Slow Sunday

„Aus dem Moment wurde ein langer Moment, und auf einmal war es ein sehr langer Moment – so lang, dass es schwer zu sagen war, wo all die Zeit herkam.“
(Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis)

ad

Ich wünsche Ihnen allen viele lange und glückliche Momente!

Zuversichtliche Grüße
ad

Slow struggling

Das berühmt-berüchtigte Einerseits-Andererseits.
Hier der Kritiker, da der Befürworter.
Hier die Couch, da der Sport.
Soll ich oder soll ich nicht.
Wenn das, dann jenes.

ad

Wer kennt dieses innere Gezerre nicht? Die Autorin, Natalie Goldberg, hat da einen guten Vorschlag, der trefflich auch auf andere Tätigkeiten übertragen werden kann.

„Wenn ihre beiden „Ich’s“ sich streiten wollen, lassen Sie sie. In der Zwischenzeit sollte der vernünftige Teil aufstehen, zum Schreibtisch gehen und beginnen aus einem tieferen, friedlicheren Ort heraus zu schreiben.“

So machen wir das jetzt auch. Nix mehr mit Hab-ich-Lust-habe-ich keine Lust. Wir lassen  unsere Stimmen sich unterhalten – oder was auch immer die da treiben –
und tun. Einfach. Was getan werden muss.

Leben kann so einfach sein.

Heitere Grüße mit Durchblick
ad

So mal eben zwischendurch…

„Könntest Du Deinen Egotrip mal kurz unterbrechen? Es ist etwas Wichtiges passiert.

Wenn es irgendwas wichtigeres als mein Ego gibt, verlange ich, dass man es auf der Stelle verhaftet und erschießt.“

ad

(Per Anhalter durch die Galaxis)
Douglas Adams

Auch ein Statement.
Und vielleicht ein guter Grund, das Buch erneut zu lesen. (-:

Heitere Grüße
ad

Immer wieder schön

Oder nich‘?

Dann heute eben Banane-Grüße
ad

Von Feuer und Wärme

Wann das Feuer „erfunden“ wurde, weiß niemand. Fest steht, dass es bereits in der Steinzeit vorhanden war. Dass mit der Steinzeit passt gut, denn den Anfang machten wohl gegeneinander geriebene Steine von der Sorte, die in just in dem Moment des Reibens die berühmten Funken schlugen. Steinzeit ist immerhin die früheste Epoche der Menschheitsgeschichte und durch die dominierende Überlieferung von Steinwerkzeugen gekennzeichnet – also wärmt uns Feuer schon ziemlich lange.

Abgelöst wurde die Steinzeit übrigens von der Kupfersteinzeit. Vielleicht spielen Sie mal bei Günter Jauch mit – da können Sie ein solches Wissen prima gebrauchen. Um nun doch mal eine Jahreszahl ins Spiel zu bringen: Nach der Kupferära kam die Frühbronzezeit, und zwar im Mitteleuropa so pi mal Daumen 2200 v. Chr.

Und ich gehe jetzt einfach raus in den Garten und zünde das Holz in meinem Feuerkorb an. Vielleicht sollte ich also mit meinem immer mal wieder aufflackernden Fortschrittsbashing ein bisschen zurückhaltender sein. Nicht alles war – und ist – schlecht. Schon klar. Obwohl, dass mit dem da, na, wie heißt es gleich…..also….

Schluß jetzt, ab in die schnellen Grüße
ad

Von der Schönheit des UnaufgeregtenOn the Beauty of Unexcitedness

P1050945

Seneca (4 v. Chr. – 65 v. Chr.), römischer Philosoph und Stoiker

„Was du sehnlichst wünschst, ist aber etwas Großes und Vollkommenes, etwas Gottähnliches: sich nicht erschüttern zu lassen.(…) Ich nenne diesen Zustand Gelassenheit. (…) Wir stellen uns also die Frage, wie die Seele sich immer in einer gleichmäßigen und glücklichen Bewegung befinden, mit sich in bestem Einvernehmen sein und ihr Tun mit Freude betrachten kann und diese Freude nicht unterbricht, sondern immer in einem ruhigen Zustand verharrt, weder euphorisch noch deprimiert: Das wird Gelassenheit sein.“

Wenn ich von „Innerer Stabilität“ spreche – und im Seminar zum Thema mache – dann ist genau diese Unerschütterlichkeit das Ziel. Im Bemühen um ein wenig mehr Standfestigkeit, ein Quentchen mehr emotionale Belastbarkeit, ein bisschen mehr Vernunft, wenigstens einen Hauch von Impulssteuerung, könnten Entspannung, Gelassenheit, gesunde Organe, gute Laune und wunderbare Stressresistenz unsere Belohnung sein.

Es muss ja nicht wie bei Seneca von „immer“ die Rede sein. Aber das Unechauffierte im Handlungsrepertoire zu haben und bei Bedarf den entsprechenden Modus aktivieren zu können, wäre doch ein dankenswerter Zustand, meinen Sie nicht?

Es ist schade, dass besonders in Krisenmomenten Emotion in der Regel besser da steht als Sachlichkeit. Emotion ist immer ganz toll, Sachlichkeit, Nüchternheit, Vernunft ist leblos, kalt, ja Desinteresse. Wir erreichen zwar außer Drama, Drama, Drama nichts mit all der aufgeschäumten Emotionalität (jedenfalls nichts, was einer konstruktiven Lösung behilflich sein könnte), aber man ist jedenfalls keiner von der gefühlskalten Sorte. Besonders von Frauen höre ich oft: ich bin eben so emotional. Gut. Und was weiter? Freischein? Kindergarten life? Nicht das die Herren den Kindergarten nicht auch drauf hätten. Sicher, Drama, Drama, Drama kann einen Selbstzweck im Flechtwerk der Persönlichkeit haben. Doch das macht es nicht besser.

Wenn mehr Gelassenheit wirklich unser Ziel ist, wenn wir souveränes Verhalten wirklich schätzen und der Überzeugung sind, dass Souveränität den Menschen adelt, wenn wir Slow Life als eine erstrebenswerte Haltung annehmen und verinnerlichen wollen, dann braucht es eine ausgeruhte Balance zwischen Emotion und Verstand. Und das Fundament dafür ist die Beherrschung des Unaufgeregten.

Zuversichtliche Grüße
adP1050945

Seneca (4 BC – 65 AD), a Roman Stoic philosopher:

‘But what you yearn for is something great and supreme and very similar to being a god: to be unshaken. (…) I call this state imperturbability. (…) Hence, we ask ourselves how the soul can constantly be in an even and serene movement, on friendly terms with itself and observe its doing with joy – a joy which it does not disturb, remaining in this still state, neither euphoric nor depressed: This is imperturbability.’

It is this state of being unshakeable I have in mind when I talk about ‘inner stability’ and make it a topic in my seminars. If we endeavour after a little more steadiness, a tiny bit of emotional strength, some more reason, at least a touch of impulse control, then we can be rewarded by a feeling of relaxation, imperturbability, by healthy organs, a good mood and a wonderful resistance against stress.

This state does not have to be there ‘constantly’ as Seneca puts it. But to keep some unexcitedness in our sleeve and to be able to activate it in case of need would be a commendable state, wouldn’t it?

It is a deplorable fact that, particularly in a crisis, emotions usually rank higher than matter-of-factness. Being emotional is always great; matter-of-factness, dispassion, reason is lifeless, is cold, displays indifference. All this seething emotionality will lead to nothing but drama, drama, drama – at least to nothing which might help us to find a constructive solution to the problem. But at any rate, you will not be one of the emotionally cold guys. I often hear women say: ‘I’m just emotional. There’s nothing I can do.’ So what? Carte blanche? Nursery school live? I am not saying that men do not play this game. Sure – drama, drama, drama can become an end in itself in the wickerwork of personality. This, however, does not make it any better.

If we seriously aim at developing more imperturbability, if we truly appreciate self-confident behaviour and are convinced that self-confidence ennobles a person, if we want to accept slow life as a desirable attitude and integrate it into our lives – then we will need to develop a relaxed balance between emotion and reason. And the foundation is to master unexcitedness.

Optimistic wishes,
ad