Von Aufstieg und Abstieg

Nein, es geht nicht um Fußball.

Es geht um uns. Um Menschen. (Wahrscheinlich kontert jetzt ein Fußballfan völlig zu recht, dass es beim Fußball ja sehr wohl und irgendwie auch um Menschen ginge.)

Hier soll es jedoch um Karriereleitern gehen. Und darum, dass es immer mehr Führungskräfte gibt, die Lust haben, eine Stufe auf der Karriereleiter wieder hinunterzusteigen, um die eigene Lebensqualität auf diesem Wege zu erhöhen.

Es gibt Ingenieure, die bedauern, nur noch in (zermürbenden und oft genug ineffektiven) Meetings zu sitzen und sich nichts sehnlicher wünschen, als wieder selbst an den Motoren schrauben zu können.
Und genug Führungskräfte, die – statt zu delegieren – viel lieber selbst wieder Hand anlegen würden und die Arbeit dabei möglichst gut machen wollen. Auch im Vertrieb finden sich Führungskräfte, die nach dem Verlust zum munteren Kundenkontakt sagen, sie hätten jetzt nur noch halb so viel Spaß.

Die finanziellen Einbußen würden sie allesamt in Kauf nehmen, allein: wie kommuniziere ich das – ohne einem Versager-Image ausgesetzt zu sein?
Die meisten von uns kommen gar nicht auf die Idee, dass ein – freiwilliger – Rückschritt auf besagter Leiter durchaus auch als Zeichen von Flexibilität, von Willensstärke und Reife zeugen kann – und ich für mich persönlich sehe das so.

Führungskräfte, die also erwägen, Ihren Vorgesetzten entsprechend zu informieren, sollten deshalb auf folgende Argumente bauen: Eine Fachkraft, die einmal Führungskraft war, versteht weiterhin Zusammenhänge, sieht übergeordnete Ziele und kann bei den Kolleginnen und Kollegen ganz anders um Verständnis für die Herausforderungen der Führungsetage werben.

Ein würdevolles Zurücktreten – mit dem Gewinn von wiedererlangter Freude an der (Fach-)Arbeit samt der genannten Vorteile für das Unternehmen sollte in unserem allzeit beweglichen Marktgeschehen möglich sein. Ja, nicht nur möglich, sondern als vollkommen normale Berufsentscheidung gelten.

Schließlich sollen wir doch eine lernende Gesellschaft sein. Na, dann – ab geht’s!

Kletternde Grüße
ad

Slow sitting

„Nur der Denkende erlebt sein Leben. Am Gedankenlosen zieht es vorbei.“

(Marie-Luise v. Ebner-Eschenbach)

Können wir das so stehen lassen? Sicher gibt es noch andere Blickwinkel auf das Thema. Aus der Richtung der Achtsamkeit stimmt die Aussage.
Weil Achtsamkeit Bewusstheit bedeutet. Und Bewusstheit bedeutet Präsenz.
Hier und Jetzt. Wach. Körperlich und (!) geistig anwesend.
Eben das Gegenteil eines Lebens auf Autopilot.

Es braucht ja kein „immer“ zu sein. Aber wir sollten schon die eigene Kapitänsbrücke nicht unnötig oder gar aus Gewohnheit verlassen.
Wer morgens schnuckstracks im Maschinenraum verschwindet, sich den ganzen Tag nicht auf der Brücke sehen lässt und sich abends fragen muss, wo das eigene Schiff überhaupt vor Anker gegangen ist, der zum Beispiel hätte jetzt eine „Hausaufgabe“:

Jeden Tag 10 Minuten hinsetzen und die Aufmerksamkeit so viel wie möglich im eigenen Körper halten. Am besten stets zur gleichen Zeit. Und am gleichen Ort.
In dem wir im Kontakt mit unserem Körper sind, sind wir im Jetzt verankert.

Es geht noch einfacher:
solange Sie den Stuhl, auf dem Sie sitzen, spüren, sind Sie im Hier und Jetzt.
Jeden Tag 10 Minuten. Das ist drin.

Spürbare Grüße
ad

Die Weisheit des Meisters

Die Gesundheit sieht es lieber,

wenn der Körper tanzt,

als wenn er schreibt.


ad

C. Morgenstern

Wo der Mann recht hat, hat er recht.

Bewegte – vielleicht leicht tänzelnde – Grüße
ad

Ganz entspannt bleiben…

heute 26-11-2013 072

….und die vorweihnachtlichen Nerven schonen. Weniger ist mehr. Guter Vorsatz. Und wenn mehr, dann die Erdung nicht vergessen. Und nur, wenn Sie dieses mehr genießen können. Ganz wichtig.
Alles, bei dem Sie ein echtes Lächeln lächeln, ist erlaubt. Gute Miene, zu welchen Spielen auch immer, nicht. Schon ist es fertig, das kleine 1 x 1 einer friedlichen Vorweihnachtszeit.

Tannennadelgrüne Grüße
ad

PS: Ach, Sie meinen, ob ich das jedesmal schaffe? Ganz ehrlich? Es hat gedauert, soviel kann ich Ihnen versichern. Doch inzwischen beherrsche ich den Slalom zwischen den verschiedenen Bedürfnissen und Vorlieben, Zeitwünschen und Empfindlichkeiten wirklich gut. Sauber abgegrenzt, ein paar – recht schmerzvolle – Entscheidungen getroffen, einige Menschen aus meinem Kreis verabschiedet, eigene Erwartungen außer Kraft gesetzt (z. B. die, dass ich ausgerechnet zu Weihnachten zur 5-Sterne-Köchin mutiere), und manchen meiner eigenen Bedürfnisse den Platz in der ersten Reihe zugestanden.
Das hat’s so ziemlich gebracht. Inzwischen gehe ich gelassen durch all die Aufregung fremder Menschen und fremder Werbung, bin nur noch gewillt, auf das zu hören, was ich mag (jahaa, immer noch Weihnachtsmusik, Kirchenglocken, Karusselmusik, Kinderlachen und ähnliches) und in solcher Art Stimmung fällt mir jedes Jahr wieder auf, dass vielmehr Menschen in dem adventlichen Gewimmel lächeln als – früher mal – gedacht. Ergebnis? Viel schöne gute Laune.