Slow growing

John Cleese hält  immer wieder Vorträge über Kreativität. Hier ein Auszug: 

„Also so gelangt man in den OFFEN MODUS. Jetzt müssen sie nur noch mit den Gedanken beim Thema bleiben, über das sie gerade nachdenken. Sie tagträumen. Aber ihre Gedanken kommen zurück. Wie beim Meditieren.

Das ist das bemerkenswerte unserer Kreativität. Lassen sie ihre Gedanken auf einem Thema ruhen. Seien sie zu ihren Gedanken nett, aber bestimmt.

Früher oder später wird sie ihr Bewusstsein dafür belohnt Vielleicht während sie unter der Dusche sind oder beim Frühstück, sie werden jedenfalls überraschend belohnt.
Der Gedanke taucht auf geheimnisvolle Weise auf. Sofern sie sich zuvor die Zeit für ihn genommen haben.“

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Das klingt doch wirklich gut. Also lassen Sie uns nett zu unseren Gedanken sein. Und ein kleines bisschen streng. Damit wir dahinkommen, wo wir auch wirklich hinwollen. Konzentrieren wir uns. Auf eine Sache. Ein Thema. Auf uns selbst. Im besten Sinne. Und lassen wir unsere Gedanken darauf ruhen. Eine wunderschöne Beschreibung.

Bedächtige Grüße
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In eigener Sache

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht haben Sie es gemerkt: im Hintergrund des Blogs wurden Wartungsarbeiten ausgeführt mit der Folge, …..dass nix mehr funktionierte.

Nun jedoch ist alles wieder heil: Sie können wieder kommentieren, bewerten, teilen.

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Machen Sie gern und rege davon Gebrauch. Ich würde mich darüber sehr freuen.

Mit frisch geordneten Grüßen
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Slow Wabi Sabi

Wenn man ein überzeugter Anhänger der Langsamkeit ist, kommt man an der  Kunstform Wabi Sabi nicht vorbei.
Wabi Sabi hat seine Ursprünge im 16. Jahrhundert und steht für ein ästhetisches Konzept, das sehr eng mit Japan und dem ZEN-Buddhismus verbunden ist. Leonard Koren nennt es auch die Philosophie der Bescheidenheit.

Wabi Sabi stellt keine Kunstrichtung dar, sondern viel mehr eine bestimmte Art und Weise, Dinge wahrzunehmen: es ist eine Hohelied auf das Unperfekte, Unbeständige und Unvollständige, ausgedrückt durch eine große Freiheit an Formen, gebrochenen Farben und in formaler Einfachheit.

Wabi Sabi-Kunstwerke tragen Gebrauchsspuren, das Wort Sabi steht für alt sein, mit Patina überzogen, über Reife verfügen.

Auch Wabi Sabi lädt die Betrachter dazu ein, die kleinen Dinge des alltäglichen Lebens neu zu entdecken und so die Schönheit des Unauffälligen und leicht zu Übersehenden in der Natur wahrzunehmen.

  Astrid Keimer

Die Kunstwerke, die zur Wabi Sabi-Sicht einladen, sind also nicht die von strahlend schöner Vollkommenheit, die gespreizt danach „schreien“, gesehen zu werden. ‚

Im Gegenteil. Richard R. Powell fasst es so zusammen:
Wabi Sabi nährt alles, was authentisch ist, da es drei einfache Wahrheiten anerkennt –

nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt

Astrid Keimer

Wabi Sabi können wir in der Malerei entdecken, in der Fotographie, in der Keramik ebenso wie in Gärten, in der Blumenkunst bis hin zur japanischen Teezeremonie und japanischer Poesie. Die Weisheit des Wabi Sabi bringt folgende Beschreibung auf den Punkt:

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„Beschränke alles auf das Wesentliche, aber entferne nicht die Poesie. Halte die Dinge sauber und unbelastet, aber lasse sie nicht steril werden.“

Einfach herzliche Grüße
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Slow Life…….. und das gemäßigte Lebenstempo

Schnell essen, schnell urteilen, schnell Auto fahren, schnell antworten, schnell verschwinden, schnell gehen, schnell schnell einkaufen, schnell beleidigt sein, eben mal kurz zur Besinnung kommen………
Spruch auf einer Postkarte des Zeitvereins:
Lebe schneller, dann bist Du eher fertig!

Das Herzstück von Slow Life ist ein gemäßigtes Lebenstempo. Es ist gewissermaßen der Humus, aus dem ein wahrer Blütenteppich an Veränderungschancen erwächst. Auf dem Fuße der Verlangsamung folgt zunächst die Bewusstheit, die den Kontakt zu sich selbst (wieder) ermöglicht. Eine Form von Erdung stellt sich ein. Fester Boden unter den Füssen. Mit einer solchen Erdung kommt man zu den Sternen, ohne abzustürzen. Dafür müssen wir wach sein. Hellwach. Das ist ja das Dilemma, dass wir vor lauter Geschwindigkeit nur noch auf Autopilot durchs Leben schlingern.
Hast Du die Blume gesehen? Welche Blume? Na, die da. Direkt vor Deinem Fenster. (Jetzt Achtung, Weggabelung!) Hat ja nicht jeder soviel Zeit wie Du, sich die Nase an der Scheibe platt zu drücken…..(Ach schade, für den unentspannten Weg entschieden)Das nebenbei.

Mit sich in Kontakt sein ist für viele Menschen ein Fremdwort. Hä? Was? Wieso Kontakt? Vielleicht ist der Begriff irreführend. Kontakt klingt zunächst mehr nach Außen als nach Innen. Gemeint ist das Sich-selbst-im-Innern-spüren. Mitzubekommen, was sich in uns tut. Auf uns achten. Und zwar feinfühlig. Dazu brauche ich Raum bzw.Zeit.
Soll ich jetzt mit dem Gefühlsdetekor losrennen (O-Ton, Führungskraft) Da ließ sich der innere Widerstand leicht heraushören, oder? Niemand sollte unterschätzen, was für ein Kraftaufwand notwendig wird, um von  gewohnheismäßigem Autopilot auf mehr Feinfühligkeit für die eigenen Bedürfnisse und Gegebenheiten umzuschalten. Es sind in der Regel Ängste zu überwinden. Andere Blickwinkel und neue Zusammenhänge werden sichtbar und müssen u. U. erstmal verdaut werden. Das braucht einmal mehr Zeit – und eine innere Erlaubnis zur Selbstfürsorge. (Davon an anderer Stelle mehr).
Innehalten ist ein aktiver Akt. Ich entscheide mich für LANGSAM und nehme Abschied von schnell. Die Folgen sind grundlegend. Wir halten den Zustand von (noch) nicht wissen aus, was bedeutet: kein Aktionismus. Der Reifegrad von Überlegungen verbessert sich zusehends, die Haltbarkeitsdauer von Entscheidungen steigt exorbitant, weil sich genug Zeit für die notwendige gedankliche Tiefe genommen wurde. Das Sich-Zurücknehmen und einfach mal die Schnüß (norddeutsch für „Klappe“ oder ähnlich) halten wird möglich. Daraus kann Raum für Stille entstehen. (Damit das berühmte Stille Örtchen nicht dauerhaft der einzige Ort wird, wo man irgendwie ein bißchen Frieden und Ruhe finden kann, oder?)

Slow LIfe mündet in einer bewussten Haltung und nimmt Einfluß auf unsere Lebensqualtität.(auch dazu an anderer Stelle mehr)

Nicht nur deshalb: gemach, gemach.
Über Oscar Wilde sagt man (und man möge zu ihm stehen, wie man wolle):
Niemand hätte ihn je laufen sehen. (Im Sinne von rennen, Anm.)
Können Sie sich das vorstellen? Mich hat das beim ersten Lesen sofort elektrisiert – und tut es noch. Kein schnell, schnell. Kein Gerenne und Geschnaufe und Gehetze. Statt dessen: würdevolles Gehen. Mit Stil. Und gänzlich entspannt. Auch so entsteht Eleganz. Ich gestehe, ich übe das. Und zwar mit Ampeln. Ich sichte sie – und ganz bewusst behalte ich mein Tempo bei. Ich lasse mich nicht treiben. Ich schaffe die Grünphase nicht mehr? Egal. Ich GENIEßE es. Wirklich. Bewusst langsam zu gehen oder nur in meinem normalen Tempo und mich nicht unter Druck setzen zu lassen (von Ampeln!!), das fühlt sich wunderbar an. Ich renne inzwischen entschieden weniger. Seit mir bewusst geworden ist, von was ich mich alles so vorwärts schubsen lasse, kann ich loslassen. Nicht alles, doch vieles. Und ich bin noch nicht am Ende meines Langsam-Langsam-Projektes…..  zum Beispiel…….

Menschliche Grüße

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