Redet miteinander. Vorher.

Zur Urlaubszeit kommen wieder viele interessante Artikel zum Vorschein. Ich meine Artikel über Streitereien, Schwierigkeiten und Zoff im Urlaub: zwischen Partnern, zwischen Eltern und Kindern, oder auch Großeltern, Kindern und Enkelkindern. Das Dilemma ist stets ein und dasselbe: Es werden vorher keine Erwartungen abgeglichen. Wie selbstverständlich meint man, dass „entspannt“ für jeden ein und dasselbe bedeutet. Oder „erholsam“ oder „abwechslungsreich“ etc.

Vor Ort wird dann festgestellt, dass man sich das „so“ nicht vorgestellt hat. Woraufhin die eine Hälfte sich fügt oder durch permant schlechte Laune in den passiven Widerstand geht. Das führt dann dazu, dass alle mehr oder minder unglücklich oder genervt oder alles zusammen durch den Urlaub gehen.

Wie schade. Urlaubszeit ist kostbar. Und er könnte so befriedigend verlaufen.
Es gilt bloß(!) Absprachen zu treffen: Ok, jeden zweiten Tag eine Kirche (es ging Dir doch im Kirchen, oder? Paläste und so? aha. gut, aber auch ok) und dazwischen Strand satt und Strand satt bedeutet bei mir…
Ist das für alle Beteiligten so in Ordnung????

Auch wenn Eltern mit ihren erwachsenen (!) Kindern – vielleicht auch schon mit Enkelkindern – in den Urlaub fahren, sind selbstverständlich (Rollen-)erwartungen abzugleichen. Vorher! – Bleibt „Mutti“ ewig in der Küche und bekocht die Runde? Wieviel Babysitting wird erwartet, und wie soll das ablaufen? Wer braucht wieviel Zeit für sich oder für Zweisamkeit, Familienzeit? Was sind die Wünsche, die Bedürfnisse? Was brauche ich, um mich wohlzufühlen? Was erwartet z. B. die Tochter/der Sohn von den Eltern für den Umgang mit den Enkelkindern? Nein, Oma, keine 3 Eis am Tag für Deinen Lieblingsenkel……  Jemand kann keine Zeit allein verbringen? Vielleicht ist dann ein gemeinsamer Urlaub nicht das Richtige?

All diese Fragen taugen nicht nur für die Urlaubsplanung. Wenn Menschen in (jeglicher Art) von Beziehung mehr genau darüber offen reden würden, gäbe es mit Sicherheit deutlich weniger Streit, Frust – und Trennungen.

Deshalb finde ich es toll, wie eine Familie in der Nachbarschaft damit umgeht. Jedes Jahr verreisen die Eltern eine Woche allein an einen Lieblingsplatz (bisher immer demselben und wo sie nie mit ihren Kindern waren). Und dort machen sie sich gemeinsam darüber Gedanken, wie das kommende Jahr aussehen soll. Welche Bedürfnisse und Wünsche da sind, welche Richtung eingeschlagen wird, was gut war im letzten Jahr und was vielleicht unrund lief.
Eine ganze Woche lang Gedanken über Lebensqualität. Alles liegt auf dem Tisch. Und manchmal wird richtig gefeilscht. Doch da Konstruktivität (und Liebe) eine Rolle spielen, kommen sie tatsächlich zu einem wirklich guten Ergebnis.
Die beiden haben dadurch zu jeder Zeit eine Vorstellung davon, wo er selbst und der jeweils andere im Leben steht.
Ich finde: Unbedingt zur Nachahmung empfohlen! Oder was sagen Sie?

Aufgeklärte Grüße – und einen schönen Urlaub!
ad

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