Slow und so

„Es gibt wenig aufrichtige Freunde. Die Nachfrage ist auch gering.“

Marie v. Ebner-Eschenbach

Oha. Grüße
Ach ja – und fröhliche Ostern!
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Entspannte Eltern – Entspannte Kinder = Slow Family

Die Kinderärztin, Karella Easwaran, rät in ihrem Buch „Das Geheimnis gesunder Kinder“ zu mehr Gelassenheit = Wasser auf all meine Mühlen.

Sie empfindet u. a. das Kopfkino vieler Eltern bei Erkrankung des Sprößlings als Stressfaktor, der darüber hinaus die Kinder gleich mitbelastet. Denn Kinder spüren die elterlichen Sorgen sehr genau, und der Stress überträgt sich. Sorgen sind durchaus häufig Ausdruck eines negativen Kopfkinos. Nicht selten erlebt die Ärztin, dass der Stress der Eltern schwerwiegender zu sein scheint als die Erkrankung des Kindes.

Dabei ist ständiger Stress die Ursache Nummer eins für Zivilisationskrankheiten wie Migräne, Bluthochdruck, Adipositas oder gar für einen chronischen Erschöpfungszustand.

Woher kommen nun all die Sorgen „beim kleinsten Schnupfen“? Eltern wollen sich Mühe geben, engagiert sein und auf jeden Fall gute Mütter und Väter sein. Das ist sehr ehrenwert. Wenn sie allerdings „perfekte Eltern“ (von gar perfekten Kindern) sein wollen, dann überfrachten sie sich mit Informationen und Ansichten, wie „man“ Kinder „richtig“ erzieht und wieviel Zähne sie zum Zeitpunkt X haben müssen und wieviel Purzelbäume zum Zeitpunkt Y zu begutachten sein sollten. Ansonsten: Fehleralarm! Das dabei Stress herauskommt, scheint mir unausweichlich.

Dazu sagt die Kinderärztin: „Ich erlebe in meiner Praxis immer mehr Eltern, die kaum Vertrauen in ihre Kinder haben und den eigenen Einfluss auf die kindliche Entwicklung völlig überschätzen (! Anm. d. A.). Wir müssen viel gelassener werden und mehr an unsere Kinder glauben.“

Ich möchte hinzufügen, auch die Eltern selbst brauchen mehr Selbstvertrauen. Nur so können sie Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen, und zwar gerade dann, wenn die Kinder mit Erkältungen, Kinderkrankheiten oder einem gebrochenen Arm fertig werden müssen.

Sich sorgen, sich kümmern ist etwas Wertvolles. Doch es gibt Situationen, da können Kinder die beinah übertriebene Fürsorge durchaus als Belastung empfinden. Eltern sind für Kinder der Felsen in der Brandung. Wenn der wankt, dann ist „irgendwas Schlimmes“ mit mir und man spricht mir – im erweiterten Sinne – ab, die Erkrankung aus eigener Kraft zu bewältigen. Die Angst und Sorge der Eltern wird zur Angst und Sorge des Kindes. Ein solches Gefühl unterstützt keinen Heilungsprozess.

Das positive Denken jedoch oder einfach das Flachhalten des Balles vermittelt Kindern Geborgenheit und die nötige seelische Entspannung, die sie jetzt brauchen, um wieder gesund zu werden.

Geht es nicht auch darum zu lernen, wie man das Leben meistert? Dann sind doch diese kleinen „Krisen“ bestens geeignet, Zutrauen zum eigenen Körper und zum Leben an sich zu lernen. Kann einem erkrankten Kind etwas Besseres passieren als Eltern, die in ihrer Gelassenheit so viel tröstliche Sicherheit ausstrahlen, dass es sich ins Kissen kuscheln und friedlich gesund schlafen kann? Eben.

Krisengestärkte Grüße
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Nur die RuheTake it easy

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www.kunst.angela-detmers.de

„Ich komme, ich weiß nicht, von wo?
Ich bin, ich weiß nicht, was?
Ich fahre, ich weiß nicht wohin?
Mich wundert, dass ich so fröhlich bin.“

Heinrich von Kleist (1777-1811)

Ich kann nur sagen:
mir geht das manchmal ganz, aber auch ganz genauso.
Ihnen auch?

Das ist schön.

Unbesorgte Grüße
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I come, I do not know from where.
I am, I do not know what.
I am going, I do not know where
I wonder why I am so serene.

(Heinrich von Kleist, 1777-1811)

I can only say:

This is exactly how I feel at times.

And you?

That’s fine.

Carefree wishes,
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