Mein Freund, der Baum

„Als ich meine Karriere als Botaniker begann, konnte ich mir nicht vorstellen, dass die großen troptischen Wälder in kaum fünfzig Jahren unter meinen Augen verschwinden würden. Sie waren ja so riesig. Ihre höchsten Äste waren vor Jahrmillionen die Wiege der Menschheit, doch wir haben das vergessen. (…) Ich habe gesehen, wie Menschen in wenigen Tagen tausendjährige Wälder vernichtet haben. (…) Das Gefühl meiner Ohnmacht macht mich wütend und traurig.“ Francis Hallé.

Zusammen mit dem Filmemacher Luc Jacquet entstanden sein Film und sein Buch:
Das Geheimnis der Bäume

(Foto: knowledge.wharton.upenn.edu)

Damit ein zugrundegerichteter tropischer Regenwald wieder er selbst wird, dauert es 700 Jahre. Siebenhundert. Jahre. Die Bites und Bytes sind nicht von dieser Welt – ganz und gar wörtlich gemeint. Sie werden nie die Gelassenheit, die Schönheit und die Majestätik eines jahrhundertealten Baumes erlangen. Ich weiß, dafür sind Bites und Bytes auch nicht erdacht worden.

Das ist auch das Besondere: Einen Baum musste niemand „er-denken“.
Sein Dasein war unvergleichlich klar. War.
Vielleicht belächeln wir Menschen, die – aus welchem Grund auch immer – Bäume umarmen. Ihren Duft einatmen, ihre Rinde ertasten, das Spiel des Lichtes im Blätterdach beobachten und sich daran erfreuen. Der Stärke der Wurzeln nachspüren und versuchen, deren Kräfte aufzunehmen.
Das Geräusch, welches Blätter im Zusammenspiel mit Wind oder Regen ertönen lassen, gehört für mich zu den tröstlichsten Lauten überhaupt.

Und Trost brauchen wir in dieser sich gewalt(!)ig verändernden Welt. Trotz des Schönen, was die Welt für uns auch in Zukunft bereithalten wird. Ich sag ja nicht, dass Sie spenden sollen. Oder Pate werden. Oder sich anketten.
Es wäre ein guter Anfang, dem Baum Achtung entgegen zu bringen.
Denn das, was wir achten, behüten wir eher.

Natürliche Grüße
ad

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