht auf geheimnisvolle Weise auf. Sofern sie sich zuvor die Zeit für ihn genommen haben.“

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Das klingt doch wirklich gut. Also lassen Sie uns nett zu unseren Gedanken sein. Und ein kleines bisschen streng. Damit wir dahinkommen, wo wir auch wirklich hinwollen. Konzentrieren wir uns. Auf eine Sache. Ein Thema. Auf uns selbst. Im besten Sinne. Und lassen wir unsere Gedanken darauf ruhen. Eine wunderschöne Beschreibung.

Bedächtige Grüße
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Entspannte Eltern – Entspannte Kinder = Slow Family

Die Kinderärztin, Karella Easwaran, rät in ihrem Buch „Das Geheimnis gesunder Kinder“ zu mehr Gelassenheit = Wasser auf all meine Mühlen.

Sie empfindet u. a. das Kopfkino vieler Eltern bei Erkrankung des Sprößlings als Stressfaktor, der darüber hinaus die Kinder gleich mitbelastet. Denn Kinder spüren die elterlichen Sorgen sehr genau, und der Stress überträgt sich. Sorgen sind durchaus häufig Ausdruck eines negativen Kopfkinos. Nicht selten erlebt die Ärztin, dass der Stress der Eltern schwerwiegender zu sein scheint als die Erkrankung des Kindes.

Dabei ist ständiger Stress die Ursache Nummer eins für Zivilisationskrankheiten wie Migräne, Bluthochdruck, Adipositas oder gar für einen chronischen Erschöpfungszustand.

Woher kommen nun all die Sorgen „beim kleinsten Schnupfen“? Eltern wollen sich Mühe geben, engagiert sein und auf jeden Fall gute Mütter und Väter sein. Das ist sehr ehrenwert. Wenn sie allerdings „perfekte Eltern“ (von gar perfekten Kindern) sein wollen, dann überfrachten sie sich mit Informationen und Ansichten, wie „man“ Kinder „richtig“ erzieht und wieviel Zähne sie zum Zeitpunkt X haben müssen und wieviel Purzelbäume zum Zeitpunkt Y zu begutachten sein sollten. Ansonsten: Fehleralarm! Das dabei Stress herauskommt, scheint mir unausweichlich.

Dazu sagt die Kinderärztin: „Ich erlebe in meiner Praxis immer mehr Eltern, die kaum Vertrauen in ihre Kinder haben und den eigenen Einfluss auf die kindliche Entwicklung völlig überschätzen (! Anm. d. A.). Wir müssen viel gelassener werden und mehr an unsere Kinder glauben.“

Ich möchte hinzufügen, auch die Eltern selbst brauchen mehr Selbstvertrauen. Nur so können sie Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen, und zwar gerade dann, wenn die Kinder mit Erkältungen, Kinderkrankheiten oder einem gebrochenen Arm fertig werden müssen.

Sich sorgen, sich kümmern ist etwas Wertvolles. Doch es gibt Situationen, da können Kinder die beinah übertriebene Fürsorge durchaus als Belastung empfinden. Eltern sind für Kinder der Felsen in der Brandung. Wenn der wankt, dann ist „irgendwas Schlimmes“ mit mir und man spricht mir – im erweiterten Sinne – ab, die Erkrankung aus eigener Kraft zu bewältigen. Die Angst und Sorge der Eltern wird zur Angst und Sorge des Kindes. Ein solches Gefühl unterstützt keinen Heilungsprozess.

Das positive Denken jedoch oder einfach das Flachhalten des Balles vermittelt Kindern Geborgenheit und die nötige seelische Entspannung, die sie jetzt brauchen, um wieder gesund zu werden.

Geht es nicht auch darum zu lernen, wie man das Leben meistert? Dann sind doch diese kleinen „Krisen“ bestens geeignet, Zutrauen zum eigenen Körper und zum Leben an sich zu lernen. Kann einem erkrankten Kind etwas Besseres passieren als Eltern, die in ihrer Gelassenheit so viel tröstliche Sicherheit ausstrahlen, dass es sich ins Kissen kuscheln und friedlich gesund schlafen kann? Eben.

Krisengestärkte Grüße
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In eigener Sache

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht haben Sie es gemerkt: im Hintergrund des Blogs wurden Wartungsarbeiten ausgeführt mit der Folge, …..dass nix mehr funktionierte.

Nun jedoch ist alles wieder heil: Sie können wieder kommentieren, bewerten, teilen.

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Machen Sie gern und rege davon Gebrauch. Ich würde mich darüber sehr freuen.

Mit frisch geordneten Grüßen
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Immer wieder schön

Oder nich‘?

Dann heute eben Banane-Grüße
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Slow Wabi Sabi

Wenn man ein überzeugter Anhänger der Langsamkeit ist, kommt man an der  Kunstform Wabi Sabi nicht vorbei.
Wabi Sabi hat seine Ursprünge im 16. Jahrhundert und steht für ein ästhetisches Konzept, das sehr eng mit Japan und dem ZEN-Buddhismus verbunden ist. Leonard Koren nennt es auch die Philosophie der Bescheidenheit.

Wabi Sabi stellt keine Kunstrichtung dar, sondern viel mehr eine bestimmte Art und Weise, Dinge wahrzunehmen: es ist eine Hohelied auf das Unperfekte, Unbeständige und Unvollständige, ausgedrückt durch eine große Freiheit an Formen, gebrochenen Farben und in formaler Einfachheit.

Wabi Sabi-Kunstwerke tragen Gebrauchsspuren, das Wort Sabi steht für alt sein, mit Patina überzogen, über Reife verfügen.

Auch Wabi Sabi lädt die Betrachter dazu ein, die kleinen Dinge des alltäglichen Lebens neu zu entdecken und so die Schönheit des Unauffälligen und leicht zu Übersehenden in der Natur wahrzunehmen.

  Astrid Keimer

Die Kunstwerke, die zur Wabi Sabi-Sicht einladen, sind also nicht die von strahlend schöner Vollkommenheit, die gespreizt danach „schreien“, gesehen zu werden. ‚

Im Gegenteil. Richard R. Powell fasst es so zusammen:
Wabi Sabi nährt alles, was authentisch ist, da es drei einfache Wahrheiten anerkennt –

nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt

Astrid Keimer

Wabi Sabi können wir in der Malerei entdecken, in der Fotographie, in der Keramik ebenso wie in Gärten, in der Blumenkunst bis hin zur japanischen Teezeremonie und japanischer Poesie. Die Weisheit des Wabi Sabi bringt folgende Beschreibung auf den Punkt:

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„Beschränke alles auf das Wesentliche, aber entferne nicht die Poesie. Halte die Dinge sauber und unbelastet, aber lasse sie nicht steril werden.“

Einfach herzliche Grüße
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Von Feuer und Wärme

Wann das Feuer „erfunden“ wurde, weiß niemand. Fest steht, dass es bereits in der Steinzeit vorhanden war. Dass mit der Steinzeit passt gut, denn den Anfang machten wohl gegeneinander geriebene Steine von der Sorte, die in just in dem Moment des Reibens die berühmten Funken schlugen. Steinzeit ist immerhin die früheste Epoche der Menschheitsgeschichte und durch die dominierende Überlieferung von Steinwerkzeugen gekennzeichnet – also wärmt uns Feuer schon ziemlich lange.

Abgelöst wurde die Steinzeit übrigens von der Kupfersteinzeit. Vielleicht spielen Sie mal bei Günter Jauch mit – da können Sie ein solches Wissen prima gebrauchen. Um nun doch mal eine Jahreszahl ins Spiel zu bringen: Nach der Kupferära kam die Frühbronzezeit, und zwar im Mitteleuropa so pi mal Daumen 2200 v. Chr.

Und ich gehe jetzt einfach raus in den Garten und zünde das Holz in meinem Feuerkorb an. Vielleicht sollte ich also mit meinem immer mal wieder aufflackernden Fortschrittsbashing ein bisschen zurückhaltender sein. Nicht alles war – und ist – schlecht. Schon klar. Obwohl, dass mit dem da, na, wie heißt es gleich…..also….

Schluß jetzt, ab in die schnellen Grüße
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Slow and wonderful boredum

An der Langeweile scheiden sich häufig die Geister. Für die einen scheint sie schier unerträglich, für die anderen ist sie nichts, was man vertreiben müsste. Für einige scheint sie gar tödlich, für andere ein willkommener Moment der Sammlung, ja des Genusses.
Wir können uns mit uns selbst, mit einer anderen Person oder einer ganzen Gruppe langweilen. Oder mit einer Sache. Natürlich können wir auch andere langweilen – also natürlich nicht Sie und ich -, was wir manchmal bemerken, jedoch oft genug leider nicht.

Dabei ist Langeweile zunächst einmal ein Gefühl wie jedes andere, also wie Angst, Trauer oder Freude. Genau genommen bezeichnet Langeweile das Gefühl, das eintritt, wenn man nichts zu tun hat und nicht weiß, wie man seine Zeit verbringen soll. Entscheidend scheint mir dabei das Wort „soll“. Denn sowie es keine Vorgaben gibt, fällt unser Wohlbefinden in sich zusammen.

Nun ist es zweifelsfrei so, dass der, der sich langweilt, gezwungen ist, sich wahrzunehmen. Für manche ist das überaus befremdlich – und anstrengend. Dabei könnte man – wo man doch gerade so nah bei sich ist – nun in Ruhe darüber nachdenken, was einem denn jetzt Spaß machen könnte, also die eigenen Bedürfnisse erkennen. Das fällt Menschen besonders schwer, die von Kindesbeinen an Bespaßung von außen und durch andere gewöhnt sind.

In einer Studie der Universität Bielefeld kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass rund 86 % der Kinder, die nach der Definition der Wissenschaftler unter deutlich hohem Stress leiden, Termine wahrnähmen (Termine!! A. d. A.), die ihnen bei Licht betrachtet gar keinen Spaß bereiten. Fast 90 % wünschten sich stattdessen, mehr Zeit für Sachen zu haben, an denen sie Freude hätten.

Eine „ereignislose Zeit“ empfinden viele, viele Menschen als verschwendet. Sie können sie weder aushalten, geschweige denn, sie genießen. Das kann dann zu durchaus kuriosen Situationen führen, in denen „freie Zeit“, die man Kindergarten- oder Schulkindern zur Verfügung stellt (findet man übrigens auch in Workshops von Erwachsenen) von Eltern moniert werden, die eine Zeit, in der nicht angeleitet oder geführt wird, als „verloren“ ansehen.

Deshalb kann es gut und sinnvoll sein, sich der Langeweile einfach mal hinzugeben und zu sehen, was geschieht, wenn man für eine Weile einfach daliegt und in sich lauscht, statt sie mit Gewalt vertreiben zu wollen. Das ist auch der Grund, warum entsprechende Stimmen sagen, Kinder müssen sich zwischendurch langweilen. Wer das gelernt hat, lernt nah bei seinen Bedürfnissen zu bleiben, einfach weil sie ihm vertraut sind. (Und ist damit für die Zukunft und überhaupt gut beschützt vor jeder Form von wildem Aktionismus). Auch Phantasie und Kreativität bedürfen das ein oder andere Mal solcherart „Geburtsphasen“.

Ich persönlich möchte eine Lanze für die Langeweile brechen. Sowie wir der Langeweile mit Freundlichkeit begegnen, belohnt sie uns mit einem aufrichtigen Kontakt zu uns selbst und unseren wahren Bedürfnissen. Und sie wirft unseren eigenen Ideen- und Lösungsspeicher an. Wir bleiben Kapitän auf unserem Schiff und lernen gleichzeitig, eine (scheinbar) lösungsfreie, schweigende, stille, ereignislose Zeitspanne grundsätzlich einmal auszuhalten. (Was ja oft genug der Knackpunkt in der Kommunikation bedeutet – eine schlichte Gesprächspause einfach einmal aushalten zu können! Und zwar ohne sie selbst scheinbar zwanghaft füllen zu müssen – oft genug zum eigenen Nachteil.)

Böse Zungen behaupten ja, dass sich viele gar nicht mit sich und den eigenen Bedürfnissen beschäftigen mögen, weil sie nicht an Langeweile zugrunde gehen mögen. Da lass ich jetzt Herrn Ferstls Aussage einfach mal so stehen.

Befremdlicherweise finde ich mich dennoch ausgerechnet mit dem Kardinal Richelieu (ja, genau der!) gelegentlich auf einer Wellenlänge, wenn er sagt: Ich langweile mich nie, man langweilt mich.

Zart angeregte Grüße
ad

Die Weisheit des Meisters

Die Gesundheit sieht es lieber,

wenn der Körper tanzt,

als wenn er schreibt.


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C. Morgenstern

Wo der Mann recht hat, hat er recht.

Bewegte – vielleicht leicht tänzelnde – Grüße
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Why Waiting is Torture

so lautet die Überschrift eines Artikels aus der NYTimes von Alex Stone.

In dem Artikel geht es darum, dass man am Houston Airport viele Beschwerden über lange Wartezeiten an den Kofferbändern erhielt. Man erhöhte darauf die Anzahl der Arbeiter, womit die Wartezeiten erfolgreich gesenkt wurden. Die Zahl der Beschwerden jedoch hielt an. Daraufhin schaute man genauer hin und fand heraus, dass die Passagiere eine Minute brauchten bis zum Kofferband und sieben Minuten später hatten sie ihr Gepäck in der Hand. Ungefähr 88 % ihrer Zeit brauchten sie also, um herumzustehen und auf ihr Gepäck zu warten. Daraufhin entschied man sich zu folgender Vorgehensweise: anstatt die Wartezeiten zu kürzen, verlegte man den Weg zu den Kofferbändern. Die Passagiere mussten nun 6 x länger zu den Bändern laufen. Ergebnis: Die Beschwerden verschwanden gen Null.

Diese Geschichte zeige – so geht es im Artikel weiter – ein generelles Prinzip: Die Aussicht, warten zu müssen – völlig egal, worauf – ist nur teilweise von der objektiven Länge von Wartezeit bestimmt. Vielmehr ist die Psychologie des Schlangestehens ungleich wichtiger als die Wartestatistik an sich. (Eine Ausnahme bilden vielleicht die Engländer??? Anm.d.V.) „Beschäftigte“ Zeit (das Gehen zum Gepäckband) fühle sich kürzer an als die unbeschäftigte (Stehen am Kofferkarussel). Untersuchungen von Schlangestehen haben gezeigt, dass Menschen dazu neigen, die Wartezeit in Schlangen um etwa 36 % als länger einzuschätzen.

Das soll übrigens auch der Grund für Spiegel in der Nähe von Fahrstühlen sein: gib den Leuten etwas, womit sie sich die Zeit vertreiben können, und das Gefühl des Wartenmüssens verkürzt sich subjektiv. Das gleiche gelte für all die Regale an den Supermarkt-Kassen – auch damit vertreibe sich die Kundschaft die Zeit (und denkt weniger über die Qual des Wartens nach). Die Supermärkte erreichen damit zusätzliche Millionenumsätze. (Ich kauf‘ nie wieder was in der Schlange vor der Kasse…Anm.d.V.)

Hinzukommt: Wenn eine lange Wartezeit mit einer angenehmen Note endet, schauen wir positiv zurück. Dominiert das Ende einer Wartezeit mit einem negativen Ergebnis, dann bleibt uns diese Erfahrung lange im Gedächtnis. (Aber das wissen wir ja inzwischen (fast) alle: Das Negative bekommt in unserem Gedächtnis eine deutlich höhere Aufenthaltsdauer zugebilligt als das Positive. Anm.d.V.)

Außerdem: Wenn man uns die Wahl ließe zwischen einer kurzen und sich nur langsam bewegenden Schlange und einer langen Schlange, die sich schnell bewegt, dann neigen wir zu letzterem. (Das sieht dann übrigens in etwa so aus:

Was sagt uns nun das alles? Lassen wir deshalb Artikel Artikel sein und kehren noch einmal zur Überschrift zurück: Die Tortur des Wartens. Besagte Tortur besteht also in der Ereignislosigkeit.

Bedenken wir, dass das Wort Tortur vom lateinischen torquere (winden, drehen, quälen) abstammt und im Mittelalter für eine überaus brutale Art des menschlichen Umgangs miteinander stand, so steht das Wort inzwischen für ein „unangenehmes Erlebnis, das für jemanden eine Qual darstellt“.

Das Warten als unangenehmes Erlebnis. Etwas, womit man uns seelisch und körperlich meint quälen zu müssen, und was ganz offensichtlich vermieden werden muss. Ja, in der „richtigen“ Schlange zu stehen, zeigt gar unsere Gewinnerqualitäten. Denn schließlich warten nur Looser in der „falschen“ Schlange. Und Leute, die in Staus geraten, also mein lieber Scholli.

Ach ja, wir haben uns dem Drill, das time money zu bedeuten habe, erfolgreich unterworfen. In dieser Hinsicht hat man es inzwischen echt leicht mit uns. (Wie schön zwischendurch, wenn ein Leser der ZEIT erzählt, dass eine ältere Dame aus ihrem Auto stieg, zum Busfahrer vor ihr ging – und ihn fragte, ob er DAS Grün der Ampel nicht möge?!)

Und ja, es ist nicht einfach, sich diesem Wahnsinn zu entziehen. Aber unmöglich? Nun geht es ja nicht darum, dass gesamte Leben in Ereignislosigkeit zu verbringen. Es wäre ja schon viel (und vielen) geholfen, wenn sie in der Lage wären, für einen bestimmten Zeitabschnitt, für einen Moment, für einen Augenblick, eine Weile lang(!) Ereignislosigkeit überhaupt auszuhalten. Schaut man sich das Wort Geduld an, so steht es für die Fähigkeit (erlernbar!) oder Bereitschaft (erlernbar!), etwas ruhig und beherrscht abzuwarten oder zu ertragen. Das Wort Genuss hätte hier auch seinen Platz, aber ich will es mal nicht übertreiben.

Zum Schluss noch mal zum Artikel: Je höherwertiger das sei, was man kaufen wolle, desto eher seien wir gewillt, zu warten.

Was bedeutet: Hätte die Ereignislosigkeit per se einen Wert für uns – das Warten wäre purer Genuss!

Schlangenartige Grüße
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