Ja, was denn nun?!

Ziele sagen die einen, unbedingt, sonst geht gar nichts. Keinen Focus, keinen Erfolg. Bündelung der Kräfte, Matrix, Meilensteine, diverse Strategien (vor allem –modelle!), Aufruf zur Konsequenz und natürlich Beratung.

Die anderen sagen, dass man das, was man unbedingt will, gern mit Zielorientierung verwechselt, und es schon deshalb nichts werden kann, weil der Blickwinkel durch Focussierung verengt wird, weniger empathisch – sagt Ewald Kranz von der Uni Klagenfurt -, dafür hektischer.

Pole wohin wir sehen. Soll ich denn nun loslassen und Leben kommen lassen oder einen Plan machen und mir – positiv natürlich – alles herbei denken/visualisieren/ kneten, was ich so will und damit die Erfüllung all meiner Träume? Alles oder nichts, entweder oder?

Selbst bei den Zitaten findet sich das polarisierende Chaos. Als ob heiß und kalt, nah und fern, Ying und Yang nicht reichen würden. Jetzt also noch die Pole in den Weisheiten. Nicht mal auf Goethe ist dabei Verlass.

Der Ziellose erleidet sein Schicksal – der Zielbewusste gestaltet es, sagt uns Herr Kant, woraufhin Herr Goethe entgegenhält: Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen.

Und was soll ich sagen, derselbe Herr Goethe hat an anderer Stelle das in petto:
„Erfolgreich zu sein setzt zwei Dinge voraus: Klare Ziele und den brennenden Wunsch, sie zu erreichen.“ Und es hört sich auch hier nicht so an, als wäre ihm Erfolg egal.

Will ich träumen, oder will ich Träume erfüllen? Als da der Pol wäre: Träume nicht Dein Leben, sondern lebe Deine Träume. Wobei – wenn ich lange genug suche, finde ich auch ein Zitat, das da sagt, dass Träume an sich schon völligen Blödsinn darstellen. Und sind Träume Ziele? Was ist mit Wünschen, Vorhaben, Vorstellungen?

Und meine eigenen Themen? Lebensqualität, Slow Life, Entschleunigung, Achtsamkeit? Ziel? Oder einfach kommen lassen? Etwas dafür tun oder sich vom Leben beschenken lassen? Finger aus dem Geschehen nehmen oder kräftig mitmischen?

Und als ob das nicht alles schon schwierig genug ist, dürfen wir dann noch zwischen esoterisch, spirituell, Schamanen-like, zen-mäßig, Sternzeichen-lastig, Mönchs-vorgabengetreu, Sport-Extrem-Diktat und ähnlichem wählen. Bleibt noch die Frage, ob schreiend, schweigend oder tanzend.

Viele Fragen. Was machen Sie in solchen Fällen? Aha, dasselbe wie ich – erstmal die Wäsche waschen …

Muntere Grüße
ad

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