Slow sitting

„Nur der Denkende erlebt sein Leben. Am Gedankenlosen zieht es vorbei.“

(Marie-Luise v. Ebner-Eschenbach)

Können wir das so stehen lassen? Sicher gibt es noch andere Blickwinkel auf das Thema. Aus der Richtung der Achtsamkeit stimmt die Aussage.
Weil Achtsamkeit Bewusstheit bedeutet. Und Bewusstheit bedeutet Präsenz.
Hier und Jetzt. Wach. Körperlich und (!) geistig anwesend.
Eben das Gegenteil eines Lebens auf Autopilot.

Es braucht ja kein „immer“ zu sein. Aber wir sollten schon die eigene Kapitänsbrücke nicht unnötig oder gar aus Gewohnheit verlassen.
Wer morgens schnuckstracks im Maschinenraum verschwindet, sich den ganzen Tag nicht auf der Brücke sehen lässt und sich abends fragen muss, wo das eigene Schiff überhaupt vor Anker gegangen ist, der zum Beispiel hätte jetzt eine „Hausaufgabe“:

Jeden Tag 10 Minuten hinsetzen und die Aufmerksamkeit so viel wie möglich im eigenen Körper halten. Am besten stets zur gleichen Zeit. Und am gleichen Ort.
In dem wir im Kontakt mit unserem Körper sind, sind wir im Jetzt verankert.

Es geht noch einfacher:
solange Sie den Stuhl, auf dem Sie sitzen, spüren, sind Sie im Hier und Jetzt.
Jeden Tag 10 Minuten. Das ist drin.

Spürbare Grüße
ad

Slow breathing

„Man sollte nicht glauben, wie gut man auch ohne die Erfindungen des Jahres 2500 auskommen kann.“
Diese weisen Worte des Herrn Tucholsky aus dem Jahre 1932 haben ihre Bewandtnis behalten – all dem technischen Firlefanz, der uns umgibt, zum Trotz.

Wenden wir uns deshalb lieber der Entspannung zu. Genauer gesagt, unserer Atmung. Atmung ist mehr als eine lebenswichtige Notwendigkeit. Lässt man ihr die Achtung zukommen, die sie verdient, dann hilft sie, unsere Psyche und unseren Körper in gesunder Balance zu halten, beruhigt bei Angst, stärkt nachweislich unser Immunsystem und kann sogar Depressionen oder Herzleiden lindern.

Der Schlüssel dazu liegt in der zentralen Rolle der Atmung für alle Vorgänge im Körper: Denken, Verdauung, Muskelbewegungen – Sauerstoff wird einfach überall gebraucht. Die Schlüsselrolle hängt u. a. damit zusammen, dass durch die beiden Lungenflügel der größte Nerv des Parasympathikus – der Nervus Vagus – vom Gehirn bis zum Darm reicht und an der Regulation aller inneren Organe beteiligt ist. Und auf ihn können wir durch unsere Atmung Einfluss nehmen. Wir brauchen dafür lediglich unser waches Bewusstsein – das Atmen selbst erledigt unser Körper von ganz allein.Bildergebnis für Atmung

So können wir durch die – beeinflussbare – Atmung zum Beispiel den Herzschlag oder die Menge an Stresshormonen herunterregulieren. Letztlich können wir zu allen Beschwerden über die Atmung Zugang finden und beruhigenden Einfluss nehmen.

Vorausgesetzt, wir gönnen uns die Zeit zur sanften, tiefen Bauchatmung. Bei unserem krankhaften Verhältnis zum Thema Zeit ist es kein Wunder, dass es bei den meisten von uns leider nur noch zur knappen Brustkorb-Atmung reicht. Wenn man Dr. Andrew Weil, Medizinprofessor an der Universität von Arizona, Glauben schenken mag, dann  ist unsere verflachte Atmung für 70 % aller Gesundheitsprobleme verantwortlich.

Zeit, etwas dagegen zu tun. Hier einige Übungen…

Legen Sie sich ein schweres Buch auf den Bauch. Atmen Sie über die Nase ein und spüren Sie, wie es sich durch das Einatmen hebt und durch das Ausatmen senkt. Wenn sie das täglich zweimal (idealerweise morgens vor dem Aufstehen damit beginnen) über etwa 10 Minuten trainieren, wird ihnen die Bauchatmung ein ganz natürlicher Begleiter durch den Tag werden.

Sollte es Ihnen einmal nicht gut gehen, Sie vielleicht sogar ängstlich sein, dann setzen Sie sie sich aufrecht mit geschlossenen Augen hin, lenken ihre innere Aufmerksamkeit auf das langsame Ein- und Ausatmen und spüren, wie ihr Körper sich entspannt. Alle Last fällt von Ihnen ab. Bei jeder Ausatmung denken Sie: VERTRAUEN.
Dauer ca. 5 Minuten.

Machen Sie sich Ihren Atem zum guten Freund und Unterstützer. Es lohnt sich, ihn zu trainieren und vor allem – ihn zu genießen.

Leichte Grüße
ad

Slow-Life-Expertin…. wozu?……

Ich schreibe hier von Expertentum…und das in Verbindung mit Slow Life, diesem wahrlich facettenreichen Begriff. Doch es soll hier nicht um den berühmten Stein des Weisen gehen, sondern um Unterstützung. Vor allem dabei, sich selbst wieder zu finden – sollte man sich denn verloren gegangen sein.
Zeigt sich nicht genau das an allen Ecken und Enden? Dieser mangelnde Kontakt des Einzelnen zu sich selbst? Nicht zuletzt in jeder Form von Stress, denn dort lässt sich eine – ich möchte sagen – himmelschreiende Anzahl überflüssiger Aufregerei orten, die uns jedesmal ein Stück weiter von unserer Mitte entfernt.
Allzu oft folgt darauf erstmal der Einwand: also überflüssig…., Frau Detmers, ich möchte Sie mal sehen, wenn…… und da würde jeder(!)……..jetzt soll ich wohl immer „om“ machen und so’n Quatsch (würde es Ihnen denn helfen? – Also ich kenn‘ das gar nicht….)…….das ist doch normal (normal ist, was mir gut(!) tut)…..und….und…..und…..

So bietet eine Slow-Life-Expertin in erster Linie die Auseinandersetzung mit den Themen Bewusstheit und Wahrnehmung, Achtsamkeit und Selbstfürsorge und – an vorderster Stelle – innerem Abstand, Abstand, Abstand!
Nur so kann eine innere Stabilität entstehen, die die Zuschreibung Stabilität auch verdient – und die ein Garant dafür ist, dass emotionale Spontan-Feuerwerke nicht sämtliche Reserven verpulvern……….
Zum Thema innere Stabilität und Abstand  an anderer Stelle mehr.

Mit vielen Osterglocken-Grüßen (endlich!)